
Schweizer Bundesrat senkt Mehrwertsteuererhöhung für Verteidigung auf 0,5 Punkte und verlängert Zeitrahmen auf 12 Jahre
Der Schweizer Bundesrat hat am Mittwoch vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer um 0,5 Prozentpunkte zu erhöhen, um die Modernisierung der Armee zu finanzieren – eine Reduzierung gegenüber dem ursprünglichen Plan von 0,8 Punkten –, während Lebensmittel und Medikamente ausgenommen bleiben. Die Patriot-Zahlungen werden wieder aufgenommen, und Gespräche mit Frankreich, Israel und Südkorea über ein zweites Boden-Luft-System beginnen.
Bundesrat reduziert Mehrwertsteuererhöhung
Statt der im Januar angedeuteten Erhöhung um 0,8 Prozentpunkte schlägt die Regierung nun eine Erhöhung um 0,5 Punkte auf den Normalsatz und 0,3 Punkte auf den speziellen Hotelsatz vor. Der ermäßigte Satz für Lebensmittel und Medikamente bleibt unverändert. Die Abgabe soll 12 Jahre statt 10 Jahre laufen. Die gesamten Einnahmen fließen in die Rüstung.
Ich betrachte diese Erhöhung als einen Beitrag zur Sicherheit der Schweiz und ihrer Bevölkerung.
Verbesserte Haushaltslage schafft Spielraum
Finanzministerin Karin Keller-Sutter aktualisierte die Haushaltsprognosen, die höhere Bundessteuereinnahmen zeigen. Der unerwartete Überschuss erlaubt es, einen Teil der Verteidigungsausgaben über den ordentlichen Haushalt zu finanzieren, was die MWSt-Forderung reduziert. Zudem ist ein separater, kreditfinanzierter Rüstungsfonds geplant, um Beschaffungen zu beschleunigen und Zahlungsspitzen zu glätten.
Patriot-Zahlungen wieder aufgenommen, zweites System in Sicht
Die Entscheidung Washingtons, Lieferungen an die Ukraine zu priorisieren, verzögerte den Patriot-Auftrag der Schweiz um Jahre und trieb die Kosten in die Höhe. Die Regierung hat einen vorübergehenden Zahlungsstopp aufgehoben, um das Projekt auf Kurs zu halten und zu vermeiden, dass damit verbundene Ersatzteilverträge für F-35 und F/A-18 gefährdet werden.
Wir haben keine Wahl, wir brauchen mehr finanzielle Mittel.
Gleichzeitig verhandelt das Verteidigungsministerium mit Anbietern in Frankreich, Israel und Südkorea über ein zweites Langstrecken-Boden-Luft-System. Erste Rückmeldungen zeigen, dass alle drei die militärischen Anforderungen erfüllen; die Produktion von Raketen und Kontrollsystemen würde in der Schweiz oder in Europa stattfinden.
Politisches Ringen steht bevor
Der ursprüngliche Plan von 0,8 Punkten stieß auf heftigen Widerstand. Parteien von links und rechts bezeichneten ihn als sozial ungerecht. Der neue Vorschlag befreit Grundnahrungsmittel und zielt auf einen Kompromiss ab: eine sehr begrenzte MWSt-Erhöhung, mögliche weitere Ausgabenkürzungen und vorübergehende Kreditaufnahme für Luftverteidigungssysteme. Im Parlament wird eine Mitte-rechts-Mehrheit erwartet, die den Verteidigungsminister unterstützt, aber die Mehrheiten bleiben hauchdünn.
- Bundesrat kündigt Plan an, die Mehrwertsteuer um 0,8 Prozentpunkte für die Armee zu erhöhen.
- Bundesrat stellt verteidigungsorientierte Militärpolitik vor, die Luftverteidigung und Drohnen priorisiert.
- MWSt-Erhöhung auf 0,5 Punkte gesenkt; Lebensmittel/Medikamente ausgenommen; Patriot-Zahlungen wieder aufgenommen; Gespräche mit Frankreich, Israel, Südkorea beginnen.
Breiterer Steuerdruck
Diese verteidigungsbedingte Erhöhung kommt zusätzlich zu einer bereits genehmigten MWSt-Erhöhung um 0,4 Punkte für die 13. AHV-Rente und einer beantragten Verlängerung eines Zuschlags von 0,1 Punkten für die Schieneninfrastruktur. Wenn beide umgesetzt werden, würde der Normalsatz auf 9,0 Prozent steigen, den höchsten je erreichten Wert. Der Bundesrat argumentiert, dass die Sicherheitslage seit der russischen Invasion in der Ukraine die Mittel unverzichtbar mache.


