
Schweiz bereitet sich auf zweite Hitzewelle vor – Dürre verschärft sich, Wasserstände sinken auf Rekordtiefs
Ab Dienstag gilt für weite Teile der Schweiz eine Hitzewarnung der Stufe 3, mit Spitzenwerten von 33–37°C bis Freitag. Die heiße, trockene Periode verschärft ein monatelanges Niederschlagsdefizit, das Böden ausgetrocknet, Flüsse niedrig und den Bodensee auf den niedrigsten saisonalen Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gebracht hat.
Hitzewarnung und erwartete Temperaturen
MétéoSuisse hat am Montag eine Hitzewarnung der Stufe 3 für das Schweizer Mittelland von Genf bis Basel, die Drei-Seen-Region und das Tessin herausgegeben. Die Warnung gilt mindestens bis Montag, den 13. Juli. Südlich der Alpen trafen die hohen Temperaturen bereits am Wochenende ein; Locarno brach mit 34°C seinen Tagesrekord für den 5. Juli, der zuvor bei 33,6°C aus dem Jahr 1952 lag.
Nördlich der Alpen baut sich die Hitze ab Dienstag auf, zunächst im Nordwesten und dann bis Donnerstag im gesamten Flachland. Es werden Höchstwerte von 31–35°C prognostiziert, wobei die Region Basel, Genf, das Wallis und das obere Aaretal am Donnerstag und Freitag voraussichtlich 33–37°C erreichen. Die nächtlichen Tiefstwerte liegen zwischen 15°C und 23°C, in Städten, wo die Wärme langsamer abgebaut wird, ist es wärmer. Tropische Nächte sind gegen Ende der Woche möglich.
Es wird nicht ganz so heiß wie im Juni.
Ich gehe derzeit nicht davon aus, dass die kommende Hitzewelle das Ausmaß der außergewöhnlichen Hitzewelle Ende Juni und Anfang Juli erreichen wird.
Dürre und Wasserknappheit
Die Schweiz trocknet seit Monaten aus. In den letzten 90 Tagen betrug der Niederschlag auf der Alpennordseite und im Wallis nur etwa die Hälfte des klimatologischen Durchschnitts, so das Bundesamt für Umwelt (Bafu). Der Dürreindex der Behörde, der zwei Jahre Regen und Schnee, Bodenfeuchte sowie Fluss- und Seespiegel berücksichtigt, stuft die meisten Gebiete nun als trocken, sehr trocken oder extrem trocken ein.
Mehrere Flüsse im Jura, im zentralen und westlichen Mittelland führen weniger Wasser als üblich. Der Bodensee ist zu dieser Jahreszeit niedriger als je zuvor gemessen. Auch der Walensee, der Zugersee und der Sempachersee liegen ungewöhnlich niedrig. Die Stauseen verzeichneten ihren zweitniedrigsten Ende-Juni-Stand seit einem Jahrzehnt, und die Situation für die Gletscher wird als katastrophal beschrieben.
Die Dürre wird uns wohl noch ziemlich beschäftigen.
Gesundheits- und Sicherheitsrisiken
MétéoSuisse warnt bei einem Ereignis der Stufe 3 vor einem erheblichen Risiko von Gesundheitsproblemen und körperlichen Beschwerden. Die Menschen werden aufgefordert, täglich mindestens 1,5 Liter ungesüßte, alkoholfreie Getränke zu sich zu nehmen und anstrengende Aktivitäten in den heißesten Stunden zu vermeiden. Weder Menschen noch Tiere sollten in geparkten Autos zurückgelassen werden.
Die Waldbrandgefahr steigt, da die Böden weiter austrocknen. Der in der Nordostschweiz erwartete starke Westwind wird die Verdunstung beschleunigen. Kleine Gewässer erreichen bereits Badewannentemperaturen, und Fischsterben sind nicht auszuschließen. Die Landwirtschaft benötigt dringend Bewässerung, insbesondere für Ackerflächen.
Wetterlage und Ausblick
Ein stabiles Hochdruckgebiet mit Zentrum über dem nahen Atlantik erstreckt sich nach Mittel- und Westeuropa und sorgt für sonnige, heiße Bedingungen. Meteorologen sprechen von einem Omegablock, bei dem der Jetstream eine hufeisenförmige Welle bildet, die das Hoch zwischen zwei Tiefs einschließt und das Wetter für Tage oder sogar Wochen zum Stillstand bringt.
Das mächtige Hochdruckgebiet mit Zentrum über dem nahen Atlantik wird sich in den kommenden Tagen allmählich nach Mittel- und Westeuropa ausdehnen und eine Periode mit stabilem und heißem Wetter im ganzen Land bringen.
Zwischen Freitag und Sonntag sind Gewitter möglich, die jedoch nur vorübergehende und lokale Entlastung bringen dürften. Ein flächendeckender, ergiebiger Regen ist nicht in Sicht. Das Ende der Hitzewelle bleibt höchst unsicher.
- Hitzewelle beginnt in der Südschweiz; Locarno stellt mit 34°C einen Tagesrekord auf.
- Hitze breitet sich nach Norden und Westen aus; Temperaturen erreichen 32–34°C in Basel, Genf und im Wallis.
- Höhepunkt der Hitze am Donnerstag und Freitag erwartet, mit 33–37°C in Hotspots; tropische Nächte möglich.
- Gewitter von Freitag bis Sonntag möglich, die nur lokale, vorübergehende Abkühlung bringen.
- Hitzewarnung der Stufe 3 gilt derzeit mindestens bis zu diesem Datum.


