
Schweiz gewinnt 7:3 gegen Israel im Hinspiel der WM-Playoffs der Frauen
Riola Xhemaili traf zweimal, als die Schweizer Frauen am Freitag in Mezőkövesd mit 7:3 in Führung gingen, doch Captain Lia Wälti und Verteidigerin Viola Calligaris erklärten, die Leistung sei unzureichend gewesen. Das Rückspiel findet am Dienstag in Sitten statt, Anpfiff ist um 19:30 Uhr.
Das Ergebnis
Die Schweiz besiegte Israel am Freitag im Hinspiel der Playoffs zur Weltmeisterschaft 2027 in Mezőkövesd, Ungarn, einem neutralen Ort, an dem der Anpfiff um 15:30 Uhr erfolgte. Le Temps nannte es ein seltsames Spiel: Beide Teams trugen schwarze Armbinden aus unterschiedlichen Gründen, die Schweizer Spielerinnen für "die unschuldigen Opfer der Konflikte und Kriege, die derzeit in der Welt wüten" und die israelischen Spielerinnen für die Opfer der Terroranschläge vom 7. Oktober 2023. Kaum jemand war auf den Rängen, so dass die Anweisungen der Trainer und die Gespräche der Spielerinnen die einzige Geräuschkulisse waren. Riola Xhemaili traf zweimal, beim zweiten Mal mit einem Fallrückzieher, der das klare Highlight des Spiels war. Das Ergebnis gibt der Schweiz eine ernsthafte Option auf die Qualifikation für die zweite Playoff-Runde.
- Schweiz
- 7 Tore
- Israel
- 3 Tore
Eine schlampige erste Halbzeit
Die Schweiz führte 1:0, nachdem Géraldine Reuteler in der 14. Minute traf, einen Eckball kurz zu Schertenleib spielte und dann aus dem Strafraum schoss. Torhüterin Livia Peng spielte dann in der 20. Minute einen schlechten Pass direkt zu Talia Sommer, und Sommer überwand Xhemaili und schoss aus dem Strafraum zum Ausgleich. Sommer traf in der 35. Minute erneut per Freistoß über die Mauer, wobei Peng einen Bruchteil zu spät tauchte. Iman Beney glich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zum 2:2 aus, indem sie einen Eckball von Reuteler auf ihren Fuß köpfte und aus der Distanz abzog. Blick beschrieb Pengs Nachmittag als elend, mit zwei Gegentoren durch ihre Fehler.
- Géraldine Reuteler trifft, Schweiz führt 1:0
- Talia Sommer gleicht nach einem schlechten Pass von Livia Peng aus, 1:1
- Talia Sommer trifft per Freistoß, 2:1
- Iman Beney gleicht nach einem Eckball von Reuteler aus, 2:2
Die Urteile der Spielerinnen
Captain Lia Wälti sagte, das Team habe zeitweise dominieren können und etwas Glück mit seinen Toren gehabt, aber Glück könne man nicht erzwingen. Sie sagte, vor dem Spiel hätte das Team dieses Ergebnis akzeptiert, aber drei Gegentore auf diese Weise müssten vermieden werden. Wälti beschrieb ihre Stimmung nach dem Spiel mit diesen Worten:
Ich kann meinen emotionalen Zustand gerade nicht wirklich beschreiben.
Nach der ersten Halbzeit war die Stimmung in der Kabine aufgeheizt, und Wälti sagte, die Spielerinnen hätten auf den Tisch geschlagen. Viola Calligaris sagte, das Team sei nicht bei voller Stärke gewesen und habe teuer dafür bezahlt. Sie fügte hinzu, die schwache erste Halbzeit müsse ein Weckruf für die restlichen Spiele sein.
Wir waren nicht bei 100 Prozent und haben teuer dafür bezahlt.
Iman Beney, die über das zweite Gegentor der Schweiz frustriert war, sagte, ihr sei oft gesagt worden, sie solle schießen, und sie habe ihre Chance genutzt.
Heute habe ich meine Chance genutzt und es hat sich ausgezahlt.
Riola Xhemaili wollte nicht von einem blauen Auge sprechen und wies darauf hin, dass ihr Team sieben Tore erzielt habe, während sie einräumte, die erste Halbzeit sei schwach gewesen. Sie sagte, sie habe davon geträumt, einen Fallrückzieher zu erzielen, und habe beschlossen, es zu versuchen.
Wie es weitergeht
Das Rückspiel findet am Dienstag in Sitten statt, Anpfiff ist um 19:30 Uhr. Trainer Rafel Navarro, ein Spanier, der seit fast einem Jahr im Amt ist, hat die Angriffsphilosophie seiner Mannschaft laut der Einschätzung von Blick nur teilweise gesehen. Blick schrieb, dass eine solche Leistung in der zweiten Playoff-Runde Ende November nicht ausreichen würde, wenn die Schweiz auf Österreich oder den Kosovo trifft. Verteidigerin Viola Calligaris machte deutlich, dass es in dem Spiel um die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft geht und dass auch der Gegner sie erreichen will.

