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Migration·vor 7 Std.

Schweizer Stimmvolk lehnt Bevölkerungsgrenze von 10 Millionen ab – Freizügigkeit mit EU bleibt erhalten

Hochrechnungen zur Volksabstimmung deuten darauf hin, dass die Schweiz die Initiative «Nein zu 10 Millionen Schweiz» abgelehnt hat, die eine Kündigung des Freizügigkeitsabkommens mit der Europäischen Union erzwungen hätte.

Abstimmungsergebnis

Eine Mehrheit der Schweizer Stimmberechtigten hat den Vorschlag abgelehnt, die ständige Wohnbevölkerung des Landes auf 10 Millionen zu begrenzen. Dies geht aus Hochrechnungen des nationalen Senders SRF und des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern hervor, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale am Sonntag veröffentlicht wurden. Die Zahlen zeigten rund 55 % Gegenstimmen und 45 % Ja-Stimmen für die Maßnahme – ein Ergebnis, das mit der letzten Umfrage vor der Abstimmung von GFS Bern übereinstimmte.

Hochrechnung zur Abstimmung: «Nein zu 10 Millionen Schweiz» · %
Dagegen
55 %
Dafür
45 %

Die Initiative wurde von der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP), der stärksten Kraft im Parlament, eingebracht, die seit langem mit einem migrationskritischen Programm wirbt.

Was die Initiative vorsah

Der Text der Initiative «Nein zu 10 Millionen Schweiz», offiziell von der UDC (dem französischen Namen der SVP) unterstützt, legte fest, dass die ständige Wohnbevölkerung bis 2050 10 Millionen nicht überschreiten darf. Wird die Schwelle zwei Jahre in Folge überschritten, wäre die Schweiz verpflichtet, das bilaterale Abkommen mit der EU über die Personenfreizügigkeit zu kündigen.

Der Vorschlag kam auf, als die Bevölkerung der Schweiz 9,1 Millionen erreichte – ein Anstieg von 7,3 Millionen im Jahr 2002. Ausländer machen inzwischen knapp 28 % der Einwohner aus, und offizielle Prognosen gehen davon aus, dass die 10-Millionen-Marke Anfang der 2040er Jahre erreicht wird. Die SVP machte die Zuwanderung für die Verschärfung der Wohnungsknappheit, steigende Mieten, überlastete Verkehrsinfrastruktur und die Belastung des Gesundheitssystems verantwortlich.

Wachstum der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz · Millionen
2002
7.3 Millionen
2026
9.1 Millionen
~2040 (Prognose)
10 Millionen

Wirtschaftliche und EU-Bedenken

Die Aussicht auf ein Ja hatte die Schweizer Wirtschaftsführer alarmiert, da über die Hälfte aller Schweizer Exporte in die EU gehen und der Marktzugang von der Einhaltung der Personenfreizügigkeit abhängt. Die Abstimmung wurde von einigen Kommentatoren mit dem Brexit-Votum des Vereinigten Königreichs 2016 verglichen, wobei Gegner vor wirtschaftlichem Chaos warnten, falls das Abkommen gekündigt würde.

Patrick Leisibach, Migrationsexperte der Denkfabrik Avenir Suisse, sagte, die persönliche Wohlfahrt habe die Stimmberechtigten beeinflusst.

Sie fragen sich: «Wer wird mich im Restaurant bedienen?» und «Wer wird sich um mich kümmern, wenn ich alt bin?» Es geht mehr um das persönliche Wohlergehen, das die Menschen dazu bewogen hat, diese Initiative abzulehnen.

Gegner verwiesen auch auf die schmerzhaften Erfahrungen von 2025, als US-Präsident Donald Trump die höchsten US-Zölle in Europa auf Schweizer Waren verhängte, und argumentierten, dass ein neuer Konflikt mit Brüssel das Land weiter isolieren würde.

Kampagne und politischer Kontext

Der SVP-Wahlkampf hatte mit plakativen Plakaten geworben, die behaupteten, dass nur 10 % der Zuwanderer Fachkräfte seien und dass Asylsuchende ein höheres Risiko für Gewaltkriminalität darstellten. Dennoch schienen die wirtschaftlichen Argumente und die Angst vor dem Verlust wichtiger Arbeitskräfte im Tourismus, in Krankenhäusern und Pflegeheimen eine knappe Mehrheit zu überzeugen.

Die Abstimmung fand vor dem Hintergrund einer breiteren europäischen Entwicklung statt, in der die Unterstützung für migrationsbegrenzende Maßnahmen wächst, aber das Schweizer Ergebnis zeigte, dass die direkte Demokratie solche Impulse manchmal bremsen kann, wenn die wirtschaftlichen Kosten greifbar werden.

Zivildienstreform ebenfalls zur Abstimmung

Am selben Tag schienen die Stimmberechtigten einen von der Regierung unterstützten Plan zur Verschärfung des Zugangs zum Zivildienst zu billigen, der den Wechsel vom Militärdienst zum Ersatzdienst erschweren soll. Die Reform sollte den Vorrang des Militärdienstes wahren; Gegner, darunter linke Gruppen, warnten, dass sie den Zivilschutz und die Pflegedienste schwächen würde, ohne die Armee tatsächlich zu stärken.

Bern

6 Quellen

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