
Linke Opposition bei schwedischer Wahl mit 176 Sitzen in Führung – Schwedendemokraten verlieren an Boden
Schwedens linke Opposition liegt bei 95 % ausgezählter Stimmen mit drei Sitzen Vorsprung vor dem regierenden bürgerlichen Bündnis, während die einwanderungskritischen Schwedendemokraten ihren ersten Rückgang des Stimmenanteils seit dem Einzug ins Parlament verzeichnen.
Die parlamentarische Mehrheit
Das rot-grüne Oppositionsbündnis in Schweden hat bei der Parlamentswahl vom 13. September 2026 eine knappe Führung errungen und positioniert die frühere Ministerpräsidentin Magdalena Andersson für eine mögliche Rückkehr ins Amt. Mit etwa 95 % der Wahlbezirke, die am Montagmorgen ausgezählt waren, halten vier Oppositionsparteien 176 Sitze im 349 Sitze umfassenden Reichstag, verglichen mit 173 Sitzen für die regierende bürgerliche Koalition unter Ministerpräsident Ulf Kristersson. Für eine tragfähige parlamentarische Mehrheit sind mindestens 175 Sitze erforderlich. Der Abstand zwischen den beiden Blöcken lag in früheren Auszählungsphasen bei etwa 0,3 % der Stimmen und verringerte sich damit deutlich gegenüber ersten Hochrechnungen.
- Oppositionsbündnis
- 176 Sitze
- Bürgerliches Bündnis
- 173 Sitze
Ergebnisse der Parteien und Wählerwanderung
Anderssons Sozialdemokraten blieben mit 28,1 % der ausgezählten Stimmen die stärkste politische Kraft Schwedens, obwohl sie ihren niedrigsten nationalen Stimmenanteil seit einem Jahrhundert verzeichneten. Kristerssons Moderaterna erhielten 19,9 % der Stimmen. Die einwanderungskritischen Schwedendemokraten unter Jimmie Åkesson fielen auf 17,5 % zurück, nach 20,5 % bei der Parlamentswahl 2022 – das ist ihr erster Rückgang seit dem Einzug in den Reichstag im Jahr 2010. Unter den übrigen Parteien erzielte die Linkspartei 8,2 % und die Zentrumspartei 7,1 %. Daten zur Wählerwanderung aus den Hochrechnungen deuten darauf hin, dass 12 % der Wähler, die Kristersson 2022 unterstützt hatten, zur Opposition wechselten, wobei die Hälfte von ihnen direkt zu den Sozialdemokraten überlief – nach Kristerssons Ankündigung, er erwäge, den Schwedendemokraten Ministerposten anzubieten.
- Sozialdemokraten
- 28.1 %
- Moderate Partei
- 19.9 %
- Schwedendemokraten
- 17.5 %
- Linkspartei
- 8.2 %
- Zentrumspartei
- 7.1 %
Stellungnahmen der Parteivorsitzenden
Beide Parteivorsitzenden wandten sich am Montagmorgen an ihre Anhänger in Stockholm, während sich das vorläufige Ergebnis verdichtete. Andersson erklärte, ihre Partei sei bereit, nach zwei Jahren in der Opposition die Regierungsverantwortung zu übernehmen.
Im Moment liegen wir vorn. Und wenn sich das bestätigt, wird Schweden eine neue Regierung bekommen.
Kristersson räumte die Führung der Opposition ein, wies aber auf erhebliche politische Differenzen zwischen der Linkspartei und der Zentrumspartei hin. Er betonte, dass die parlamentarische Mehrheit bis zur Auszählung aller Stimmzettel ungewiss bleibe.
Daher werde ich, selbst wenn das Ergebnis von heute Abend so bleibt, prüfen, ob es Raum für eine nichtsozialistische parlamentarische Mehrheit gibt, um eine tragfähige Regierungsform zu finden.
Er fügte hinzu, dass die Frage, welche Regierung in den kommenden Jahren die Macht in Schweden ausüben werde, weiterhin offen sei.
Auszählung von Brief- und Auslandsstimmen
Die schwedische Wahlbehörde teilte mit, dass vorläufige Endergebnisse frühestens am Mittwoch oder Donnerstag vorliegen werden, sobald verspätete Briefwahlunterlagen, Auslandsstimmen und vorab abgegebene Stimmen vollständig verarbeitet sind. Der Politikwissenschaftler Henrik Ekengren Oscarsson merkte an, dass verspätet eingehende und Auslandsstimmen ausreichen, um die Sitzverteilung in umkämpften Wahlkreisen zu verschieben. Bei 59 % Auszählungsstand trennten die beiden Blöcke etwa 20.000 Stimmen. Die Kreisverwaltungen werden eine Woche nach der Wahl eine vollständige Neuauszählung in allen Bezirken durchführen, um die endgültige Sitzverteilung im Parlament festzustellen, bevor die formellen Sondierungsgespräche unter der Leitung des Reichstagspräsidenten beginnen.


