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Regierung·vor 2 Std.

Schweden gibt Plan zur Inhaftierung von 13-Jährigen auf und schlägt stattdessen 14 Jahre vor – nach Widerstand im Parlament

Die schwedische Regierung hat ihren umstrittenen Gesetzentwurf zur Senkung des Strafmündigkeitsalters von 15 auf 13 Jahre zurückgezogen, da sie nicht über die nötige parlamentarische Unterstützung verfügt, und wird nun eine überarbeitete Grenze von 14 Jahren vorschlagen.

Die Kehrtwende

Die bürgerlich geführte schwedische Regierung hat am Donnerstag ihren Plan zur Inhaftierung von Kindern ab 13 Jahren bei schweren Straftaten aufgegeben. Justizminister Gunnar Strömmer erklärte gegenüber Journalisten und dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dass der im Januar eingebrachte Gesetzentwurf nicht die erforderliche Mehrheit im Reichstag finden würde. Die Regierung werde stattdessen in den kommenden Wochen einen überarbeiteten Vorschlag vorlegen, um das Strafmündigkeitsalter von derzeit 15 auf 14 Jahre zu senken.

Wir werden vorschlagen, dass das Strafmündigkeitsalter auf 14 statt auf 13 Jahre gesenkt wird.

Der ursprüngliche Gesetzentwurf war für eine parlamentarische Abstimmung am 15. Juni vorgesehen. Strömmer erklärte, er erwarte nun, dass ein Gesetz mit einer Altersgrenze von 14 Jahren vor August verabschiedet werde. Die Minderheitsregierung, die seit 2022 im Amt ist und von den rechtspopulistischen Schwedendemokraten gestützt wird, hat den Kampf gegen die organisierte Kriminalität zu ihrem wichtigsten politischen Schwerpunkt gemacht.

Bandengewalt und Kinder als Rekruten

Schweden hat seit mehr als einem Jahrzehnt mit einer Welle bandenbezogener Gewalt zu kämpfen, die jährliche Zahl der Schießereien gehört zu den höchsten in Europa. Kriminelle Netzwerke nutzen die derzeitige gesetzliche Schwelle zunehmend aus, indem sie Kinder unter 15 Jahren für Morde, Bombenanschläge und andere schwere Straftaten anwerben, in dem Wissen, dass diese nicht strafrechtlich verfolgt werden können.

Mehr als 50 Kinder unter 15 Jahren standen letztes Jahr vor Gericht, weil sie des Mordes oder versuchten Mordes verdächtigt wurden.

Nach dem derzeitigen System werden verurteilte Minderjährige in Jugendheime und nicht in Gefängnisse geschickt. Dieses System gilt weithin als gescheitert. Kritiker bemängeln, dass Jugendheime zu Rekrutierungsstätten geworden seien, in denen Bandenmitglieder mit Kindern zusammenkämen, die weitaus weniger schwere Vergehen begangen hätten.

Der ursprüngliche Vorschlag und seine Kritiker

Der zurückgezogene Gesetzentwurf hätte es ermöglicht, 13- und 14-Jährige für die schwersten Straftaten – darunter Mord, versuchter Mord, Bombenanschläge und Vergewaltigung – zu Gefängnisstrafen zu verurteilen. Er sah auch höhere Höchststrafen für Minderjährige, die Abschaffung von Strafminderungen für 15- bis 18-Jährige und die Behandlung von 17-Jährigen als Erwachsene vor Gericht vor.

Der Plan stieß auf heftigen Widerstand. Von den 126 Behörden und Organisationen, die von der Regierung konsultiert wurden, äußerte die Mehrheit Kritik oder lehnte ihn rundweg ab, darunter die Polizei, der Justizvollzugsdienst und UNICEF. Der Justizvollzugsdienst hatte sich in einer Stellungnahme im letzten Jahr formell gegen den Vorschlag ausgesprochen. Polizei und Staatsanwaltschaft warnten, dass eine Senkung des Alters Banden dazu bewegen könnte, noch jüngere Kinder im Alter von 11 oder 12 Jahren anzuwerben. Auch die Kinderrechtsorganisation Bris lehnte die Maßnahme ab.

Die Lage im Parlament ist ein wenig unsicher, und deshalb haben wir uns entschlossen, in dieser Situation verantwortungsvoll zu handeln und den Gesetzentwurf heute Morgen zurückzuziehen.

Der Weg zur 14

Die Regierung hatte zunächst von einem eingesetzten Kommissar die Empfehlung erhalten, das Alter nur für schwere Straftaten auf 14 Jahre zu senken, entschied sich aber, weiter zu gehen und 13 Jahre vorzuschlagen. Die oppositionelle Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SAP) hatte sich zuvor für eine Senkung auf 14 Jahre ausgesprochen, und die Zeitung Expressen berichtete, dass die Minderheitsregierung für die überarbeitete Grenze mit der Unterstützung der SAP rechnen könne. Oppositionspolitiker bezeichneten den Rückzug des Gesetzentwurfs vor der Abstimmung als politische Niederlage für die Regierung.

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes empfiehlt 14 Jahre als Mindestalter für die Strafmündigkeit, was auch dem Durchschnitt in der Europäischen Union entspricht.

Schwedens Strafmündigkeitsalter: wichtige Daten
  1. Regierung kündigt Plan an, das Alter für schwere Straftaten von 15 auf 13 Jahre zu senken
  2. Regierung zieht Gesetzentwurf zur Altersgrenze 13 zurück und verweist auf fehlende parlamentarische Unterstützung
  3. Ursprünglich geplanter Termin für die Parlamentsabstimmung über den Gesetzentwurf zur Altersgrenze 13
  4. Justizminister erwartet Verabschiedung des überarbeiteten Gesetzes zur Altersgrenze 14 bis August
Stockholm

8 Quellen

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