Makroökonomie · Bangkok
Schulden der Entwicklungsländer erreichen Rekord von 9,4 Billionen Dollar – die Ärmsten zahlen höchste Zinsen seit Ende der 1980er
Der jährliche Internationale Schuldenbericht der Weltbank führt den Anstieg vor allem auf einen Sprung bei der Kreditvergabe privater Gläubiger zurück. Die ärmsten Länder sehen sich mit den höchsten Kreditkosten seit Ende der 1980er Jahre konfrontiert.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Bloomberg Business, Wirtschafts Woche und The Guardian. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Auslandsschulden der Entwicklungsländer erreichten 2025 9,4 Billionen Dollar, 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr – laut Weltbank der schnellste Anstieg seit vier Jahren.
Die ärmsten Länder zahlten bei neuen Krediten durchschnittlich 8,2 Prozent, den höchsten Satz seit Ende der 1980er Jahre, während Laos und die Republik Kongo zu 11,5 Prozent und 13,88 Prozent Kredite aufnahmen.
Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zahlten 2025 rund 1,4 Billionen Dollar an Tilgung und Zinsen, den fünften Anstieg in Folge; bis Mitte August übertrafen mehr als zehn Länder ihr Emissionsvolumen von 2025.
Ein Rekord-Schuldenberg
Entwicklungsländer waren 2025 mit einem Rekordbetrag von 9,4 Billionen Dollar bei ausländischen Gläubigern verschuldet, wie aus dem jährlichen Internationalen Schuldenbericht der Weltbank hervorgeht – ein Anstieg von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das war der schnellste Zuwachs seit vier Jahren. Die Kreditaufnahme bei privaten Gläubigern schnellte nach oben, und die ärmsten Länder erhielten erneut Zugang zu den Anleihemärkten. Die Zahl umfasst Kredite bei ausländischen Gläubigern, nicht die Inlandsverschuldung. Die Emission öffentlicher Anleihen stieg um mehr als ein Drittel auf 251 Milliarden Dollar, den höchsten Stand seit fünf Jahren.
Kosten auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten
Die ärmsten Länder – jene, die für konzessionäre Kredite der Weltbank in Frage kommen – zahlten bei neuen Krediten einen durchschnittlichen Zinssatz von 8,2 Prozent, den höchsten seit Ende der 1980er Jahre. Vorläufige Daten für 2026 zeigen eine weiterhin rege Kreditvergabe, allerdings zu nach wie vor hohen Sätzen, da die globalen Finanzierungskosten gestiegen sind. Die Bank verwies auf jüngste Geschäfte von Laos zu 11,5 Prozent, der Republik Kongo zu 13,88 Prozent und Kenia zu 9,2 Prozent. Die Grafik zeigt diese drei Sätze.
- Republik Kongo
- 13.88 %
- Laos
- 11.5 %
- Kenia
- 9.2 %
Daten aus dem Artikeltext
Auch die Renditen von Staatsanleihen sind weltweit gestiegen, weil Inflationssorgen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, höhere Leitzinsen und wachsende Staatsverschuldung die Finanzierungskosten nach oben trieben. Die Renditen erreichten Werte, wie sie seit Jahren nicht mehr gesehen wurden, und erhöhen den Druck auf wohlhabende Volkswirtschaften wie die Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland. Haishan Fu von der Weltbank brachte den Zielkonflikt auf den Punkt.
„Der Zugang zu internationalen Finanzmitteln hat sich verbessert, aber der Preis dieser Finanzmittel nicht.“
Schuldendienst und eingeengte Haushalte
Daten aus dem frühen Jahr 2026 zeigten eine starke Nachfrage ärmerer Länder nach neuen Finanzmitteln. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zahlten 2025 rund 1,4 Billionen Dollar an Tilgung und Zinsen – den fünften Anstieg in Folge. Bis Mitte August hatten bereits mehr als zehn Länder ihr gesamtes Anleihevolumen für das gesamte Jahr 2025 übertroffen. Viele Regierungen begaben Anleihen, um bestehende Schulden zurückzuzahlen, oft zu höheren Zinssätzen, heißt es in dem Bericht. Die Bank warnt, dass steigende Schuldendienstkosten manche Regierungen von Investitionen abhalten, die sich später auszahlen würden. Ihre Analyse ergab zudem, dass globale Schocks die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln in hoch verschuldeten Ländern stärker treffen. In hoch verschuldeten Ländern, so die Schlussfolgerung der Bank, werden gesunde Lebensmittel schwerer bezahlbar, wenn die Weltwirtschaft unter Druck steht.
Großbritanniens Vorstoß für einen neuen Schuldenpakt
Premierminister Andy Burnham hat Gordon Brown, einen früheren Labour-Premierminister, damit beauftragt, vor der britischen G20-Präsidentschaft im kommenden Jahr zu prüfen, ob Änderungen am globalen Schuldensystem machbar sind. Burnham hat dieses Bemühen mit der Aufarbeitung der Sklaverei verknüpft, und die Regierung will während dieser Präsidentschaft einen „neuen Vorstoß in der Schuldenfrage“ vorantreiben. Außenminister Ed Miliband legte im Oktober 2026 in einer Rede bei den Jahrestagungen des IWF in Bangkok Pläne für einen „neuen Deal“ für hoch verschuldete Länder vor. Dieses Paket dürfte den Einsatz der Bilanzen der Weltbank und anderer multilateraler Entwicklungsbanken vorsehen, um zusätzliche Finanzmittel freizusetzen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Bloomberg BusinessÄrmere Nationen stehen vor den höchsten Schuldenkosten seit 1989, sagt die WeltbankPoorer Nations Face Highest Debt Costs Since 1989, World Bank Says · Original auf Englisch
- Wirtschafts WocheWeltbank: Auslandsschulden der Entwicklungsländer steigen auf Rekord
- The GuardianSchulden der ärmsten Länder auf Rekordhoch von 9,4 Billionen Dollar, zeigen Daten der WeltbankDebt of poorest countries at record $9.4tn high, World Bank data shows · Original auf Englisch
- Haishan Fu
- Weltbank-Funktionärin, die zu den Ergebnissen des Internationalen Schuldenberichts zitiert wird
- Andy Burnham
- Britischer Premierminister, der Gordon Brown berief und den Schuldenvorstoß mit der Aufarbeitung der Sklaverei verknüpfte
- Gordon Brown
- Früherer Labour-Premierminister, der mit der Prüfung von Änderungen am globalen Schuldenregime beauftragt wurde
- Ed Miliband
- Britischer Außenminister, der bei den IWF-Tagungen in Bangkok einen neuen Deal für hoch verschuldete Länder vorstellte
- Orte
- Bangkok, Entwicklungsland
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