
16-jähriger Ex-Schüler greift zwei Mädchen in Schongauer Schule an; schnelles Eingreifen von Mitschülern und Lehrern rettet angeblich Leben
Ein 16-jähriger Ex-Schüler hat am Mittwoch am Welfen-Gymnasium in Schongau (Bayern) mit einer Pistole und einem Messer zwei 13-jährige Mädchen verletzt. Lehrer und Polizei überwältigten ihn innerhalb von 17 Minuten, und die Erste-Hilfe-Maßnahmen der Mitschüler haben vermutlich einen Todesfall verhindert.
Was geschah
Um 12:50 Uhr am 8. Juli wurde am Welfen-Gymnasium in Schongau (Oberbayern) ein Alarm ausgelöst. Ein 16-jähriger Ex-Schüler näherte sich der Schule mit einer Pistole, feuerte einen Schuss ab, der niemanden traf, dann versagte die Waffe. Er zog ein Messer und griff zwei 13-jährige Schülerinnen an, die schwere Verletzungen erlitten. Lehrer und eintreffende Polizisten überwältigten ihn rund 17 Minuten nach der ersten Alarmierung. Der Tatverdächtige, ein kroatischer Staatsangehöriger, wurde in Untersuchungshaft genommen.
- Alarm am Welfen-Gymnasium ausgelöst
- Tatverdächtiger feuert einen Schuss ab, Pistole klemmt
- Tatverdächtiger greift zwei Mädchen mit einem Messer an
- Lehrer und Polizei überwältigen den Angreifer
Der Tatverdächtige
Ermittlungen ergaben, dass der Jugendliche während seiner Zeit am Gymnasium zweimal vorübergehend vom Unterricht ausgeschlossen worden war. Nach zahlreichen Gesprächen mit seinen Eltern, Lehrern, Schulpsychologen und anderen Fachleuten wurde er abgemeldet und an einer anderen Schule angemeldet. Er befand sich in psychiatrischer Behandlung, lebte bei seinen Eltern und war den Behörden bereits bekannt: Im Jahr 2025 ermittelte die Staatsanwaltschaft München II gegen ihn wegen Bedrohung von Mitschülern und Verherrlichung von Schulmassakern in sozialen Medien, doch es gab zu diesem Zeitpunkt keine Haftgründe. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bezeichnete ihn als EU-Bürger ohne Fluchthintergrund und sagte, die Ermittler gingen von einer psychischen Ausnahmesituation aus.
Wir gehen von einer Amoktat eines Einzeltäters aus.
Opfer und Lebensretter
Die beiden 13-jährigen Opfer, die als Zufallsopfer beschrieben werden, wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, sind aber inzwischen außer Lebensgefahr. Mitschüler alarmierten sofort den Rettungsdienst, rissen sich ihre eigenen Hemden vom Leib, um sie als Druckverbände zu verwenden, und holten Erste-Hilfe-Kästen aus ihren Autos und dem Krankenzimmer der Schule.
Die ersten haben sofort den Rettungsdienst und die Polizei gerufen. Meine Mitschüler – ich habe natürlich auch geholfen – haben sich die Hemden und T-Shirts vom Leib gerissen und sie als Druckverbände benutzt, um die Blutung zu stillen. Mit voller Kraft draufgedrückt.
Bayerns Kultusministerin Anna Stolz, die die Schule am Donnerstag besuchte, sagte, ein Mädchen wäre ohne diese Hilfe sehr wahrscheinlich verblutet, und bezeichnete die Schüler sowie zwei Lehrer, die den Angreifer überwältigten, als „echte Helden“.
Eines der Mädchen wäre ohne diese Hilfe sehr wahrscheinlich verblutet. Damit haben sie ihr wahrscheinlich das Leben gerettet. Das sind für mich echte Helden.
Reaktion und Nachwirkungen
Rund 160 Einsatzkräfte waren vor Ort, sechs Rettungshubschrauber wurden eingesetzt. Kriseninterventionsteams begannen mit der psychologischen Betreuung von Schülern und Lehrkräften. Kultusministerin Stolz sagte der Schulfamilie jede erdenkliche Unterstützung zu, darunter zusätzliches Personal im kommenden Schuljahr. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach sein Mitgefühl aus und sagte, eine solche Tat reiße „viele unsichtbare Wunden“. Der Tatverdächtige soll einem Haftrichter vorgeführt werden; die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen ihn wegen versuchten Mordes.


