
Spaniens schulpflichtige Bevölkerung wird bis 2041 um 13,7 % schrumpfen – Geburtenrate auf Rekordtief
Ein neuer Bericht prognostiziert einen Rückgang der Altersgruppe der 6- bis 24-Jährigen um 13,7 %, verursacht durch eine Geburtenrate von nur 1,10 Kindern pro Frau – der zweitniedrigsten in der EU.
Spanische Geburtenrate auf historischem Tief
Die spanische Geburtenrate fiel im Jahr 2024 auf 1,10 Kinder pro Frau, den zweitniedrigsten Wert in der EU nach Malta (1,01), so Daten von Eurostat und dem INE. Der EU-Durchschnitt lag bei 1,34, alle Mitgliedstaaten blieben unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1. Frankreich führte mit 1,61, während Portugal 1,39 verzeichnete. 2024 wurden in Spanien 318.005 Geburten registriert – der niedrigste Wert in der INE-Zeitreihe, obwohl 2025 einen leichten Anstieg auf 321.164 (+1 %) brachte, den ersten jährlichen Anstieg seit einem Jahrzehnt. Die natürliche Bevölkerungsbilanz war mit -117.000 negativ, das Wachstum ist inzwischen vollständig von Zuwanderung abhängig.
- Spanien
- 1.1 Kinder pro Frau
- Malta
- 1.01 Kinder pro Frau
- Frankreich
- 1.61 Kinder pro Frau
- Irland
- 1.47 Kinder pro Frau
- Dänemark
- 1.47 Kinder pro Frau
- Portugal
- 1.39 Kinder pro Frau
- EU-Durchschnitt
- 1.34 Kinder pro Frau
Schulpflichtige Bevölkerung schrumpft um 1,3 Millionen
Ein Bericht der BBVA-Stiftung und des Valencianischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Ivie) prognostiziert, dass die Bevölkerung im Alter von 6 bis 24 Jahren zwischen 2026 und 2041 um 13,7 % sinken wird – ein Verlust von 1,32 Millionen potenziellen Schülern. Der Rückgang ist nicht einheitlich: Die Grundschule wird bis 2035 einen Rückgang von 14,5 % verzeichnen, bevor sich die Lage stabilisiert, während die Sekundarstufe I (ESO) um 20,3 % und die Sekundarstufe II um 23,7 % schrumpfen wird. Die Hochschulbildung wird mit 8,7 % moderater zurückgehen, der Abschwung beginnt dort nach 2032.
- Extremadura
- 23.1 %
- Kantabrien
- 22.8 %
- Galicien
- 19.4 %
- Murcia
- 10 %
- Balearen
- 8.6 %
- Valencianische Gemeinschaft
- 5 %
Regionale Unterschiede erfordern maßgeschneiderte Antworten
Die Auswirkungen variieren stark je nach Region. In Extremadura droht ein Rückgang der schulpflichtigen Bevölkerung um 23,1 %, in Kantabrien um 22,8 % und in Galicien um 19,4 %. Im Gegensatz dazu wird die valencianische Gemeinschaft nur 5 % verlieren, die Balearen 8,6 % und Murcia 10 %. Der Bericht betont, dass pauschale nationale Maßnahmen nicht ausreichen; die Planung muss die lokalen demografischen Entwicklungen berücksichtigen.
Pensionierungswelle von Lehrkräften eröffnet Spielraum für Umstrukturierung
Die Lehrerschaft altert rasant. An öffentlichen Universitäten liegt das Durchschnittsalter bei 49,5 Jahren, 18,7 % sind 60 Jahre oder älter. In der Sekundarstufe II sind 35 % der Lehrkräfte über 50. Der Bericht sieht in dieser Pensionierungswelle eine Chance, Humanressourcen umzuverteilen, anstatt jede Stelle automatisch nachzubesetzen.
Das System wird sich mit der Pensionierung vieler Lehrkräfte auseinandersetzen und überlegen müssen, wie es darauf reagiert. Es ist eine Chance, ein Moment der Flexibilität. Das Angebot an Stellen und die Nachfrage müssen sich anpassen, Schritt halten. Wir werden uns fragen müssen, ob es notwendig ist, sie zu ersetzen oder nicht.
Ausgabendruck und Argumente für personalisierte Bildung
Die öffentlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Bildung variieren stark: 11.347 € für die Universität, 5.806 € für die Sekundarstufe II und Berufsbildung sowie 4.720 € für die Elementar- und Grundschule. Der Bericht argumentiert, dass der demografische Rückgang den Ressourcendruck verringern könnte, warnt aber davor, einfach die Budgets zu kürzen. Stattdessen fordert er, die Einsparungen in eine stärker personalisierte Bildung, kleinere Klassengrößen und gezielte Unterstützung dort zu reinvestieren, wo die Einschreibungen am stärksten zurückgehen.


