
Schüler blockieren Schulen in Lüttich und Frankreich aus Protest gegen Personalmangel
Gymnasiasten und Studierende blockierten am Donnerstag in Lüttich und mehreren französischen Städten Bildungseinrichtungen, um gegen Personalmangel zu protestieren und mehr Mittel für die Bildung zu fordern.
Proteste legen Schulen in Lüttich lahm
Am Morgen des Donnerstags, 1. Oktober 2026, errichteten Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen spontane Blockaden in der gesamten Provinz Lüttich. Die Proteste betrafen rund zehn Bildungseinrichtungen, darunter das Athénée de Fragnée, die École Saint-Laurent, Saint-Sépulcre und die École Marie-Thérèse an der Rue Hors-Château sowie Standorte in Ans, Esneux und Visé. Die Demonstrierenden zündeten E-Scooter an und warfen Gegenstände, darunter Feuerwerkskörper, Eier, Äpfel und Straßenabsperrungen. Die örtliche Polizei griff ein, um die Unruhen unter Kontrolle zu bringen, und meldete erhebliche Sachschäden, die sich auf das Viertel Hors-Château konzentrierten. Die Schülerinnen und Schüler nannten vier Kernforderungen: kleinere Klassen, ausreichend Lehrpersonal, direkte Gespräche mit Schülerinnen, Schülern und Eltern sowie einen bezahlbaren Zugang zur Schule, dazu die Ablehnung höherer Studiengebühren in der Hochschulbildung.
In einigen Schulen gibt es den Wunsch, den ganzen Tag zu bleiben. In anderen Einrichtungen gab es ein oder zwei Stunden Aktion, bevor die Schülerinnen und Schüler in die Gebäude zurückkehrten. Andere Schulen könnten jedoch folgen und morgen übernehmen.
Französische Universitäten schließen sich landesweiten Gymnasialprotesten an
Ähnliche Unruhen weiteten sich am Donnerstag in ganz Frankreich aus, als sich Universitätsstandorte den Blockaden an weiterführenden Schulen anschlossen, die in der Vorwoche in den Pariser Vororten begonnen hatten. Nach Angaben der Studierendengewerkschaft Union étudiante blockierten am Donnerstagmorgen rund 30 Universitätsfakultäten die Eingänge, darunter Standorte in Paris, Straßburg, Marseille, Lyon 2, Reims, Poitiers und Nanterre, was einige Einrichtungen dazu veranlasste, auf Fernunterricht umzustellen. Gymnasien in Paris, Marseille, Straßburg und Rennes waren betroffen; vor dem Lycée Bréquigny, dem größten Gymnasium der Bretagne, versammelten sich Menschenmengen. Im Département Rhône meldete die Präfektur, dass bis 08:30 Uhr am Donnerstag 27 Bildungseinrichtungen, darunter fünf Mittelschulen, von Protestaktionen betroffen waren. Schülerinnen und Schüler in ganz Frankreich nannten volle Stundenpläne und nicht ersetzte Vertretungslehrkräfte als Hauptgründe für ihre Schulstreiks.
Man hört uns nicht zu, wir sind gezwungen, auf die Straße zu gehen. Wir haben einen Stundenplan von 8 bis 18 Uhr, der schwer zu ertragen ist, wir können dieses Tempo nicht durchhalten, es gibt Lehrkräfte, die nicht ersetzt werden, es gibt sogar eine Klasse, die keinen Klassenlehrer hat.
Zusammenstöße, Verletzte und polizeiliche Ermittlungen
Aus den Aufzeichnungen der französischen Regierung geht hervor, dass am Dienstag, 29. September, 338 weiterführende Schulen von Protestaktionen betroffen waren und die Zahl am Mittwoch, 30. September, auf 356 Einrichtungen stieg. Spannungen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften führten an mehreren französischen Orten zu körperlichen Verletzungen. In Tours erlitt ein junger Demonstrant am Mittwoch Kopfverletzungen und musste im Krankenhaus behandelt werden; die Wunden seien nach Einschätzung der örtlichen Staatsanwaltschaft mit dem Einschlag eines Gummigeschosses vereinbar. Die französische Polizeiaufsichtsbehörde IGPN leitete drei separate Untersuchungen zu Verletzungen von Schülerinnen und Schülern ein, die bei Blockaden von Schuleingängen entstanden waren. Der Vorsitzende der Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne verurteilte das Vorgehen der Polizei und verglich die Taktik mit Methoden der Mengenkontrolle, die bei früheren Demonstrationen eingesetzt wurden.
- 2026-09-29
- 338 Schulen
- 2026-09-30
- 356 Schulen
Reaktionen der Regierungen und Reformdebatte
Die Behörden beider Länder reagierten auf die Störungen und versuchten zugleich, den Anliegen der Schülerinnen und Schüler Rechnung zu tragen. In Frankreich kündigte Bildungsminister Édouard Geffray am Mittwoch die Einrichtung einer Online-Konsultationsplattform an, auf der Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen Rückmeldungen zu den Bedingungen an ihren Schulen abgeben können. In Belgien kritisierten Regierungsvertreter die Methoden der Aktionen in Lüttich. Der belgische Bildungsminister erklärte in den sozialen Medien, keine aktuelle Politik habe die Aufsicht über die Schülerinnen und Schüler verringert, und verwies darauf, dass zusätzliche Mittel für leistungsschwächere Kinder bereitgestellt worden seien. Der belgische Innenminister beschuldigte Aktivistenorganisationen, Jugendliche zu manipulieren und Unruhe zu schüren, und verwies auf Ausschreitungen, bei denen am 4. Juni am Regionalparlament in Namur Sachschaden entstand.
- Schülerdemonstration in Namur führt zu Sachschaden am Regionalparlament
- Das französische Innenministerium zählt 338 von Protesten betroffene weiterführende Schulen
- Proteste weiten sich auf 356 französische Schulen aus, ein Schüler wird in Tours verletzt
- Schüler blockieren zehn Schulen in Lüttich, während sich dreißig französische Universitäten den Aktionen anschließen


