Letzte verletzte Schülerin nach Schulangriff in Schongau entlassen; Extremismusermittlungen dauern an
Einen Monat nachdem ein 16-Jähriger an einem bayerischen Gymnasium Mitschüler mit einem Messer und einer Pistole angriff, hat die letzte verletzte Schülerin das Krankenhaus verlassen. Die Ermittler verfolgen ein extremistisches Motiv und die Herkunft der Waffe aus dem Darknet.
Angriff und unmittelbare Reaktion
Am Morgen des 8. Juli griff ein 16-jähriger Schüler mit einem Messer und einer Pistole Mitschüler an einem Gymnasium in Schongau, einer Stadt in Oberbayern, an. Er stach auf zwei 13-jährige Mädchen ein und feuerte mindestens einen Schuss aus der Pistole ab, bevor die Waffe versagte und blockierte. Während Lehrkräfte und eintreffende Polizeibeamte den Angreifer überwältigten, leisteten andere Schüler den Verletzten Erste Hilfe. Dieser schnelle Eingriff rettete nach Angaben der Ermittler wahrscheinlich das Leben eines der Mädchen, das schwere Verletzungen erlitten hatte. Der Tatverdächtige wurde am Tatort festgenommen; ein Messer, die Pistole und Munition wurden als Beweismittel sichergestellt.
Ermittlungen und extremistisches Motiv
Der Tatverdächtige, ein 16-jähriger kroatischer Staatsangehöriger, befindet sich seit dem Tag des Angriffs in Untersuchungshaft. Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt unter anderem wegen versuchten Mordes. Bereits früh in den Ermittlungen fanden die Behörden nach eigenen Angaben Hinweise auf ein extremistisches Motiv. Ein zentrales Beweisstück ist ein Brief, von dem die Ermittler annehmen, dass ihn der Tatverdächtige verfasst haben könnte. Aufgrund der möglichen extremistischen Dimension wurde der Fall an die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) übergeben, eine Spezialeinheit der Staatsanwaltschaft.
Waffenherkunft und rechtliche Konsequenzen
Wie der Jugendliche an die Pistole gelangte, bleibt eine zentrale Frage. Nach dpa-Informationen gab der Tatverdächtige bei Vernehmungen an, die Waffe im Darknet gekauft zu haben. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Hersteller der Schusswaffe rechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann.
Dem Hersteller würde ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.
Eine Sprecherin wollte sich mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht weiter äußern.
Genesung und Anerkennung
Beide schwer verletzten Mädchen haben das Krankenhaus inzwischen verlassen. Das erste 13-jährige Mädchen wurde im Laufe des Juli entlassen; das zweite wurde am 4. August entlassen, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Keine anderen Opfer benötigten eine weitere stationäre Behandlung. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der die Schule nach dem Angriff besuchte, lobte öffentlich den Mut der Schüler und Mitarbeiter, die eingegriffen hatten. Er deutete an, dass der Staat sie offiziell ehren werde.
Rettungsmedaillen oder etwas Ähnliches.
- 8. Juli: 16-Jähriger greift Schüler mit Messer und Pistole am Gymnasium Schongau an; ein Schuss abgegeben, bevor die Pistole blockiert.
- Lehrkräfte und Polizei überwältigen den Tatverdächtigen; Mitschüler leisten Erste Hilfe und retten einem Mädchen das Leben.
- Juli: Ein schwer verletztes 13-jähriges Mädchen wird aus dem Krankenhaus entlassen.
- 4. August: Das zweite schwer verletzte 13-jährige Mädchen wird entlassen; keine Verletzten mehr im Krankenhaus.


