Berliner Polizei-Sondereinheiten nehmen über 50 Verdächtige bei Schlag gegen Schusswaffengewalt fest
Berlins Polizei und Staatsanwaltschaft haben mehr als 50 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen und 68 Haftbefehle erlassen, im Rahmen eines koordinierten Schlags gegen Schusswaffengewalt, an dem organisierte Kriminalitätsnetzwerke beteiligt sind.
Sondereinheiten Ferrum und Telum
Berlins Polizei und Staatsanwaltschaft haben koordinierte Sonderteams eingesetzt, um die Schusswaffengewalt in der deutschen Hauptstadt zu bekämpfen, wo kriminelle Netzwerke zunehmend Schusswaffen zur Einschüchterung und Erpressung einsetzen. Die Polizeieinheit "Ferrum" (lateinisch für "Eisen"), die beim Landeskriminalamt (LKA) angesiedelt ist, hat rund neun Monate nach ihrer Gründung über 600 Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Im Zuge dieser Einsätze haben die Beamten mehr als 3.800 Fahrzeuge und 866 Räumlichkeiten oder Geschäfte in der ganzen Stadt überprüft. Bei den Maßnahmen wurden rund 280 Menschen vorübergehend festgenommen.
Die staatsanwaltschaftliche Gegeneinheit "Telum" (lateinisch für "Angriffswaffe") wurde als Reaktion auf Ferrum eingerichtet, um den Kampf gegen die organisierte Kriminalität (in der deutschen Strafverfolgung als "OK" bekannt) zu verstärken. Beide Gruppen arbeiten eng zusammen. Rund fünf Monate nach ihrer Gründung hatte Telum bis zum 4. August 197 Fälle erhalten, in elf davon wurde Anklage erhoben. Die beiden Einheiten arbeiten Hand in Hand, wobei Ferrum die Ermittlungen auf polizeilicher Ebene durchführt und Telum die staatsanwaltschaftliche Seite der Verfahren übernimmt.
- Einheit Ferrum zur Bekämpfung von Schusswaffengewalt beim LKA Berlin gegründet
- Einheit Telum als Reaktion auf Ferrum bei der Staatsanwaltschaft eingerichtet
- Telum hat 197 Fälle erhalten; 11 Anklagen erhoben
- 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen im Jahr 2026 registriert
- 68 Haftbefehle erlassen; mehr als 50 Verdächtige in Haft
Festnahmen und laufende Fahndungen
Mehr als 50 Verdächtige wurden in Untersuchungshaft genommen, und die Behörden haben bis zum 13. August insgesamt 68 Haftbefehle erlassen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Suche nach weiteren mutmaßlichen Tätern dauere an. Die Einsätze richten sich gegen kriminelle Netzwerke, die Schusswaffen zur Einschüchterung nutzen, wobei Schüsse als Druckmittel und Schutzgelder als Geschäftsmodell dienen. Die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft wollen den Druck auf diese Netzwerke durch den kontinuierlichen Einsatz der Sonderteams und die großflächigen Kontrollen von Fahrzeugen und Räumlichkeiten erhöhen. Thorsten Cloidt, Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft, schilderte das Vorgehen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Wir versuchen, so viele Menschen wie möglich aus dem Verkehr zu ziehen und in die Strukturen einzudringen.
Zunehmende Schusswaffengewalt
Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den letzten Jahren laut Behörden drastisch verschlechtert. Die Berliner Polizei verzeichnete im Jahr 2025 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch, eine Zahl, die sowohl Drohungen ohne abgegebene Schüsse als auch Vorfälle mit Schussabgabe umfasst. Das entspricht einem Anstieg von 68 % gegenüber 2024. Im Jahr 2026 hatte die Polizei bis zum 5. August bereits 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen registriert.
- Überprüfte Fahrzeuge
- 3800
- Überprüfte Räumlichkeiten
- 866
- Vorübergehend Festgenommene
- 280
- Ermittlungen (Ferrum)
- 600
- Erhaltene Fälle (Telum)
- 197
- Haftbefehle
- 68
Die 1.119 Fälle im Jahr 2025 umfassen die gesamte Bandbreite der Vorfälle im Zusammenhang mit Schusswaffen, von abgegebenen Schüssen bis hin zu als Drohung gezeigten Waffen. Der Anstieg von 68 % gegenüber dem Vorjahr ist Teil der starken Verschlechterung, die zur Schaffung der beiden Sondereinheiten führte. Die 62 im Jahr 2026 registrierten Fälle betreffen speziell scharfe Schusswaffen und zeigen, dass die Gewalt auch im laufenden Jahr andauert. Die großflächigen Kontrollen von mehr als 3.800 Fahrzeugen und 866 Räumlichkeiten spiegeln die Breite der polizeilichen Reaktion wider. Die 68 Haftbefehle und mehr als 50 in Untersuchungshaft sitzende Verdächtige sind die bislang sichtbarsten Ergebnisse der Operation, wobei die Behörden darauf hinwiesen, dass im Zuge der laufenden Ermittlungen und der Suche nach weiteren Verdächtigen mit weiteren Festnahmen zu rechnen sei. Die 280 während der Kontrollen vorübergehend festgenommenen Menschen, zusammen mit den mehr als 50 nun in Untersuchungshaft Befindlichen, spiegeln das Ausmaß der Durchsetzungsbemühungen wider.


