
Drei Tote, darunter Tatverdächtiger, bei Schießerei in Lebensmittelgeschäft in jüdischem Viertel von Montreal
Bei einer Schießerei in einem Lebensmittelgeschäft im Montrealer Stadtteil Côte-des-Neiges kamen am 22. Juni drei Menschen ums Leben, darunter der mutmaßliche Angreifer und ein Polizeibeamter. Das Gebiet, Heimat einer großen jüdischen Gemeinde, wurde abgeriegelt, während die Polizei reagierte.
Der Vorfall
Gegen 11:30 Uhr Ortszeit am 22. Juni gingen bei der Polizei von Montreal Meldungen über eine bewaffnete Person im Gebiet Côte-des-Neiges in der Nähe der Kreuzung des Decarie Boulevard und der Courtrai Avenue ein. Augenzeugen berichteten, 20 bis 30 Schüsse gehört zu haben. Ein bewaffneter Mann, der von einigen als Tarnkleidung tragend beschrieben wurde, eröffnete das Feuer und traf Beamte, die am Tatort eintrafen. Der Verdächtige verschanzte sich dann in einem Lebensmittelgeschäft.
Opfer
Der Angriff forderte drei Todesopfer. Die Polizei bestätigte, dass einer ihrer Beamten seinen Verletzungen erlag, und der Verdächtige wurde ebenfalls getötet. Ein zweiter Beamter und ein Zivilist wurden verletzt, wobei der Zustand des Beamten als ernst beschrieben wurde. Die Behörden identifizierten die Opfer oder den Täter zunächst nicht.
Abriegelung und Ausgangssperre
Nach der Schießerei gab die Polizei eine Notfallwarnung heraus, in der die Bewohner aufgefordert wurden, in ihren Häusern zu bleiben, Türen und Fenster abzuschließen und sich von Glasflächen fernzuhalten. Ein großes Gebiet, begrenzt durch die Côte-des-Neiges Road, die MacDonald Street, die Autobahn 40 und die Queen Mary Road, wurde abgeriegelt. Der öffentliche Nahverkehr wurde unterbrochen, nahe gelegene Metrostationen, darunter Namur, wurden vorübergehend geschlossen und ein Abschnitt der Decarie-Schnellstraße gesperrt.
Nachbarschaft und mögliches Motiv
Côte-des-Neiges ist eines der wichtigsten jüdischen Viertel Montreals und beherbergt koschere Restaurants, ein Chabad-Zentrum und jüdische Gemeindezentren. Mehrere israelische Medien haben über ein antisemitisches Motiv spekuliert, doch die Polizei hat bisher keine Einzelheiten zum Hintergrund des Verdächtigen oder zum Motiv bekannt gegeben. Die Ermittler arbeiten noch daran, den Tathergang zu rekonstruieren.
Zeugenreaktionen
Anwohner berichteten von Panik und Verwirrung. Ein Zeuge sagte gegenüber CTV News:
Andere berichteten, wie sie Menschen mit Kindern aus Parks fliehen sahen, als taktische Einheiten das Gebiet überfluteten.Es ist eine normalerweise ruhige und familienfreundliche Nachbarschaft, umgeben von Schulen. Wir sind alle geschockt.


