
35-Jähriger auf Sardinien erschossen, 61-jähriger Tatverdächtiger nach Drogenstreit in Santadi festgenommen
Daniele Cacciarru, ein 35-jähriger Arbeitsloser, wurde am frühen Freitagmorgen in Santadi durch einen Schrotschuss in Brust und Gesicht getötet. Ein 61-jähriger Mann wird von den Carabinieri vernommen, nachdem er angeblich selbst die Polizei gerufen hatte, um die Schießerei zu melden.
Die Schießerei in Barrancu Mannu
Schüsse durchbrachen am Freitag die frühmorgendliche Stille auf dem sardischen Land, als Daniele Cacciarru (35) in der ländlichen Ortschaft Barrancu Mannu am Rande von Santadi, einer Stadt mit knapp über 2.000 Einwohnern etwa 60 Kilometer von Cagliari entfernt, durch Schüsse in Brust und Gesicht getötet wurde. Der Alarm wurde gegen 7:30 Uhr ausgelöst, obwohl einige Berichte darauf hindeuten, dass sich der Vorfall in der Nacht ereignete. Die Rettungskräfte trafen ein und stellten fest, dass das Opfer bereits tot war. Der 35-Jährige, arbeitslos und ursprünglich aus Carbonia, hatte zuletzt in Portoscuso gelebt.
Der Tatverdächtige habe den Ermittlern angeblich gesagt, er habe sich gegen einen Angriff verteidigt, dass er vom Opfer bedroht worden sei.
Ein drogenbedingter Streit
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tötung der Höhepunkt eines Streits im Zusammenhang mit Drogenkonsum und -handel war. Das Opfer traf in Begleitung von zwei weiteren Personen auf dem Grundstück des 61-Jährigen ein, um eine Rechnung zu begleichen. Ein heftiger Streit brach aus, der schnell in die tödliche Schießerei eskalierte. Die Staatsanwaltschaft unter der Leitung von Daniele Caria behandelt den Fall als Tötungsdelikt im Rahmen einer Auseinandersetzung um Rauschgift.
- Opfer trifft mit zwei Begleitern auf dem Grundstück des Tatverdächtigen ein, Streit bricht aus
- Schüsse fallen; Nachbarn rufen 112, Tatverdächtiger ruft Carabinieri an und gesteht
- Rettungssanitäter 118 treffen ein und stellen den Tod des 35-Jährigen am Tatort fest
- Carabinieri und RIS-Forensikteam sichern den Bereich; Tatverdächtiger in der Kaserne vernommen
Die Darstellung des Tatverdächtigen
Der 61-jährige Tatverdächtige selbst rief die Carabinieri an, um zu melden, dass er den jüngeren Mann erschossen habe. Er präsentierte eine Version der Notwehr und behauptete, das Opfer habe ihn bedroht. Kritischerweise wurde die Waffe, ein Jagdgewehr, bei seiner Festnahme nicht der Polizei übergeben. Auch Nachbarn wählten nach den Schüssen den Notruf 112 und bestätigten damit den zeitlichen Ablauf der Schießerei. Der Mann bleibt in der Kaserne, wo seine Aussage überprüft wird.
Forensische Untersuchung im Gange
Spezialisten der RIS-Einheit der Carabinieri in Cagliari wurden zum Tatort entsandt, um forensische Untersuchungen durchzuführen. Der Bereich wurde abgesperrt, um eine detaillierte Rekonstruktion des Verbrechens zu ermöglichen. Die Carabinieri von Carbonia und das Provinzkommando koordinieren die Zeugenbefragungen. Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich in den kommenden Stunden über formelle Haftmaßnahmen entscheiden.
Hinter dem Tötungsdelikt im Morgengrauen steckte ein Streit, das besondere Detail, an dem die Carabinieri arbeiten.
Anklageerhebung steht aus
Formelle Anklagen wurden noch nicht erhoben. Die Staatsanwaltschaft in Cagliari wartet auf die Ergebnisse des forensischen Berichts und den Abschluss der Vernehmung des Tatverdächtigen, bevor sie einen Haftbefehl erlässt. Die Ermittlungen laufen, um genau zu klären, ob es sich bei der Schießerei um Mord handelt oder ob Elemente der Notwehr vorliegen, wie von dem festgenommenen 61-Jährigen behauptet.

