
Eva Marie Saint, Oscar-Preisträgerin aus „Die Faust im Nacken“, stirbt mit 102 Jahren
Die Hollywood-Darstellerin, die an der Seite von Marlon Brando und Cary Grant spielte und später eine jahrzehntelange Fernsehkarriere aufbaute, starb eines natürlichen Todes in ihrem Haus in Los Angeles.
Leinwanddebüt und Oscar
Eva Marie Saint, die für ihr Filmdebüt in „Die Faust im Nacken“ (1954) mit einem Academy Award ausgezeichnet wurde und in Alfred Hitchcocks Thriller „Der unsichtbare Dritte“ (1959) die Hauptrolle spielte, starb am 6. Oktober 2026 in ihrer Wohnung in Los Angeles im Alter von 102 Jahren. Ihr Tod durch natürliche Ursachen wurde in Erklärungen eines Familienvertreters und des Publizisten Jeff Sanderson bestätigt. Saint war eine der letzten noch lebenden Darstellerinnen aus der Studio-Ära der 1950er Jahre und die älteste noch lebende Oscar-Preisträgerin.
Regisseur Elia Kazan entdeckte Saint, nachdem er 1953 ihre Broadway-Vorstellung in Horton Footes „The Trip to Bountiful“ gesehen hatte. Er besetzte sie als Edie Doyle an der Seite von Marlon Brando in „Die Faust im Nacken“, einer Produktion, die acht Academy Awards aus zwölf Nominierungen erhielt. Für ihre Darstellung der Doyle, der Liebesinteresse des Hafenarbeiters Terry Malloy, erhielt Saint 1955 den Academy Award als beste Nebendarstellerin.
Hitchcock und die Studiofilme
Nach ihrem ersten Leinwanderfolg übernahm Saint eine Reihe von Rollen in unterschiedlichen Genres. 1959 besetzte Alfred Hitchcock sie an der Seite von Cary Grant in „Der unsichtbare Dritte“ als Eve Kendall, eine verdeckt operierende Geheimagentin. Die Produktion enthielt Szenen auf den Präsidentenköpfen des Mount Rushmore und begründete ihren Ruf für komplexe Charakterdarstellungen. Saint erklärte in einem Fernsehinterview, sie habe dazu beigetragen, die Rolle zu bekommen, indem sie zu ihrem ersten Mittagessen mit Hitchcock beige und weiße Handschuhe trug.
Zu ihren Filmarbeiten der 1950er und 1960er Jahre gehörten Hauptrollen an der Seite von Montgomery Clift und Elizabeth Taylor in „Das Land des Regenbaums“ (1957), ein Auftritt in Fred Zinnemanns Drama „A Hatful of Rain“ und eine Hauptrolle neben Paul Newman in Otto Premingers Verfilmung von „Exodus“ (1960). Sie arbeitete außerdem mit Gregory Peck in „The Stalking Moon“ (1968), mit Yves Montand in „Grand Prix“ (1966) und mit Bob Hope in „That Certain Feeling“.
- Abschluss an der Bowling Green State University
- Broadway-Auftritt in „The Trip to Bountiful“
- Filmdebüt in „Die Faust im Nacken“ an der Seite von Marlon Brando
- Gewinnt den Academy Award als beste Nebendarstellerin
- Spielt Eve Kendall in Alfred Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“
- Gewinnt den Primetime Emmy Award für die Miniserie „People Like Us“
- Verkörpert Martha Kent in „Superman Returns“
- Stirbt im Alter von 102 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles
Wechsel zum Fernsehen und späte Karriere
Als die Filmangebote in den 1970er Jahren nachließen, verlagerte Saint ihre Karriere auf Fernsehproduktionen und trat in Dutzenden von Projekten auf. Mitte der 1980er Jahre spielte sie die Mutter der Figur von Cybill Shepherd in der Detektivserie „Moonlighting“. 1990 erhielt sie einen Primetime Emmy Award für ihre Nebenrolle als unnachgiebige Society-Dame in der NBC-Miniserie „People Like Us“, die nach einem Roman von Dominick Dunne entstand.
Saint nahm auch in ihren späteren Jahren weiter Filmprojekte an. Sie trat in Wim Wenders’ „Don’t Come Knocking“ (2005) an der Seite von Jessica Lange und Sam Shepard auf, spielte eine Rolle in „Because of Winn-Dixie“ (2005) und verkörperte Martha Kent, die Adoptivmutter von Superman, in Bryan Singers Film „Superman Returns“ (2006). Zu ihren späteren Credits gehörte auch ein Cameo-Auftritt in „Winter’s Tale“ (2014).
Herkunft und frühe Bühnenkarriere
Saint wurde am 4. Juli 1924 in Newark, New Jersey, in eine Quäker-Familie geboren, schloss 1946 ihr Studium an der Bowling Green State University ab und wechselte anschließend als NBC-Page in den New Yorker Rundfunk. Sie arbeitete in frühen Live-Fernsehspielen, darunter 1950 in „Buck Rogers“ als Lt. Wilma Deering, und erhielt 1955 zwei Emmy-Nominierungen für Auftritte in „Middle of the Night“ und „Our Town“. Während ihrer Bühnenkarriere diente die Schauspielerin Lillian Gish als frühe professionelle Mentorin und gab ihr Ratschläge für ein langes Berufsleben.
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