
Polnischer Schauspieler Jan Frycz im Alter von 72 Jahren gestorben – Karriere mit fast 200 Rollen
Der polnische Bühnen- und Filmschauspieler Jan Frycz, der fast 200 Rollen verkörperte und drei Eagle Awards gewann, starb am 15. August 2026 im Alter von 72 Jahren. Das Teatr Narodowy in Warschau teilte mit, dass er bis zu seiner letzten Woche beruflich aktiv war.
Tod und Bekanntgabe
Jan Frycz, einer der bedeutendsten polnischen Bühnen- und Filmschauspieler, starb am 15. August 2026 in seinem Familienkreis, umgeben von seinen engsten Angehörigen. Er wurde 72 Jahre alt. Die Nachricht wurde am 17. August vom Teatr Narodowy in Warschau in einem Facebook-Beitrag bekannt gegeben. Frycz war in zwei Phasen mit dem Nationaltheater verbunden: von 1982 bis 1983 und erneut ab 2006. Die Familie bittet darum, von Beileidsbekundungen abzusehen; der Termin der Beerdigung wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Bis zur letzten Woche aktiv
Trotz einer schweren Krankheit, die ihn seit mehreren Jahren begleitete, blieb Frycz bis wenige Tage vor seinem Tod beruflich aktiv. In der Vorwoche hatte er mit den Proben für eine Inszenierung der „Oresteja“ unter der Regie von Luka Perceval am Teatr Narodowy begonnen. Im Mai 2026 erhielt er den Schauspielpreis bei den 66. Kalischer Theatertreffen, dem Festival der Schauspielkunst, für seine Darstellung des Königs Stanisław August Poniatowski in „Termopile polskie“ unter der Regie von Jan Klata. Diese Rolle war seine letzte auf der Nationalbühne. In der vergangenen Spielzeit sahen ihn die Zuschauer außerdem in „Król Lear“ unter der Regie von Grzegorz Wiśniewski, „Jak być kochaną“ unter der Regie von Lena Frankiewicz sowie in einer Fernsehrealisation von Krystian Lupas „Wycinka“, in der er den Schauspieler des Nationaltheaters spielte.
- Geboren in Krakau
- Abschluss an der Ludwik-Solski-Theaterhochschule in Krakau; Debüt in ‚Damy i huzary‘ am Teatr Słowackiego
- Filmrolle in ‚Wielki Szu‘; kurzzeitiges Engagement am Teatr Narodowy
- Eagle Award als Bester Nebendarsteller für ‚Pornografia‘
- Zweiter Eagle Award als Bester Nebendarsteller für ‚Pręgi‘
- Rückkehr ans Teatr Narodowy in Warschau auf Einladung von Jerzy Jarocki
- Dritter Eagle Award für ‚25 lat niewinności. Sprawa Tomka Komendy‘
- Letzter Film ‚Król dopalaczy‘ veröffentlicht
- Schauspielpreis bei den 66. Kalischer Theatertreffen für ‚Termopile polskie‘
- Im Alter von 72 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben
Eine in Krakau verwurzelte Karriere
Frycz wurde am 15. Mai 1954 in Krakau geboren. 1978 schloss er sein Studium an der Ludwik-Solski-Staatlichen Theaterhochschule in Krakau ab und debütierte im selben Jahr in „Damy i huzary“ unter der Regie von Mikołaj Grabowski am Juliusz-Słowacki-Theater. Viele Jahre war er eine tragende Säule des Stary Teatr in Krakau und arbeitete mit Regisseuren wie Andrzej Wajda, Jerzy Jarocki und Jerzy Grzegorzewski zusammen. Sein Karriereweg führte ihn vom Słowacki-Theater und der Helena-Modrzejewska-Nationalbühne Stary Teatr über das Polski-Theater in Warschau bis zur Nationalbühne, an die er nach Jahren auf Einladung von Jerzy Jarocki zurückkehrte. Im Laufe seiner Karriere schuf er fast 200 schauspielerische Rollen auf der Bühne, im Fernsehtheater und beim Polnischen Rundfunk.
Paraderollen und Zusammenarbeit
Zu seinen gefeiertsten Bühnenarbeiten zählen Inszenierungen von Krystian Lupa, darunter Iwan in „Bracia Karamazow“, Esch in beiden Teilen von „Lunatycy“, Pontius Pilatus in „Mistrz i Małgorzata“ und der Schauspieler in „Wycinka“. Er wirkte auch in Stücken von Jan Englert („Kordian“, „Juliusz Cezar“, „Iwanow“), Jerzy Jarocki („Grzebanie“, „Miłość na Krymie“, „Tango“) und Mikołaj Grabowski („Kwartet dla czterech aktorów“) mit. Im Kino gewann er Eagle Awards als Bester Nebendarsteller für „Pornografia“ (2003) und „Pręgi“ (2004) sowie einen dritten Eagle für „25 lat niewinności. Sprawa Tomka Komendy“ (2020). Ein jüngeres Publikum kannte ihn als Gangster Dario in der Fernsehserie „Ślepnąc od świateł“. Er spielte außerdem Henryk Pasternik in der schlesischen Familiensaga „Blisko, coraz bliżej“ und Józef Piłsudski in „Legiony“. Sein letzter Film, „Król dopalaczy“, kam im März 2026 in die Kinos.
Abschied des Teatr Narodowy
Das Nationaltheater würdigte Frycz in einer Stellungnahme als zentrale Figur des Ensembles.
Jan Frycz był niezwykle ważnym członkiem naszego Zespołu, nie tylko wielkim artystą, ale i przyjacielem, a dla wielu z nas również mentorem. Będzie nam bardzo brakować jego charyzmy na próbach, jego śmiechu w kuluarach, długich rozmów i analiz. Przede wszystkim jednak będzie nam go brakować jako pięknego człowieka.
Frycz' Vater war Bergbauingenieur und Rettungskraft in Schlesien – eine Verbindung, die sich in der Besetzung des Schauspielers für die in Schlesien spielende Serie „Blisko, coraz bliżej“ widerspiegelte. Die Beerdigungsmodalitäten wurden noch nicht bekannt gegeben.


