
Samsung prognostiziert 19-fachen Gewinnsprung auf 58 Milliarden Dollar – Aktien fallen aufgrund von KI-Ausgabenzweifeln
Samsung Electronics prognostiziert einen 19-fachen Anstieg des Betriebsgewinns im zweiten Quartal auf einen Rekordwert von 58 Milliarden Dollar, angetrieben durch die Nachfrage nach KI-Chips, aber die Aktien fielen um bis zu 10% aufgrund von Bedenken, dass der Boom nicht anhalten könnte.
Rekordgewinne
Samsung Electronics schätzte am Dienstag seinen Betriebsgewinn für April bis Juni auf 89,4 Billionen Won (58,44 Milliarden US-Dollar), ein 19-facher Anstieg gegenüber 4,7 Billionen Won im Vorjahr. Die vorläufige Zahl übertraf eine LSEG-SmartEstimate von 87,3 Billionen Won und markierte das dritte Rekordquartal in Folge. Der Umsatz dürfte um 129% auf 171 Billionen Won gestiegen sein. Das Unternehmen wird später in diesem Monat detaillierte Spartenzahlen veröffentlichen.
- Q2 2025
- 4.7 Billionen Won
- Q2 2026
- 89.4 Billionen Won
KI-Boom treibt Nachfrage
Der Anstieg spiegelt den anhaltenden Künstliche-Intelligenz-Boom wider, der die Preise für Speicherchips auf Rekordhöhen getrieben hat. Samsung, der weltweit größte Speicherchip-Hersteller, hat von der stark gestiegenen Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren profitiert, die in Rechenzentren eingesetzt werden. Das Unternehmen profitierte auch von höheren Halbleiterpreisen, da die Nachfrage die Produktionskapazität übersteigt. Professor Kim Dae Jong von der Sejong-Universität erklärte, die vorläufigen Zahlen deuteten auf „den höchsten Quartalsbetriebsgewinn in der Geschichte hin, der Nvidia übertrifft“.
Wenn Samsung dieses Leistungsniveau halten kann, könnte das Unternehmen das weltweit führende Fertigungsunternehmen werden.
Börsenverkaufswelle
Trotz der Rekordzahlen fielen die Samsung-Aktien im Tagesverlauf um bis zu 10% und schlossen je nach Börse rund 7% bis 9% im Minus. Die Verkaufswelle erfasste auch Wettbewerber wie Infineon in Deutschland und belastete die Märkte in Japan und Europa. Analysten zufolge waren die starken Ergebnisse nach monatelangen Kursgewinnen weitgehend eingepreist, und Anleger nahmen Gewinne mit, da Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Investitionsausgaben aufkamen.
Der Markt zeigt Anzeichen zunehmender KI-Müdigkeit.
Analystenreaktionen
Einige Ökonomen bezeichneten die Episode als ersten ernsthaften KI-Stresstest und stellten die Frage, wie Unternehmen in diesem Sektor angemessene Renditen auf ihre massiven Investitionen erzielen können. Der Ausverkauf erfolgte, obwohl der südkoreanische Präsident neue Investitionen im Halbleitersektor ankündigte, wenn auch Details zunächst nicht verfügbar waren. Samsung steht zudem unter Druck durch den heimischen Rivalen SK Hynix, der bei Hochbandbreiten-Speicherchips für KI-Anwendungen an Boden gewinnt.

