Hamburgs Saga verbucht 16% Gewinnrückgang, aber 300 mehr Neubauten als geplant
Der kommunale Riese Saga meldete für 2025 einen Rückgang des Nettogewinns um 16 % auf 238,1 Millionen Euro, während die Baubeginne auf 1.115 Einheiten stiegen – 300 mehr als geplant – und die Durchschnittsmiete bei 7,56 Euro pro Quadratmeter blieb.
Neubauaktivität
Die Saga hat 2025 mit dem Bau von 1.115 neuen Wohnungen begonnen, rund 300 mehr als geplant, wie aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens hervorgeht. Mittelfristiges Ziel sind 2.000 Baubeginne pro Jahr, sagte Vorstandschef Thomas Krebs. Die Fertigstellungen blieben jedoch aufgrund fehlender Baugenehmigungen, langwieriger Genehmigungsverfahren und eines ungewöhnlich strengen Wintereinbruchs um etwa 250 Einheiten hinter dem Plan zurück, wie Vorstandsmitglied Snezana Michaelis anmerkte.
Die Wohnungsknappheit in Ballungsräumen wird nur durch den Bau bezahlbarer Wohnungen gelöst.
- Geplant
- 815 Einheiten
- Tatsächlich
- 1115 Einheiten
Mietniveau
Die durchschnittliche Nettokaltmiete der Saga lag bei 7,56 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg um 10 Cent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Der Hamburger Gesamtdurchschnitt der Nettokaltmiete lag bei 9,11 Euro (laut einer Wohnungsmarktstudie) bzw. 9,94 Euro (basierend auf dem Mietenspiegel vom April 2025, der in den letzten sechs Jahren erhöhte oder neu vereinbarte Mieten berücksichtigt). Das Saga-Portfolio liegt damit weiterhin deutlich unter dem städtischen Durchschnitt.
- Saga
- 7.56 €/qm
- Hamburg (Mietenstudie)
- 9.11 €/qm
- Hamburg (Mietenspiegel 4/2025)
- 9.94 €/qm
Finanzergebnis und Ausschüttung
Der Jahresüberschuss sank auf 238,1 Millionen Euro, ein Rückgang von 16 % gegenüber dem Rekordwert von 283,5 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Rückgang war nach dem außergewöhnlichen Vorjahr, in dem keine Rückstellungen benötigt wurden und sogar aufgelöst werden konnten, erwartet worden. Dennoch übertraf das Ergebnis die eigene Prognose des Unternehmens von rund 200 Millionen Euro. Krebs zeigte sich zuversichtlich:
Die Saga hält in der Krise Kurs.
Das Unternehmen zahlte erneut 150 Millionen Euro Dividende an die Stadt Hamburg.
Politische Kritik
Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft, kritisierte die Mieterhöhungen und forderte statt höherer Ausschüttungen eine generelle Senkung der Mieten.
Besser und sozial nachhaltiger ist eine generelle Mietensenkung.
Niedrigere Saga-Mieten, so argumentierte sie, würden den offiziellen Mietenspiegel drücken, was allen Hamburger Mietern zugutekäme.
Klimafahrplan
Die Saga verfolgt eine Klimastrategie, um Hamburg zu helfen, sein rechtsverbindliches Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, das nach einem Volksentscheid im Jahr 2024 von 2045 vorgezogen wurde. Der Plan basiert auf vier Säulen: großflächige Installation von Solaranlagen, Umstellung auf Wärmepumpen und Fernwärme für wärmere Gebäude, energetische Sanierungen sowie intelligentes Energiemanagement inklusive smarter Thermostate. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, die Klimazwischenziele für 2030 erreichen zu können.


