
Rutte setzt 'Trump Trillion'-Grafiken ein, um US-Präsidenten vor Ankara-Gipfel zu besänftigen, während Trump Iran-Kriegskritik verschärft
NATO-Chef Mark Rutte brachte glänzende Grafiken ins Oval Office, die Donald Trump einen Anstieg der europäischen Verteidigungsausgaben zuschrieben, aber der US-Präsident setzte seine Angriffe auf Verbündete fort, weil sie die Iran-Kampagne nicht unterstützten, während ein entscheidender Ankara-Gipfel näher rückt.
Schmeicheleien und Grafiken im Oval Office
Rutte betrat das Treffen mit großen 'Trump Trillion'-Tafeln, die die Steigerungen der Verteidigungsausgaben in Europa und Kanada seit Trumps Amtsantritt zeigten, und sagte, die Summe sei um 1,2 Billionen Dollar gestiegen. Er schrieb Trump persönlich zu, die Verbündeten zu höheren Militärausgaben gedrängt zu haben. Trump nannte Rutte 'einen guten Mann' und sagte, jeder andere 'wäre heute wahrscheinlich nicht einmal gekommen', aber er ließ nicht von seiner Kritik an anderen NATO-Mitgliedern ab.
Jeder andere wäre heute wahrscheinlich nicht einmal gekommen.
Das Zerwürfnis um den Iran-Krieg
Das Treffen fand vor dem Hintergrund des US-israelischen Angriffs auf den Iran am 28. Februar statt, der ohne Konsultation der Verbündeten gestartet wurde. Trump war verärgert, dass Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sich weigerten, militärische Unterstützung oder uneingeschränkte Überflugrechte zu gewähren. Er sagte, er fühle sich 'im Stich gelassen' und die USA hätten den Iran 'buchstäblich in der ersten Woche zerstört'. Die Straße von Hormus bleibt gestört, und ihre Wiedereröffnung ist eine US-Forderung. Rutte verteidigte die Unterstützung der Verbündeten und wies darauf hin, dass 4.000–5.000 US-Luftfahrzeugmissionen während des Konflikts von europäischen Stützpunkten aus geflogen wurden, darunter 500 aus Italien bei der Operation Epic Fury.
Wir haben den Iran buchstäblich in der ersten Woche zerstört, aber es wäre schön gewesen, wenn sie gesagt hätten: 'Wir würden gerne helfen.'
Hier geht es im Wesentlichen um die nukleare Fähigkeit, die der Iran fast in die Hände bekommen hätte.
- USA und Israel starten gemeinsamen Angriff auf den Iran ohne Konsultation der NATO-Verbündeten.
- Pentagon kündigt sechsmonatige Überprüfung der US-Truppen in Europa an.
- Rutte trifft Trump im Weißen Haus und präsentiert 'Trump Trillion'-Grafiken.
- NATO-Gipfel der Staats- und Regierungschefs beginnt in Ankara.
Truppenüberprüfung und Bündnisbelastung
Tage zuvor hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth den Verbündeten in Brüssel mitgeteilt, dass das Pentagon eine sechsmonatige Überprüfung der US-Truppenstärke in Europa durchführen werde, und vor möglichen Kürzungen gewarnt. Washington reduziert zudem den Pool an militärischen Vermögenswerten, die der NATO zur Verfügung stehen, verlagert den Fokus auf China und fordert Europa auf, die Hauptverantwortung für seine eigene konventionelle Verteidigung zu übernehmen. Trump hat zuvor die Beistandsklausel des Bündnisses in Frage gestellt und den Austritt aus der NATO angedroht. Er drohte auch mit der Annexion Grönlands, eines dänischen autonomen Territoriums, bevor er im Januar nach wochenlangen Spannungen zurückruderte.
Der NATO-Gipfel birgt ein erhebliches Risiko, weil Trump verärgert und unberechenbar ist, und selbst wenn Rutte kommt und glaubt, ein Einvernehmen mit Trump zu haben, wer weiß, was zwei Wochen später bringt.
Die Einsätze des Ankara-Gipfels
Trump sagte Reportern, er werde den Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara nur aus Respekt vor dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan besuchen, und fügte hinzu, er wäre sonst nicht gegangen. Er deutete auch an, dass er wahrscheinlich den Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei genehmigen werde, ein seit langem blockiertes Geschäft, das sich nach Angaben von Vizepräsident JD Vance in rechtlicher Prüfung befinde. Rutte verließ das Oval Office und betonte, Trump sei 'voll und ganz dem NATO-Bündnis verpflichtet' und würde Europa im Falle eines Angriffs 'absolut' schützen.
Verlagerung der Verteidigungslast auf Europa
Am selben Tag trafen sich die Führer Italiens, Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs und Polens in Berlin zu einem E5-Gipfel und bekräftigten die europäische Verteidigungszusammenarbeit. Aber die US-Botschaft bleibt klar: Europa muss mehr für seine eigene Sicherheit tun, während sich die strategischen Prioritäten der USA vom Kontinent abwenden.

