Konflikte · Kiel, Moskau und Stockholm
Russlands Kriegswirtschaft stößt an ihre Grenzen: Reserven nahezu erschöpft, Wachstum stagniert, Abhängigkeit von China nimmt zu, so eine Studie des Kiel Instituts
Mehr als vier Jahre nach dem Einmarsch in die Ukraine zeigt eine neue Studie des Kiel Instituts und des Stockholm Institute of Transition Economics, dass Russlands fiskalische Reserven weitgehend aufgebraucht sind, das Wachstum stagniert und eine strukturelle Abhängigkeit von China Moskaus langfristige Position schwächt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Der Tagesspiegel, DIE WELT, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die liquiden Vermögenswerte des russischen Nationalen Wohlfahrtsfonds sanken von 6,5 % des BIP zu Kriegsbeginn auf 1,8 % im April 2026.
Das Bundeshaushaltsdefizit übertraf bereits in den ersten drei Monaten das von der Regierung für das Gesamtjahr 2026 gesteckte Ziel.
Die Öl- und Gaseinnahmen im ersten Quartal 2026 fielen im Jahresvergleich um 45 % und untergruben damit einen zentralen Kriegsfinanzierungsstrom.
China ist seit 2022 für etwa drei Viertel des Anstiegs der russischen Importe sanktionierter Militärkomponenten verantwortlich.
Moskau senkte seine Wachstumsprognose für 2026 von 1,3 % auf 0,4 %; die Kieler Autoren sagen, selbst das könnte noch zu optimistisch sein.
Der Bericht empfiehlt strengere Ölpreisobergrenzen, Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte und härtere Exportkontrollen gegenüber chinesischen Lieferanten.
- 31.03.Das Bundeshaushaltsdefizit übersteigt bereits das Jahresziel 2026; Öl- und Gaseinnahmen im ersten Quartal um 45 % unter Vorjahresniveau.
- 1.04.Liquide Vermögenswerte des Nationalen Wohlfahrtsfonds fallen auf 1,8 % des BIP.
- 11.06.Das Kiel Institut und das Stockholm Institute of Transition Economics veröffentlichen einen Bericht, der die russische Wirtschaft im 'Endstadium' beschreibt.
Fiskalische Puffer aufgebraucht
Die liquiden Staatsfondsvermögen Russlands sind von 6,5 Prozent des BIP zu Kriegsbeginn auf nur noch 1,8 Prozent im April 2026 geschrumpft, so der am Donnerstag veröffentlichte Kiel Report. Das Bundeshaushaltsdefizit übertraf bereits in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 das von der Regierung für das Gesamtjahr gesteckte Ziel. Die Öl- und Gassteuereinnahmen brachen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent ein.
„In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine erwies sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger, als viele erwartet hatten. Aber jetzt sind die Reserven aufgebraucht. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten haben sich erheblich verschlechtert.“
Wachstum stagniert, Inflationsrisiko steigt
Die russische Regierung hat kürzlich ihre eigene Wachstumsprognose für 2026 von 1,3 Prozent auf 0,4 Prozent gesenkt. Die Kieler Autoren argumentieren, dass selbst dies noch zu optimistisch sein könnte, und verweisen auf Anzeichen von Arbeitskräftemangel und Versorgungsengpässen. Außerhalb militärischer Prioritäten sind die Investitionen nahezu zum Erliegen gekommen, und das russische Außenhandelsvolumen liegt auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren.
„Die grundlegende Einschränkung, vor der Russland heute steht, ist nicht der Zugang zu Geld, sondern der Zugang zu Arbeitskräften, Technologie und Produktionskapazitäten.“
Angesichts eines Rekord-Arbeitskräftemangels und der geltenden Sanktionen riskieren höhere Staatsausgaben zunehmend, die Inflation anzuheizen, anstatt die militärische Leistungsfähigkeit zu stärken. Der Leitzins der Zentralbank bleibt bei 14,5 Prozent, was wenig Spielraum lässt, um den Druck auf die Unternehmen zu mildern.
Abhängigkeit von China vertieft sich
China macht inzwischen etwa 35 Prozent des gesamten russischen Außenhandels aus und liefert die überwältigende Mehrheit der kritischen Güter mit doppeltem Verwendungszweck und militärisch relevanten Komponenten, die noch immer ins Land gelangen. Der Bericht schätzt, dass China seit 2022 für etwa drei Viertel des Anstiegs der russischen Importe sanktionierter, kritischer Militärkomponenten verantwortlich ist.
„Der Begriff 'grenzenlose Partnerschaft' verschleiert eine wachsende Asymmetrie. Russland hat eine wirtschaftliche Lebensader erhalten, aber China hat an Einfluss gewonnen.“
Die Autoren argumentieren, dass sich Moskau aus Notwendigkeit und nicht aus freien Stücken an Peking wendet, was eine Abhängigkeit schafft, die die Kriegswirtschaft kurzfristig stützt, aber Russlands wirtschaftliche Unabhängigkeit und Verhandlungsposition im Laufe der Zeit untergräbt.
Ein Fenster für die westliche Politik
Der Bericht sieht in Russlands wachsender wirtschaftlicher Verwundbarkeit eine Chance für wirksameres westliches Handeln. Die Autoren fordern eine strengere Durchsetzung der Ölpreisobergrenze, erneute Anstrengungen zur Eindämmung der russischen Schattenflotte, strengere Exportkontrollen, die insbesondere chinesische Lieferanten ins Visier nehmen, und neue Maßnahmen zur Senkung der russischen Exporteinnahmen.
„Die Durchsetzung von Preisobergrenzen muss im Zentrum der Sanktionspolitik stehen.“
Finanzsystem unter Druck
Der Kreml greift zunehmend auf außerbudgetäre Finanzierung, eine rasche Kreditausweitung und indirekte Unterstützung durch das Bankensystem zurück, um die Militärausgaben zu finanzieren. Die Unternehmensverschuldung ist seit Kriegsbeginn stark gestiegen, da die Banken Ressourcen in kriegsrelevante Sektoren lenken. Der Bericht warnt davor, dass das rasche Kreditwachstum in verteidigungsbezogenen Industrien, schwache Unternehmensbilanzen und der wachsende Druck auf das Bankkapital die Vermögensqualität im gesamten Finanzsystem verschlechtern.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Moritz Schularick
- Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW)
- Matthew Klein
- Ko-Autor des Kiel Reports und Autor des Wirtschaftsblogs 'The Overshoot'
- Torbjörn Becker
- Direktor des Stockholm Institute of Transition Economics und Ko-Autor des Kiel Reports
- Alicia Garcia-Herrero
- Ko-Autorin des Kiel Reports
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