Russland verlängert Benzin-Exportverbot bis Jahresende, da die sibirische Knappheit zunimmt
Vizepremierminister Alexander Novak sagte, das Benzin-Exportverbot laufe bis Dezember, während ein Diesel-Exportverbot aufgehoben werde, sobald sich der Markt erhole, da ukrainische Drohnenangriffe weiterhin die Raffineriekapazitäten beeinträchtigten.
Russland verlängert seine Beschränkung der Benzinausfuhren bis Ende 2026 und hält an einem Exportverbot für Kerosin mindestens bis zum 30. November fest, bestätigte Vizepremierminister Alexander Novak am Samstag. Gleichzeitig werde das Anfang Juli verhängte Diesel-Exportverbot aufgehoben, „sobald sich der Markt erholt“. Die Ankündigungen folgen auf monatelange ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien, die landesweit Kapazitäten lahmgelegt haben.
Eine Kaskade von Exportbeschränkungen
Das Benzin-Exportverbot wurde Anfang April zunächst mit einem Ablaufdatum Ende Juli eingeführt. Im Juni verhängte die Regierung ein zusätzliches Verbot von Kerosinexporten bis zum 30. November. Anfang Juli wurde dann ein vollständiges Diesel-Exportverbot angekündigt. Novak erklärte am 25. Juli gegenüber Journalisten, die Dieselbeschränkung werde erst aufgehoben, wenn die Bedingungen es erlaubten, um die Raffinerien nicht finanziell zu belasten. Die Benzinbeschränkung ist nun bis zum 31. Dezember festgeschrieben.
- Benzin-Exportverbot angekündigt, sollte Ende Juli auslaufen
- Einführung eines Exportverbots für Kerosin, gültig bis 30. November
- Diesel-Exportverbot als Reaktion auf sich verschärfende Engpässe verhängt
- Benzinverbot bis 31. Dezember verlängert; Dieselverbot wird aufgehoben, sobald sich der Markt erholt
Situation vor Ort
Die Engpässe sind in ganz Russland zu spüren, am stärksten jedoch in Sibirien, das Novak als „recht schwierig“ beschrieb. Die Behörden mehrerer Regionen haben befristete Obergrenzen für den Treibstoffkauf pro Kunde eingeführt. Die Krise zeichnet sich seit März ab, als Kiew seine Lang- und Mittelstreckendrohnenkampagne gegen die Ölinfrastruktur intensivierte. Auch die Versorgungswege zur annektierten Krim seien stark betroffen, berichteten lokale Beamte.
Kasachstan springt als Lieferant ein
Angesichts der angespannten Inlandsproduktion sucht Moskau die Nähe zu seinen Nachbarn. Novak sagte, Kasachstan könne bei Bedarf überschüssige Mineralölprodukte liefern. Eine erste Ladung kasachischen Benzins – rund 1.000 Tonnen – wurde bereits in diesem Monat in eine zentralrussische Region geliefert. Die Lieferung ist im Vergleich zum Ausmaß der Knappheit gering, aber der Kanal ist nun für weitere Sendungen geöffnet.
Druck aus der Luft
Der Hintergrund ist ein eskalierender ukrainischer Versuch, Russlands Energielogistik zu beeinträchtigen. Dutzende von Raffinerieangriffen seit März haben die Verarbeitungskapazität verringert, die Zapfsäulenpreise in die Höhe getrieben und die regionalen Reserven erschöpft. Die russische Regierung hat zu einem Flickenteppich von Exportverboten und lokaler Rationierung gegriffen, während sie darum kämpft, beschädigte Anlagen zu reparieren. Novak betonte, die Lage stabilisiere sich „allmählich“, nannte jedoch keinen Zeitplan für eine vollständige Rückkehr zur normalen Versorgung.
Was als Nächstes passiert
Das Dieselverbot bleibt an die Markterholung geknüpft – eine Schwelle, die Novak nicht definierte. Die Beschränkungen für Benzin und Kerosin sollen bis Ende November bzw. Ende des Jahres in Kraft bleiben. Da die Drohnenangriffe keine Anzeichen eines Nachlassens zeigen, könnten weitere Runden von Notfallbeschränkungen folgen, wenn die Reparaturen der Raffinerien hinter dem Zeitplan zurückbleiben.


