Wirtschaft · Moskau, Vevey und Frankfurt
Russland stellt lokale Vermögenswerte von Nestle, Auchan und französischen Logistikfirmen unter externe Verwaltung
Ein von Wladimir Putin unterzeichnetes Präsidialdekret überträgt die russischen Geschäfte des Schweizer Lebensmittelherstellers Nestle, des französischen Einzelhändlers Auchan, von Lemana Pro und FM Logistic an das in Moskau ansässige Unternehmen L.E.V. Management.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Adnkronos, Reuters und AP NEWS. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Präsident Wladimir Putin ordnete am 17. September 2026 die Übertragung der russischen Geschäfte von Nestle, Auchan, Lemana Pro und FM Logistic an L.E.V. Management an.
Auchan betrieb Ende 2025 229 Filialen mit 24.236 Mitarbeitern und erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 127 Milliarden Rubel, während Nestle sechs Fabriken mit 7.000 Beschäftigten betreibt.
Der Schritt folgt einer Präsidialmaßnahme von 2023, die zuvor gegen Danone und Carlsberg angewendet wurde, sowie einer Schätzung von NSP, dass seit 2022 über 50 Milliarden US-Dollar an privaten Vermögenswerten beschlagnahmt wurden.
Nestle erklärte am 18. September 2026, dass es Schritte zum Schutz seiner Rechte unternimmt, während Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy anmerkte, dass Russland etwas mehr als 1 % des Konzernumsatzes ausmacht.
- 2022Russland fällt in die Ukraine ein, was westliche Unternehmen dazu veranlasst, nicht notwendige Geschäfte auszusetzen und lokale Investitionen abzuschreiben
- 2023Wladimir Putin unterzeichnet Dekret, das die vorläufige externe Verwaltung von Vermögenswerten von Unternehmen aus unfreundlichen Nationen ermöglicht
- 17.09.Putin unterzeichnet Dekret, das russische Tochtergesellschaften von Nestle, Auchan, Lemana Pro und FM Logistic unter L.E.V. Management stellt
- 18.09.Nestle kündigt Prüfung rechtlicher Optionen an, während Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die externe Verwaltung verteidigt
Präsidialdekret zielt auf europäische Gruppen
Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am späten Donnerstag, dem 17. September 2026, ein Dekret, das die russischen Geschäfte des Schweizer Lebensmittelherstellers Nestle und des französischen Einzelhändlers Auchan unter vorläufige Verwaltung stellt. Die Anordnung gilt auch für russische Tochtergesellschaften der französischen Logistikfirma FM Logistic, der internationalen Logistikfirma BATI Group und von Le Monlid, das die Heimwerker-Einzelhandelskette Lemana Pro (ehemals Leroy Merlin) betreibt.
Alle betroffenen Unternehmen wurden unter die Kontrolle von L.E.V. Management gestellt, einem in Moskau ansässigen Unternehmen, das 2024 registriert wurde. Berichte der Nowaja Gaseta Europa deuten darauf hin, dass die Firma gegen Ende 2025 gegründet wurde und von einem General des russischen Innenministeriums geleitet wird, ohne zuvor öffentliche kommerzielle Aktivitäten durchgeführt zu haben. Die Übertragung erfolgt nach einem Antrag des russischen Unternehmens KS Logistika, das den Kreml gebeten hatte, fünf Nestle-eigene Unternehmen unter staatliche Verwaltung zu stellen.
Umfang der betroffenen Geschäfte
Das Dekret zielt auf eine umfangreiche Einzelhandels- und Produktionsinfrastruktur ab, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde. Nestle trat in den 1990er Jahren in Russland ein und betreibt sechs Fabriken zur Herstellung von Kaffee, Tiernahrung und Säuglingsnahrung mit 7.000 Beschäftigten. Der Schweizer Konzern erzielte 2021 in Russland einen Umsatz von rund 2 Milliarden Schweizer Franken, obwohl das Land nach der Einstellung nicht notwendiger Importe, Exporte und Kapitalinvestitionen infolge der Invasion der Ukraine 2022 nun etwa 1 % seines weltweiten Umsatzes ausmacht.
Auchan ist seit 2002 in Russland präsent und bleibt einer der größten ausländischen Einzelhändler des Landes. Ende 2025 betrieb das Unternehmen 229 Filialen mit 24.236 Mitarbeitern. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte die Supermarktkette einen Umsatz von 127 Milliarden Rubel (etwa 1,5 Milliarden US-Dollar). Im Gegensatz zu vielen europäischen Wettbewerbern, die ihre Geschäfte nach 2022 verkauften oder abschrieben, betrieb Auchan weiterhin aktiv den Einzelhandel im ganzen Land.
- Auchan
- 24236 Mitarbeiter
- Nestle
- 7000 Mitarbeiter
Daten aus dem Artikeltext
Kreml-Begründung und frühere Präzedenzfälle
Ein 2023 unterzeichnetes Dekret schuf rechtliche Mechanismen, die es Moskau erlaubten, Unternehmen aus erklärten unfreundlichen Staaten unter externe Verwaltung zu stellen. Die Moskauer Anwaltskanzlei NSP schätzte 2025, dass der russische Staat seit 2022 mehr als 50 Milliarden US-Dollar an Privateigentum, darunter ausländische gewerbliche Vermögenswerte, beschlagnahmt hat. Ähnliche Dekrete übertrugen zuvor russische Einheiten des französischen Molkereikonzerns Danone und des dänischen Brauers Carlsberg an vorläufige Verwalter, bevor sie zu ermäßigten Preisen an russische Käufer verkauft wurden.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich am Freitag zu dem Schritt und brachte die Maßnahme mit der europäischen Beteiligung an geopolitischen Feindseligkeiten in Verbindung.
„Im Moment sprechen wir über die Einführung der externen Verwaltung. Bisher wurden keine weiteren Entscheidungen getroffen.“
Die russische Zeitung Kommersant berichtete, dass Nestle aufgrund seiner Weigerung, die Produktionskapazität zu erweitern oder den Warenexport aus russischen Anlagen wieder aufzunehmen, offiziell unter die Lupe genommen wurde.
Reaktionen der Unternehmen und Marktauswirkungen
Nestle erklärte am Freitag, dass es vor der Ankündigung des Dekrets keine vorherige Mitteilung von russischen Behörden erhalten habe, und teilte mit, dass es rechtliche und operative Wege prüfe, um seine Vermögenswerte zu schützen.
„Nestle ist bestrebt, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um seine Rechte zu schützen und die Kontinuität des Geschäftsbetriebs im Interesse aller Beteiligten, insbesondere seiner Mitarbeiter, sicherzustellen.“
Auchan lehnte eine Stellungnahme zur Übernahme der Geschäftsführung ab. Jean-Philippe Bertschy, Analyst bei der Schweizer Privatbank Vontobel, bemerkte, dass die finanziellen Auswirkungen für Nestle begrenzt bleiben sollten, da der russische Markt etwas mehr als 1 % des Gesamtumsatzes des Konzerns ausmacht. Ausländische Unternehmen, die versuchen, Russland zu verlassen, sehen sich mit obligatorischen Rabatten beim Verkauf von Vermögenswerten, staatlichen Ausstiegssteuern und besonderen Genehmigungsverfahren konfrontiert.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Vladimir Putin
- Russischer Präsident, der das Dekret zur externen Verwaltung westlicher Vermögenswerte unterzeichnete
- Dmitry Peskov
- Kreml-Sprecher, der die Anordnung zur externen Verwaltung verteidigte
- Orte
- Moskau, Frankfurt am Main
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