
Hunderte rumänische Führerscheine auf Mülldeponie in Moldau neben medizinischen Abfällen entdeckt
Umweltaktivisten fanden am 11. Juli auf einer illegalen Deponie in Porumbeni, Rajon Criuleni, hunderte, möglicherweise tausende rumänische Führerscheine neben Infusionsschläuchen und Tonnen von Plastik.
Die Entdeckung
Am 11. Juli veröffentlichte die Umwelt-NGO Garda Națională de Mediu (Nationale Umweltgarde) ein Video, das eine illegale Deponie in Porumbeni, einem Dorf im Rajon Criuleni der Republik Moldau, zeigt. Die Aktivisten waren auf das Vorhandensein gefährlicher medizinischer Abfälle an dem Standort aufmerksam gemacht worden, doch was sie fanden, übertraf diesen ersten Hinweis.
Was gefunden wurde
Inmitten des Abfalls stießen die Inspektoren auf hunderte, möglicherweise tausende rumänische Führerscheine, die zwischen Infusionsschläuchen, Plastikverpackungen und anderen Abfällen verstreut waren. Die genaue Anzahl der Führerscheine wurde nicht bestätigt. Die NGO erklärte, dass die Dokumente von rumänischen Behörden ausgestellt wurden, wie sie jedoch auf einer moldauischen Deponie landeten, bleibt unklar.
Wir können nicht verstehen, wie hunderte, vielleicht tausende rumänische Führerscheine auftauchen konnten. Tausende Infusionsschläuche, warum gibt es Dutzende Tonnen Plastik? Wer beantwortet all diese Fragen?
Neben den Führerscheinen enthielt die Deponie tausende gebrauchte Infusionsschläuche, Dutzende Tonnen Plastik und abgelaufene Medikamente. Die Aktivisten beschrieben den Abfall nicht als gemischten Hausmüll, sondern als Plastik, das sich über Jahre angesammelt hatte und langsam in den Fluss Ichel trieb.
Umweltrisiko
Die Deponie liegt in der Nähe des Flusses Ichel, und die NGO warnte davor, dass gefährliche Stoffe in das Gewässer sickern. Ein Aktivist bemerkte, dass überall, wo man hinschaue, Medikamente und gefährliche Abfälle lägen und dass Tonnen von Plastik neben dem Fluss lägen.
Überall, wo man hinschaut, gibt es Medikamente und gefährliche Abfälle. Hier, neben dem Fluss Ichel, liegen Tonnen von Plastik. Es ist kein gemischter Müll. Man sieht, dass das Plastik seit vielen Jahren hier liegt, und alles landet im Fluss.
Die Bewertung des Umweltschadens läuft noch.
Behörden reagieren
Nachdem das Video in den sozialen Medien kursierte, leitete das moldauische Inspectoratul pentru Protecția Mediului (Inspektorat für Umweltschutz) eine Inspektion ein. Inspektoren besuchten den Standort, um die Fakten zu dokumentieren, den verursachten Umweltschaden zu bewerten und die Herkunft des Abfalls zu ermitteln. Bezüglich der Führerscheine erklärte das Inspektorat, dass die Dokumente, die personenbezogene Daten enthalten, den zuständigen Institutionen zur Rückverfolgung übergeben werden. Mögliche Sanktionen werden nach Abschluss der Untersuchung festgelegt.
Weiterer Kontext
Die Entdeckung in Porumbeni erfolgt kurz nach einem weiteren schweren Umweltverschmutzungsfall im Dorf Goian, Gemeinde Ciorescu, wo die Behörden über 20 Kubikmeter hochgefährlichen Abfall fanden, darunter Quecksilber, gebrauchte Spritzen und abgelaufene Medikamente, die illegal gelagert wurden. Die Nationale Agentur für öffentliche Gesundheit bestätigte das Vorhandensein von Quecksilberdämpfen im Lager. Der moldauische Umweltminister kündigte an, dass die Behörden Unterstützung von Experten der Europäischen Union für eine unabhängige Bewertung und zusätzliche Probenahmen anfordern würden. Nach der Untersuchung wird das Ausmaß des Umweltschadens festgestellt und die Ergebnisse der Generalstaatsanwaltschaft übergeben.


