
Rumänien weist Blackout-Behauptungen des ehemaligen Ministers Bogdan Ivan zurück, während der Streit um Industriestrom eskaliert
Interims-Ministerpräsident Ilie Bolojan und das Energieministerium wiesen die Behauptungen des ehemaligen Ministers Bogdan Ivan zurück, dass Fabriken vor einer unmittelbaren Stromabschaltung stünden, und stellten klar, dass es sich bei den Mitteilungen um übliche behördliche Erinnerungen gehandelt habe.
Streit um industrielle Strommitteilungen
Der ehemalige rumänische Energieminister Bogdan Ivan, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (PSD), veröffentlichte am 19. August 2026 eine Videobotschaft, in der er behauptete, Industrieanlagen hätten formelle Mitteilungen erhalten, die vor einer unmittelbaren Trennung vom nationalen Stromnetz warnten. Ivan erklärte, die Stromverteiler hätten am 18. August 2026 begonnen, diese Dokumente zu verteilen, und bezeichnete die Situation als einen Angriff auf die wirtschaftliche Sicherheit des Landes. Er behauptete, die Interimsregierung von Ministerpräsident Ilie Bolojan lasse die Kosten der Energieknappheit auf die Produktionsbetriebe abwälzen, indem sie die Fabriken zu Produktionseinschränkungen zwinge.
Der Worst-Case-Szenario tritt ein. Die Krise hat die Werkstore erreicht, die ohnehin unter Steuern, hohen Kosten und Unsicherheit leiden. Die ersten Mitteilungen zur Begrenzung des Stromverbrauchs haben die Industrie bereits erreicht.
Energieministerium und Netzbetreiber reagieren
Das Energieministerium, die Nationalliberale Partei (PNL) und der Übertragungsnetzbetreiber Transelectrica wiesen Ivans Aussagen am 19. August 2026 zurück und erklärten, es seien keine Abschaltungsanordnungen an industrielle Verbraucher erlassen worden. Die Behörden erläuterten, die Verteiler hätten administrative Erinnerungsschreiben versandt, die große gewerbliche Kunden über ihre Einstufung gemäß einer bestehenden technischen Notfallverordnung informierten. Im Rahmen dieser Regelung erhalten Großverbraucher Informationsaktualisierungen zu ihrer spezifischen Tranche und würden erst 24 Stunden im Voraus eine Verbrauchsbeschränkungsmitteilung erhalten, falls ein schweres Netzdefizit auftrete. Das Ministerium erklärte, diese Maßnahmen dienten als Standard-Ausgleichsmechanismus, um die Haushaltsstromversorgung während Spitzenlastzeiten oder Importbeschränkungen zu schützen.
- Stromverteiler versenden routinemäßige Informationsschreiben an Industriekunden auf den Kontingenzlisten.
- Der ehemalige Energieminister Bogdan Ivan veröffentlicht ein Video, in dem er vor angeblich unmittelbaren Stilllegungen der Industrie warnt.
- Quellen bei Transelectrica und das Energieministerium weisen die Behauptungen über Abschaltanordnungen zurück.
- Interims-Ministerpräsident Ilie Bolojan weist die Blackout-Warnungen in einem Fernsehinterview zurück.
Bolojan klärt Notfallverfahren auf
Interims-Ministerpräsident Ilie Bolojan ging in einem Auftritt bei B1 TV auf die Kontroverse ein und wies die Behauptungen zurück, Rumänien stehe vor einem Blackout. Bolojan erklärte, die Regierung habe einen technischen Beschluss gefasst, der eine Liste großer industrieller Verbraucher erstelle, die im Falle einer akuten Krise mit Stromreduzierungen rechnen müssten, um zu verhindern, dass private Haushalte ohne Strom dastehen. Er stellte fest, dass frühere Regierungen, darunter das Kabinett des ehemaligen Ministerpräsidenten Sorin Grindeanu, identische Verfahren verabschiedet hätten, ohne jemals Stromkürzungen umzusetzen, und zeigte sich zuversichtlich, dass das derzeitige Kabinett sie nicht durchsetzen müsse. Bolojan fügte hinzu, die Liste der betroffenen Unternehmen bleibe vertraulich, um öffentliche Beunruhigung zu vermeiden. Die Verteiler kommunizierten direkt mit jedem vertraglich gebundenen Unternehmen über mögliche stündliche Kürzungsbedingungen.
Heute erschien ein Beitrag des ehemaligen Energieministers, Herrn Ivan, der alle in Alarm versetzte, dass Wirtschaftsakteure Mitteilungen erhalten hätten, sie würden abgeschaltet, wir hätten keine Energie mehr und stünden vor einem Blackout. Man kann erkennen, dass dies eine unverantwortliche Haltung ist, denn entweder ist sie die Folge der Unkenntnis rechtlicher Verfahren oder einer rücksichtslosen Haltung, bei der man Angst erzeugt.
Druck auf Wasser- und Kernkraft
Die politische Auseinandersetzung entwickelte sich, während das rumänische Stromnetz mit betrieblichen Belastungen aufgrund anhaltender Dürre und sinkender Wasserstände der Donau zu kämpfen hatte. Der verringerte Flusslauf beeinträchtigte die Erzeugungskapazität der nationalen Wasserkraftwerke und schränkte die Kühlbetriebe des Kernkraftwerks Cernavodă ein. Das Energieministerium bekräftigte, dass die Umweltbedingungen zwar eine genaue Überwachung und Schutzmaßnahmen für die Industrie erforderten, das Netz jedoch über ausreichende Ausgleichsmechanismen verfüge und ohne Abschaltung von Industrieanlagen voll funktionsfähig bleibe.


