
Rumänische Abgeordnete verabschieden Integritätsgesetz, das detaillierte Vermögenserklärungen durch Wertstufen ersetzt
Die Abgeordnetenkammer hat mit 183 Stimmen Änderungen am Gesetz über die Nationale Integritätsbehörde verabschiedet, die detaillierte Vermögensangaben durch gestaffelte Interessenerklärungen ersetzen, um einem Urteil des Verfassungsgerichts zu entsprechen.
Parlamentsabstimmung und gesetzliche Wende
Die Abgeordnetenkammer Rumäniens stimmte am 24. August 2026 für die Annahme von Änderungen am Gesetz über die Nationale Integritätsbehörde (ANI), die die Art und Weise ändern, wie öffentliche Amtsträger ihre Vermögenswerte und finanziellen Interessen melden. Der Gesetzesentwurf passierte die untere Kammer mit 183 Stimmen dafür, 84 dagegen und 3 Enthaltungen bei 270 abgegebenen Stimmen. Da die Abgeordnetenkammer die erste Kammer ist, die über die Maßnahme berät, geht das Gesetz nun zur endgültigen Entscheidung an den Senat. Die überarbeitete Gesetzgebung führt ein neues standardisiertes Dokument mit dem Titel „Öffentliches Blatt über Interessen, die für die Ausübung eines öffentlichen Amtes relevant sind“ ein, das die bisher öffentlich zugängliche umfassende Vermögenserklärung ersetzt.
- Dafür
- 183 Stimmen
- Dagegen
- 84 Stimmen
- Enthaltungen
- 3 Stimmen
Neue Offenlegungsgrenzen und Vermögensschwellen
Im Rahmen des verabschiedeten Regelwerks haben Bürger keinen Zugang mehr zu genauen Adressen, Grundstücksflächen oder Einzelwerten von Vermögenswerten öffentlicher Amtsträger. Immobilien werden nach der Erwerbsart in drei Kategorien eingeteilt: Kauf und Bau, Schenkungen und Erbschaften sowie Gerichtsurteile. Die Amtsträger wählen Wertstufen von 1 bis 50.000 Euro bis zu Beträgen über 1.000.000 Euro. Ähnliche kumulative Stufen gelten für Fahrzeuge, landwirtschaftliche Maschinen und Wertgegenstände über 5.000 Euro, wobei Fahrzeugmarken, -modelle und Baujahre weggelassen werden.
Unternehmensbeteiligungen zeigen keine genauen Werte mehr an, sondern nur noch Stufen von 5 % bis 20 %, 20 % bis 50 % oder über 50 %. Jährliche Einkünfte aus Gehältern, Mieten und Dividenden zeigen nur noch die Einkommensquellenkategorie an, nicht die konkreten Beträge des vorangegangenen Steuerjahres. Zudem entfällt die Pflicht für Ehepartner und Lebenspartner von Amtsträgern, Vermögens- und Interessenerklärungen abzugeben. Die Nationale Integritätsbehörde erstellt die öffentlichen Interessenblätter über ihre e-DAI-Plattform und veröffentlicht sie innerhalb von 60 Tagen nach Einreichung online.
Urteil des Verfassungsgerichts und Aufbaugelder
Die parlamentarische Debatte in den gemeinsamen Rechts- und Verfassungsausschüssen dauerte über drei Stunden, bevor sie ins Plenum gelangte. Die Gesetzesänderungen wurden formuliert, um einem Urteil des rumänischen Verfassungsgerichts (CCR) vom 17. August 2026 zu entsprechen. Das Gericht entschied, dass die Veröffentlichung von Erklärungen, die nahezu alle Details aus Vermögens- und Interessenangaben reproduzieren, über den legitimen Zweck öffentlicher Integritätsmaßnahmen hinausgeht.
Wir versuchen, die Transparenz zu retten, die vom CCR guillotiniert wurde. Die Presse hat wiederholt schwere Unregelmäßigkeiten aufdecken können, die genau von den Vermögenserklärungen ausgingen. Ein Integritätsgesetz ohne Transparenz ist kein Integritätsgesetz.
Oppositionsabgeordnete der Union Rettet Rumänien (USR) brachten den Änderungsantrag zu den Interessenblättern als Kompromiss ein, um die öffentliche Kontrolle zu wahren und gleichzeitig den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu genügen. Alexandru Dimitriu, ein USR-Abgeordneter, argumentierte während der Ausschusssitzungen, dass das öffentliche Interesse darin liege, die Nettoveränderungen von Jahr zu Jahr zu verfolgen, nicht einzelne Besitztümer. Die Abgeordneten standen unter Druck, die Integritätsreform zu verabschieden, um den möglichen Verlust von 770 Millionen Euro aus der Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union (PNRR) zu verhindern.
- Das Verfassungsgericht entscheidet gegen die vollständige Offenlegung von Vermögenswerten
- Die Abgeordnetenkammer verabschiedet die überarbeitete Integritätsgesetzgebung mit 183 zu 84 Stimmen

