
Rumäniens jährliche Inflation fällt im Juli auf 8,2 % – erster Wert unter 10 % seit einem Jahr
Die jährliche Inflationsrate in Rumänien fiel im Juli 2026 auf 8,16 %, den ersten Wert unter 10 % seit einem Jahr. Grund war ein Basiseffekt aus der Liberalisierung der Energiepreise im Vorjahr, der die Gesamtteuerung dämpfte, während Mieten, Treibstoff und Kaffee weiter stark anzogen.
Rückgang unter 10 %
Die jährliche Inflationsrate in Rumänien fiel im Juli 2026 auf 8,16 %, nach 10,42 % im Juni, wie das Nationale Institut für Statistik (INS) am 12. August mitteilte. Es war das erste Mal seit 12 Monaten, dass die Rate unter die 10-Prozent-Marke fiel. Der monatliche Verbraucherpreisindex stieg gegenüber Juni um 0,58 %, während die Inflation seit Jahresbeginn (Juli 2026 gegenüber Dezember 2025) 4,4 % erreichte. Die durchschnittliche Veränderung der Verbraucherpreise über 12 Monate lag bei 9,8 %.
Der Rückgang war vor allem auf einen günstigen Basiseffekt durch die Liberalisierung der Strompreise im Vorjahr zurückzuführen. Die Strompreise stiegen im Juli im Jahresvergleich nur um 3,39 %, weit unter den monatlichen Anstiegen von über 50 % in den Vormonaten nach dem Wegfall des Preisdeckelungssystems. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg monatlich um 0,42 %, mit einer Jahresrate von 8,2 % und einem 12-Monats-Durchschnitt von 8,8 %.
- 2026-03
- 9.9 %
- 2026-04
- 10.7 %
- 2026-05
- 10.9 %
- 2026-06
- 10.4 %
- 2026-07
- 8.16 %
Dienstleistungen führen die Preissteigerungen an
Dienstleistungen verzeichneten mit 13,67 % den größten jährlichen Preisanstieg, gefolgt von Nichtnahrungsmitteln mit 7,93 % und Nahrungsmitteln mit 5,03 %. Innerhalb der Dienstleistungen stiegen die Mieten im Jahresvergleich um 42,48 %, der höchste Einzelanstieg aller Kategorien. Die Tarife für Wasser, Abwasser und Abfall stiegen um 15,99 %, Autoreparaturen um 13,85 %, Hygiene- und Kosmetikartikel um 14,10 % und medizinische Versorgung um 12,48 %. Der Straßenverkehr verteuerte sich um 12,21 %, der Stadtverkehr um 7,47 %. Die Flugpreise lagen im Jahresvergleich nur 2,3 % höher, stiegen aber gegenüber Juni 2026 um 18,73 %.
Treibstoff- und Kaffeepreise unter Druck
Bei den Nichtnahrungsmitteln stieg Diesel im Jahresvergleich um 30,7 % und Benzin um 23,15 %. Monatlich legte Diesel um 4,6 % zu, während Benzin um 0,85 % fiel. Tabak und Zigaretten verteuerten sich um 8,51 % im Jahresvergleich, mit einem monatlichen Anstieg von 2,5 %. Waschmittel waren 9,92 % teurer, Bücher und Zeitschriften 10,82 % und Wärmeenergie 10,7 %.
- Mieten
- 42.48 %
- Diesel
- 30.7 %
- Benzin
- 23.15 %
- Kaffee
- 19.47 %
- Wasser/Abwasser
- 15.99 %
- Eier
- 13.9 %
- Rindfleisch
- 11.67 %
- Kuhmilch
- 11.28 %
- Strom
- 3.39 %
Die Nahrungsmittelpreise zeigten eine gemischte Entwicklung. Kaffee verzeichnete mit 19,47 % den größten jährlichen Anstieg, gefolgt von Eiern mit 13,9 %, Rindfleisch mit 11,67 % und Kuhmilch mit 11,28 %. Spirituosen wie Țuică verteuerten sich um 8,87 %, Zucker- und Honigprodukte um 8,81 %, Brot um 7,93 %, Bier um 7,88 % und frischer Fisch um 7,54 %. Die Nahrungsmittelpreise insgesamt gingen im Juli gegenüber Juni leicht um 0,29 % zurück, lagen aber immer noch 5 % höher als im Juli 2025. Kartoffeln fielen im Jahresvergleich um 13,68 % und frisches Obst um 13,82 %, während Mehl um 4,3 % und Maismehl um 4,92 % günstiger wurden.
Prognosen und Ausblick
Die Nationalbank Rumäniens (BNR) hat ihre Inflationsprognose für Ende 2026 von zuvor 3,9 % auf 5,5 % nach oben korrigiert und erwartet, dass die Rate bis Ende 2027 2,9 % erreicht, wie aus Daten hervorgeht, die BNR-Gouverneur Mugur Isărescu im Mai vorlegte. Der Arbeitgeberverband Concordia schätzt, dass die Jahresrate bis Jahresende auf etwa 6 % fallen könnte. Der Inflationsverlauf war im Jahr 2026 volatil: Die Rate lag im März bei 9,9 %, stieg im April auf 10,7 %, erreichte im Mai mit 10,9 % ihren Höhepunkt, ging im Juni auf 10,4 % zurück und fiel dann im Juli auf 8,16 %.


