
Rumänien genehmigt 669 MW Batteriespeicher und zehnjährigen Netzausbauplan
Die rumänische Energieregulierungsbehörde ANRE hat Genehmigungen für 669 MW neue Batteriespeicher erteilt und den Übertragungsnetzentwicklungsplan von Transelectrica für 2026–2035 gebilligt, wobei sie schnellere grenzüberschreitende Verbindungen mit Ungarn und Bulgarien fordert.
Neue Speichergenehmigungen
Am 3. September 2026 genehmigte der Regulierungsausschuss der rumänischen Nationalen Energieregulierungsbehörde (ANRE) Baugenehmigungen für Energieprojekte mit einer Gesamtleistung von rund 811 MW. Batteriespeichersysteme machten über 80 % der genehmigten Kapazität aus, was 669 MW entspricht. Dieses Volumen teilt sich auf in rund 429 MW für eigenständige Anlagen und 240 MW für Speicher, die mit anderen Erzeugungsanlagen gekoppelt sind. Die verbleibende Kapazität im Genehmigungspaket umfasst 89 MW Photovoltaik und 53 MW Windkraft. Darüber hinaus erteilte die ANRE kommerzielle Betriebsgenehmigungen für 204 MW fertiggestellte Kapazitäten, darunter 70,1 MW Batteriespeicher.
- Eigenständige Batteriespeicher
- 429 MW
- Gekoppelte Batteriespeicher
- 240 MW
- Photovoltaik
- 89 MW
- Windkraft
- 53 MW
Regionale Speicherkapazität
Die genehmigten 669 MW entsprechen 61,7 % der betrieblichen Batteriespeicherleistung Rumäniens, die am 1. September 2026 bei 1.084,72 MW und 2.310 MWh lag. Bei gleichzeitigem Volllastbetrieb kann die bestehende Batterieflotte etwas mehr als zwei Stunden lang Strom liefern. Rumänien liegt weiterhin hinter Bulgarien zurück, wo die installierte Speicherkapazität laut Daten von Ember bis Mai 2026 rund 3.318 MW und über 8.600 MWh erreichte. Mangels ausreichender inländischer Ausgleichsanlagen exportiert Rumänien während der Mittagsstunden häufig günstigeren Strom und ist in den Abendspitzenzeiten auf teure Importe angewiesen. Der staatliche Wasserkrafterzeuger Hidroelectrica kontrolliert rund 80 % der nationalen Ausgleichsdienstleistungen und erzielte im ersten Halbjahr Einnahmen von 6 Milliarden Lei und einen Nettogewinn von 2,57 Milliarden Lei.
- Rumänien (September 2026)
- 1084.72 MW
- Bulgarien (Mai 2026)
- 3318 MW
Zehnjähriger Netzinvestitionsplan
Die ANRE genehmigte außerdem den Übertragungsnetzentwicklungsplan von Transelectrica für den Zeitraum 2026 bis 2035. Das genehmigte Programm umfasst 117 einzelne Investitionsprojekte, darunter 25 völlig neue Infrastrukturanlagen. Die geplanten Modernisierungen konzentrieren sich auf die Modernisierung von Umspannwerken und Stromleitungen, die Schließung des nationalen 400-kV-Rings, den Ausbau der Transportkapazität und den Einsatz digitaler Netzsteuerungen. Während Baugenehmigungen die letzte administrative Hürde vor dem Bau darstellen, stellte die ANRE fest, dass mehrere fertiggestellte Anlagen noch auf Anschlusszertifikate der Netzbetreiber warten, bevor sie in den kommerziellen Betrieb gehen können.
Wir haben einen Plan genehmigt, der nicht nur eine Liste von Investitionen ist, sondern ein Bekenntnis, das rumänische Übertragungsnetz auf die Energiewirtschaft des nächsten Jahrzehnts vorzubereiten. Die Ziele sind mehr erneuerbare Erzeugung, mehr Speicher und weniger Engpässe im System.
Beschleunigung grenzüberschreitender Verbindungen
Die ANRE hat Transelectrica angewiesen, innerhalb von 30 Tagen ein Beschleunigungsprogramm für unfertige Projekte vorzulegen, die den grenzüberschreitenden Stromaustausch mit Ungarn und Bulgarien ausweiten. Der rumänische Vernetzungsgrad erreichte 2024 18,5 % und übertraf damit die EU-Zielvorgabe von 15 %. Der Überwachungsbericht der ANRE aus dem Jahr 2025 zeigte jedoch, dass die verfügbare grenzüberschreitende Handelskapazität das Ziel von 70 % der kritischen Netzelementkapazität entlang der Grenzen zu Ungarn und Bulgarien nicht erreicht hat. Der Beschleunigungsplan wird vierteljährlich überprüft und die Einführung von dynamischen Freileitungsbewertungen sowie Hochtemperatur-Leiterseilen mit geringem Durchhang untersuchen, um die Übertragungsfähigkeiten zu maximieren.
Rumänien hat das europäische Ziel hinsichtlich des Vernetzungsgrades übertroffen, aber die jüngsten Lehren zeigen uns, wie wichtig die Vernetzungskapazität ist, um heikle Momente für das nationale Energiesystem zu überwinden, wie etwa solche, in denen vorübergehend ein höheres Volumen an Stromimporten erforderlich ist. Daher darf das Ziel nicht nur das EU-Ziel sein, sondern so viel grenzüberschreitende Kapazität wie möglich.


