
Rumänien startet 400-Millionen-Lei-Batterieprogramm für Haushalte und 150-Millionen-Euro-Auktion für Netzspeicher
Das Umweltministerium hat eine öffentliche Konsultation für eine 400-Millionen-Lei-Prosumer-Batterieförderung gestartet, während eine separate 150-Millionen-Euro-Auktion auf netzunabhängige Speicher abzielt.
Öffentliche Konsultation zu Batteriezuschüssen für Haushalte
Am 18. August 2026 veröffentlichte das Ministerium für Umwelt, Wasser und Wälder den Entwurf des Antragsleitfadens für ein neues 400-Millionen-Lei-Batteriespeicherprogramm. Verwaltet durch die Umweltfondsverwaltung (AFM), finanziert das nationale Programm einzelne Prosumer, die netzgekoppelte Solaranlagen betreiben. Die Initiative zielt darauf ab, landesweit mindestens 400 MWh dezentrale Speicherkapazität zu schaffen. Umweltministerin Diana Buzoianu skizzierte das operative Ziel, Haushaltsbatterien statt zusätzlicher Erzeugungskapazität zu finanzieren.
In den letzten Jahren hat Rumänien stark in die Energieerzeugung mit Solarmodulen investiert. Der logische nächste Schritt ist nun die Investition in Speicher, damit die tagsüber erzeugte Energie von den Prosumern abends genutzt werden kann, wenn der Verbrauch höher ist und Rumänien Energie importieren muss.
Öffentliche Debatten mit Prosumern, zertifizierten Installateuren und Branchenverbänden werden stattfinden, bevor das Ministerium das endgültige Regulierungsdokument formell genehmigt.
Förderregeln und technische Spezifikationen
Nach den AFM-Entwurfsregeln können einzelne Prosumer bis zu 15.000 Lei inklusive Mehrwertsteuer pro Anlage erhalten. Der staatliche Zuschuss deckt bis zu 75 % der förderfähigen Ausgaben, wobei die Begünstigten mindestens 25 % des Gesamtprojektwerts beisteuern müssen. Die Förderung ist auf 1.250 Lei pro Kilowattstunde Speicherkapazität begrenzt, wobei förderfähige Systeme eine Mindestkapazität von 12 kWh aufweisen müssen. Das Auswahlverfahren ersetzt das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ durch ein punktbasiertes Bewertungssystem. Die Anlagen müssen von Technikern installiert werden, die über eine ANRE-Typ-B-Bescheinigung oder eine gleichwertige, in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union ausgestellte Zertifizierung verfügen.
Haushaltsberechtigung und Standortbedingungen
Das AFM-Programm steht Privatpersonen offen, unabhängig davon, ob ihre Solarmodule durch frühere Casa-Verde-Ausgaben oder private Mittel finanziert wurden. Antragsteller müssen zum Zeitpunkt der Registrierung einen aktiven Prosumer-Status haben und keine offenen Steuerverbindlichkeiten gegenüber lokalen oder nationalen Haushalten aufweisen. Grundstücke mit bereits vorhandenen Batteriespeicheranlagen sind von der Förderung ausgeschlossen. Die Regeln schließen auch Standorte mit registrierten gewerblichen oder beruflichen Einrichtungen aus, es sei denn, der gewerbliche Stromverbrauch wird vollständig getrennt von den Wohnräumen gemessen. Die Speichereinheiten müssen außerdem entsprechend den Haushaltsverbrauchsmustern und der tatsächlichen Solarleistung dimensioniert sein.
Großspeicher durch den Modernisierungsfonds
Parallel zur Haushaltskonsultation gab der Interims-Premierminister Ilie Bolojan die Veröffentlichung der Antragsregeln für netzunabhängige Batteriespeicher im Amtsblatt bekannt. Finanziert durch den Europäischen Modernisierungsfonds, zielt dieses 150-Millionen-Euro-Programm auf mindestens 2.174 MWh neue Speicherkapazität ab, die direkt an das nationale Energiesystem angeschlossen wird. Gewerbliche Unternehmen jeder Größe unter CAEN-Code 35 in den Bereichen Stromerzeugung, -verteilung, -versorgung und -speicherung können bis zu 15 Millionen Euro pro Unternehmen erhalten. Die staatliche Beihilfe ist auf 69.000 Euro pro MWh begrenzt, und die Verträge werden über wettbewerbliche Auktionen an Projekte vergeben, die die geringste Unterstützung pro Kapazitätseinheit fordern.
Investitionen in Speicher bedeuten ein sichereres Energiesystem, eine bessere Nutzung erneuerbarer Energien und geringere Netzausgleichskosten.
- AFM-Haushaltsprogramm
- 400 MWh
- Modernisierungsfonds-Netzprogramm
- 2174 MWh
Umsetzungszeitplan für Netzspeicher
Die Projekteinreichungen für die 150-Millionen-Euro-Gewerbeauktion werden online über die MySMIS-Plattform zwischen dem 1. September und dem 30. Oktober 2026 stattfinden. Die Behörden werden im November 2026 eine vorläufige Rangliste auf der Grundlage der geforderten Preise pro MWh veröffentlichen. Die administrativen und förderrechtlichen Prüfungen werden im November und Dezember 2026 durchgeführt, gefolgt von Streitbeilegung und Vertragsunterzeichnungen im Januar und Februar 2027. Die siegreichen gewerblichen Entwickler müssen ihre autonomen Speicheranlagen innerhalb von 48 Monaten nach Vertragsunterzeichnung in Betrieb nehmen. In der Zwischenzeit wird die AFM die Rückmeldungen aus der öffentlichen Konsultation zu den Haushaltsregeln bearbeiten, bevor sie ihre digitale Antragsplattform öffnet.
- Online-Projekteinreichung über MySMIS
- Veröffentlichung der vorläufigen Rangliste basierend auf dem geforderten Preis pro MWh
- Administrative und förderrechtliche Prüfungen in der Reihenfolge der Rangliste
- Streitbeilegung und Vertragsunterzeichnung
- Inbetriebnahme von betriebsbereiten Batteriespeicheranlagen

