
Parlamentssekretär und Parteizeitungsdirektor der SYRIZA treten nach Rücktritt des Vorsitzenden zurück
Dionysis Kalamatianos, Sekretär der SYRIZA-Parlamentsfraktion, und Lambros Tsouknidas, Direktor der Parteizeitung Avgi, haben am Freitag, den 10. Juli 2026, ihren Rücktritt erklärt, einen Tag nachdem Parteipräsident Sokrates Famellos sein Amt niedergelegt hatte.
Führungsvakuum weitet sich aus
Die Rücktritte innerhalb der SYRIZA haben sich am Freitag beschleunigt, als zwei hochrangige Persönlichkeiten ihre Posten verließen und damit das Vakuum vertieften, das am Vortag durch den Weggang von Parteipräsident Sokrates Famellos entstanden war. Dionysis Kalamatianos, der Sekretär der Parlamentsfraktion, reichte seinen Rücktritt in einem Schreiben an die Fraktionsmitglieder ein, während Lambros Tsouknidas, Direktor der Parteizeitung Avgi, seinen Abgang in einem Facebook-Post am späten Abend des Vortages bekannt gab. Die Schritte erfolgen vor einer für Samstag, den 11. Juli, anberaumten Sitzung des Zentralkomitees.
Meine Entscheidung ist bewusst und das Ergebnis reiflicher Überlegung.
Kalamatianos, der den Wahlkreis Elis vertritt, beschrieb seinen Rücktritt nicht als spontane Reaktion, sondern als eine nach sorgfältiger Abwägung getroffene. In seinem Schreiben gab er einen kurzen Rückblick auf seine Amtszeit und erklärte, er habe mit Konsequenz und Respekt vor den Institutionen und Kollegen gearbeitet. Er dankte den Abgeordneten, Mitarbeitern und Weggefährten, mit denen er zusammengearbeitet hatte, und schloss mit einer Botschaft der Kontinuität.
Wir machen weiter mit derselben Verantwortung und demselben Bekenntnis zu unseren Prinzipien und Werten.
Avgi-Chef beruft sich auf moralische Verpflichtung
Tsouknidas schlug in seiner Facebook-Erklärung einen persönlicheren Ton an. Er erinnerte daran, dass er von Famellos für die Sonntagsausgabe der Avgi berufen worden war und es als moralisch selbstverständlich betrachte, zurückzutreten, sobald der Parteivorsitzende sein Amt niedergelegt habe. Er bestätigte, dass er seinen Rücktritt am Donnerstagabend um 21:45 Uhr eingereicht habe. Tsouknidas dankte Famellos für sein Vertrauen und wünschte seinen Kollegen alles Gute, fügte hinzu, dass er zusammen mit dem Redaktionsausschuss normal an der kommenden Sonntagsausgabe arbeiten werde.
Ich wurde vom Vorsitzenden der SYRIZA-P.S., Sokrates Famellos, in die ehrenvolle Position des Direktors der Sonntags-Avgi berufen. Mit seinem Rücktritt vom Parteivorsitz betrachte ich es als moralisch selbstverständlich, das Amt zu übergeben.
Zentralkomitee-Sitzung stand bevor
Familoss Rücktritt am späten Donnerstag war der Höhepunkt einer politischen Entwicklung, die seit Tagen auf eine Sackgasse zusteuerte. Nach Angaben von To Vima hatte sich das interne Kräfteverhältnis in der Partei rapide verschoben, und Allianzen, die noch Wochen zuvor stabil erschienen, waren zerbrochen. Der scheidende Vorsitzende habe offenbar erkannt, dass die für Samstag anberaumte Sitzung des Zentralkomitees zu einer offenen Bewährungsprobe ohne politisches Sicherheitsnetz werden würde.
- Parteipräsident Sokrates Famellos tritt zurück
- Avgi-Direktor Lambros Tsouknidas reicht Rücktritt ein
- Parlamentsfraktionssekretär Dionysis Kalamatianos und Tsouknidas geben Rücktritte öffentlich bekannt
- Sitzung des Zentralkomitees anberaumt; Kalamatianos soll Unabhängigkeit erklären
Möglicher Unabhängigkeitsschritt angekündigt
Die Turbulenzen könnten sich noch weiter ausdehnen. To Vima berichtete, dass Kalamatianos voraussichtlich unmittelbar nach Abschluss der Zentralkomitee-Sitzung am Samstag offiziell seine Unabhängigkeit von der Partei erklären werde. Die Aussicht auf einen weiteren Abgeordneten, der die Fraktion verlässt, würde die interne Arithmetik der Partei in einem Moment institutioneller Fragilität weiter verkomplizieren.
Die beiden Rücktritte am Freitag unterstreichen, wie die Nachbeben des Präsidentenrücktritts über den Führungskreis hinaus bis in den parlamentarischen Apparat der Partei und den angeschlossenen Medienapparat ausstrahlen.

