
Irans Präsident Peseschkian soll angeblich Rücktrittsschreiben eingereicht haben – Machtkampf mit den Revolutionsgarden – Teheran dementiert
Am Sonntag kursierten widersprüchliche Berichte, ob der iranische Präsident Masoud Peseschkian sein Rücktrittsschreiben eingereicht habe, in dem er die Übernahme staatlicher Funktionen durch die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) anprangerte, bevor offizielle Stellen die Behauptung umgehend dementierten.
Der Rücktrittsbericht
Am Sonntag, den 31. Mai 2026, berichtete das in London ansässige Oppositionsmedium Iran International, dass der iranische Präsident Masoud Peseschkian ein Rücktrittsschreiben an das Büro von Oberstem Führer Mojtaba Khamenei gesandt habe. Ein anonymer Beamter sagte dem Medium, das Schreiben habe hervorgehoben, wie die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) weite Teile der Regierung faktisch übernommen und den Präsidenten und andere hochrangige Beamte von wesentlichen Entscheidungen ausgeschlossen hätten.
Der Hauptgrund für die Differenzen zwischen Peseschkian und dem Chef der IRGC war die Art und Weise, wie der Krieg geführt wurde, und seine verheerenden Folgen für den Lebensunterhalt der Menschen und die Wirtschaft des Landes.
Laut dem Bericht erklärte Peseschkian, dass er unter diesen Umständen nicht in der Lage sei, die Regierung zu führen oder seinen Verantwortungen nachzukommen, und bat daher um Rücktritt. Quellen zufolge war noch nicht klar, ob Khamenei den Rücktritt annehmen würde, aber der Inhalt des Schreibens deutete auf eine tiefe und beispiellose Kluft an der Spitze der Macht hin.
Schnelles Dementi aus Teheran
Innerhalb weniger Stunden berichtete die mit den Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine Regierungsquelle, dass Präsident Peseschkian nicht zurückgetreten sei und seine Pflichten weiterhin erfülle, was dem Bericht von Iran International direkt widersprach. Seyyed Mehdi Tabatabai, stellvertretender Direktor für Kommunikation und Information im Büro des Präsidenten, wies den Bericht auf X als „falsch“ zurück und bezeichnete ihn als „Medienspiele“.
Peseschkian wird sich nicht davon zurückziehen, dem iranischen Volk zu dienen.
Tabatabai fügte hinzu, dass diejenigen, die die nationale Einheit Irans untergraben wollten, „diesen Wunsch erneut mit ins Grab nehmen“ würden, und wies Spekulationen über Spaltungen im Land zurück. Iran International veröffentlichte anschließend das Dementi auf seinem eigenen X-Account.
Monate der Spannungen
Die Spannungen zwischen dem Präsidenten und den Revolutionsgarden hatten sich seit Monaten aufgebaut. Iran International hatte zuvor berichtet, dass die Garden viele Präsidentenbefugnisse schrittweise eingeschränkt und die Kontrolle über Schlüsselelemente der Regierung faktisch übernommen hätten. Informierte Quellen beschrieben die Situation so, dass sie Peseschkians Regierung in eine unmögliche Lage gebracht habe und selbst diplomatische Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über einen Waffenstillstand und einen möglichen Frieden behindere.
Khamenei im Versteck
Letzte Woche enthüllten amerikanische Beamte gegenüber CBS, dass sich der Oberste Führer Khamenei an einem geheimen Ort mit eingeschränktem Zugang zur Außenwelt versteckt halte und nur über ein „Labyrinth“ von Boten erreichbar sei. Selbst die höchsten Beamten der iranischen Regierung kennen seinen Aufenthaltsort angeblich nicht und können nicht direkt mit ihm kommunizieren.
- Iran International berichtet erstmals, Peseschkian habe Rücktrittsschreiben an Khamenei gesandt
- Nachrichtenagentur Tasnim dementiert Rücktritt, sagt, Präsident erfülle weiterhin Pflichten
- Präsidentenberater Tabatabai nennt Berichte auf X „falsche Medienspiele“
- Iran International veröffentlicht das offizielle Dementi auf seinem eigenen X-Account


