
Dolomiti Superski erstattet Skifahrern 30 Millionen Euro nach Kartellvergleich bei Skipass-Preisen
Die italienische Wettbewerbsbehörde hat eine Untersuchung gegen das Konsortium Dolomiti Superski mit einem 30-Millionen-Euro-Entschädigungspaket für Skifahrer abgeschlossen, die zwischen 2022 und 2025 Tal-Skipässe gekauft haben. Anspruchsberechtigte können ab dem 15. Oktober 2026 zwischen einer Barerstattung von 20 % oder einem Gutschein von 30 % für zukünftige Käufe wählen.
Kartelluntersuchung und Vergleich
Die italienische Wettbewerbsbehörde, die Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (Antitrust), hat eine Untersuchung gegen die Federconsorzio Dolomiti Superski und 12 angeschlossene Talkonsortien abgeschlossen, die im Juli 2025 begann. Die Prüfung untersuchte zwei Aspekte der Satzung des Konsortiums: ob die Federconsorzio die Preisgestaltung der Tal-Skipässe unter ihren Mitgliedskonsortien koordinierte und ob sie diese Konsortien daran hinderte, ihre eigenen Skipässe über Dritte zu verkaufen. Die Antitrust-Behörde sah darin mögliche Verstöße gegen Artikel 2 des italienischen Gesetzes Nr. 287/1990 und Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Um das Verfahren ohne Geldbußen oder Schuldanerkenntnis abzuschließen, verpflichteten sich die Konsortien zu Satzungsänderungen, die jede künftige Koordinierung der Preis- und Vertriebspolitik für Tal-Skipässe beseitigen, sowie zu einem Entschädigungspaket für Skifahrer.
30-Millionen-Euro-Entschädigungspaket
Der Vergleich umfasst einen Entschädigungsfonds in Höhe von 30 Millionen Euro für Verbraucher, die in den Wintersaisons 2022/2023, 2023/2024 und 2024/2025 Tal-Skipässe (Tages- oder Mehrtageskarten, gültig für einen bis 31 aufeinanderfolgende Tage in einem einzigen Skigebiet) gekauft haben. Das Paket ist in zwei Ströme aufgeteilt: 18 Millionen Euro für Gutscheine und 12 Millionen Euro für Barerstattungen. Anspruchsberechtigte Skifahrer können zwischen einer direkten Barerstattung in Höhe von 20 % ihrer nachgewiesenen Ausgaben oder einem Gutschein im Wert von 30 % ihrer Ausgaben wählen, der für zukünftige Käufe von Tal-Skipässen verwendet werden kann. Saisonkarten und der gebietsübergreifende Dolomiti Superski Super-Skipass sind von der Regelung ausgeschlossen. Die 12 betroffenen Skigebiete umfassen Cortina d'Ampezzo, San Vito di Cadore, Auronzo/Misurina, Plan de Corones-Kronplatz, Alta Badia, Val Gardena-Alpe di Siusi, Val di Fassa e Carezza, Alpe Lusia-San Pellegrino, Civetta, Arabba-Marmolada, 3 Zinnen, Val di Fiemme-Obereggen, San Martino di Castrozza e Passo Rolle und Rio Pusteria-Bressanone.
- Gutscheinfonds
- 18 Mio. €
- Barerstattungsfonds
- 12 Mio. €
- Zukünftige Aktionen für Super-Skipass
- 20 Mio. €
So wird der Antrag gestellt
Ab dem 15. Oktober 2026 können anspruchsberechtigte Skifahrer Anträge über ein spezielles Online-Portal einreichen, das Dolomiti Superski in den kommenden Wochen starten wird. Die Federconsorzio wird jeden Antrag prüfen, und die Nutzer werden gebeten, Belege für ihre Skipass-Käufe aufzubewahren. Priorität haben bestätigte Anträge nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, bis der Fonds erschöpft ist. Informationen zu den Betriebsdetails und Zeitplänen werden vor Öffnung des Antragsfensters über offizielle Kanäle veröffentlicht. Der Präsident der Federconsorzio, Andy Varallo, erklärte, die Umsetzung werde nach Kriterien der Transparenz und Unparteilichkeit erfolgen, mit Updates für Nutzer und Verbraucherverbände.
Verbraucherverbände uneins
Verbraucherverbände gaben gemischte Urteile ab. Assoutenti, ein formeller Teilnehmer des Verfahrens, lehnte den Plan ab, bezeichnete ihn als „Rückerstattungen mit Hindernissen“ und sagte, die Verbraucher seien „betrogen“ worden, da die Gutscheinoption sie zu Neukäufen dränge und beide Optionen Obergrenzen aufwiesen, die dazu führen könnten, dass einige Antragsteller leer ausgingen. Assoutenti wies auch darauf hin, dass der tägliche Dolomiti Superski Skipass von 2021 bis 2026 um 28,4 % gestiegen sei. Consumerismo No Profit, ebenfalls ein Teilnehmer, gab ein positives Urteil ab, forderte jedoch, dass die Ergebnisse mit „sicheren und unabhängigen Methoden“ gemessen werden müssten.
Zusätzliche Verpflichtungen
Über den 30-Millionen-Euro-Entschädigungsfonds hinaus verpflichteten sich die Konsortien, in den nächsten fünf Wintersaisons Aktionen und Rabatte auf den Dolomiti Superski Super-Skipass beizubehalten, die auf rund 20 Millionen Euro geschätzt werden. Damit beläuft sich der Gesamtwert der Verpflichtungen auf rund 50 Millionen Euro. Die Konsortien werden außerdem ihre Satzungen ändern, um jegliche Koordinierung der Preisgestaltung und des Vertriebs von Tal-Skipässen zu beseitigen.
- Kartelluntersuchung gegen Dolomiti Superski eingeleitet
- Kartellbehörde schließt Fall mit Verpflichtungen und 30-Millionen-Euro-Entschädigungsplan ab
- Online-Portal für Rückerstattungs- und Gutscheinanträge öffnet


