UN-Ermittlung: Belagerung von El Fasher durch RSF im Sudan gilt als Völkermord, während IStGH Durchbruch bei Kriegsverbrechen in Darfur erzielt
Eine UN-Untersuchungskommission ist zu dem Schluss gekommen, dass die sudanesische RSF-Miliz während der Belagerung von El Fasher einen Völkermord begangen hat, während der IStGH erklärt, konkrete Beweise zu haben, die RSF-Führer mit Kriegsverbrechen in Darfur in Verbindung bringen.
Einnahme von El Fasher
Im Oktober 2025 eroberte die RSF-Miliz El Fasher, die Hauptstadt von Nord-Darfur, nach einer langwierigen Belagerung. Mehr als 6.000 Menschen wurden getötet, und Überlebende haben von entsetzlichen Misshandlungen berichtet. Die Vereinten Nationen haben Massentötungen, Entführungen von Frauen und Mädchen, erzwungenen Hunger und Massenvergewaltigungen dokumentiert. Überlebende berichteten, dass sie in Räumen vergewaltigt wurden, in denen die Leichen kürzlich getöteter Zivilisten, darunter Familienmitglieder, auf dem Boden lagen.
UN stellt Völkermord fest
Ein neuer Bericht der UN-Untersuchungskommission für den Sudan, der am 8. Juli 2026 veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass das weit verbreitete und systematische Muster des RSF-Verhaltens in El Fasher Teil einer absichtlichen Politik war, die einem Völkermord gleichkommt. Die Kommission hatte bereits in einem vorläufigen Bericht im Februar 2026 festgestellt, dass die Massentötungen Anzeichen eines Völkermords trugen. Der neueste Bericht fügt Beweise für Kriegsverbrechen hinzu, darunter Aushungern und Angriffe auf die zivile Infrastruktur.
Die Muster, die wir in al-Fashir dokumentiert haben – einschließlich Einkreisung, Angriffe auf die zivile Infrastruktur, Einschränkungen des humanitären Zugangs und weit verbreitete Misshandlungen von Zivilisten – sind eine eindringliche Warnung. Die internationale Gemeinschaft muss diese Lehren beherzigen und handeln, um eine weitere Katastrophe zu verhindern.
Durchbruch beim IStGH
Am 9. Juli 2026 erklärte der Internationale Strafgerichtshof, er habe „konkrete Beweise“, die RSF-Führer mit Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur verbinden. Die stellvertretende Chefanklägerin Nazhat Shameem Khan sagte der BBC, die Ermittlungen zu den Massakern in El Fasher und El Geneina hätten einen Durchbruch erzielt.
Es mag Zeit brauchen, bis Gerechtigkeit entwickelt und vor Gericht gebracht wird, aber wir werden es schaffen.
Die RSF hat alle Vorwürfe weit verbreiteter Tötungen wiederholt bestritten.
Wachsende Besorgnis um al-Obeid
Der UN-Menschenrechtschef warnte am 3. Juli, dass sich eine ähnliche Katastrophe um al-Obeid, die Hauptstadt von Nord-Kordofan, zusammenbraue, wo rund 500.000 Menschen, darunter 83.000 Binnenvertriebene, gefährdet seien. Am 6. Juli richtete der UN-Menschenrechtsrat eine dringende Untersuchung zu mutmaßlichen Misshandlungen dort ein. Großbritannien und andere Staaten haben vor der Gefahr groß angelegter Gräueltaten gewarnt, während sich RSF-Kräfte um die Stadt sammeln.
- RSF-Miliz erobert El Fasher nach langer Belagerung; über 6.000 Tote.
- Vorläufiger UN-Bericht sagt, Massentötungen in El Fasher tragen Anzeichen von Völkermord.
- UN-Menschenrechtschef warnt vor standrechtlichen Hinrichtungen, Folter und sexueller Gewalt in al-Obeid.
- Neuer UN-Bericht kommt zu dem Schluss, dass RSF in El Fasher Völkermord begangen hat.
- Stellvertretende Chefanklägerin des IStGH kündigt konkrete Beweise an, die RSF-Führer mit Kriegsverbrechen in Darfur verbinden.


