
Eli Roths ‚Ice Cream Man‘ verwandelt Kinder in blutbespritzte Killer in einem unrated Splatterfilm nach 20-jähriger Entstehungszeit
Der Regisseur vertreibt sein lang gehegtes Horrorprojekt über dämonisches Eis selbst, das Kleinstadtkinder in mörderische Zombies verwandelt, die jeden Erwachsenen in Sichtweite zerlegen.
Ein 20-jähriger Traum, im Eigenvertrieb
Eli Roth hat zwei Jahrzehnte damit verbracht, Ice Cream Man zu verwirklichen – ein Konzept, das kein großes Studio anfassen wollte. Er brachte den Film schließlich auf die Leinwand, indem er seine eigene Vertriebsfirma, The Horror Section, gründete und den Film unrated veröffentlichte. Roth schrieb das Drehbuch gemeinsam mit seinem langjährigen Mitarbeiter Noah Belson. Der Regisseur selbst tritt auf der Leinwand als Nerd-Vater auf, der ein grausiges Ende findet.
Das Setting: Ein Rattenfänger in Bayleen Bay
Der Film beginnt mit einem sonnigen Little-League-Spiel in der fiktiven Kleinstadt Bayleen Bay. Ein Eiswagen fährt vor, gefahren von einem stummen, ständig lächelnden Mann, gespielt vom kanadischen Schauspieler Ari Millen. Er verteilt kostenlose Proben mit Geschmacksrichtungen wie Heuschreckenlecker und Schlangenwirbel. Rückblenden zeigen, dass er Jahre zuvor von den Kindern der Stadt gemobbt wurde, die nun die Eltern einer neuen Generation sind. Seine Rache nutzt ihre Kinder durch dämonisch besessenes Eis, das sie in ausdruckslose Zombies verwandelt, die jeden über 12 Jahren töten.
Der Filmemacher war überzeugt, dass kein Studio seine Vision von ungefilterten ekelerregenden Zerstückelungen anfassen würde.
Das Gemetzel: Elektrowerkzeuge und Springseile aus Gedärmen
Etwa 15 Minuten nach Filmbeginn marschieren die Kinder mit buntem Eiscreme verschmierten Mündern in die Schule und beginnen, jeden Erwachsenen, den sie finden, abzuschlachten. Ein Mädchen schneidet ihrer schlafenden Mutter mit einer Bügelsäge in den Hals; ihr Bruder schlägt das Gesicht seines Vaters mit einem Baseballschläger ein. Das Gemetzel eskaliert mit einem elektrischen Schleifer, Gartenscheren, einem Müllzerkleinerer, Ziegeln, die von einem Dach geworfen werden, und einem Tauziehen mit menschlichen Gedärmen. Der Eisverkäufer mischt sich gelegentlich ein und serviert einem Lehrer das ausgeschabte Gehirn in einer Waffel.
Die wahren Stars dieses ultra-gonzo Horrorfilms sind die Leute in der Maskenabteilung, insbesondere die Prothetik-Designer Steve Newburn und Adrien Morot.
Kritikerstimmen: Gore ohne Handlung
Rezensionen beschreiben den Film als einen eintönigen Splatter-Schocker, der vergisst, eine Geschichte zu liefern. Variety nennt ihn schamlos abgeleitet und zu lächerlich, um zu erschrecken, und merkt an, dass er Roths früheren Film Thanksgiving wie Vampyr aussehen lässt. The Hollywood Reporter meint, nur eingefleischte Slasher-Fans würden ihn euphorisch finden, während Deadline sagt, Roth und Belson hätten eine unausgegorene Idee angerührt, von der nur das Fleisch übrig geblieben sei. Alle drei Branchenblätter heben die Prothetikarbeit von Morot, einem Oscar-Gewinner für The Whale, und Steve Newburn als die wahre Leistung des Films hervor.
Der Film möchte ein Spaß sein, aber er ist ein so protzig grelles und plumpes Stück Schocktheater, dass er ‚Thanksgiving‘ wie ‚Vampyr‘ aussehen lässt.
Vergleiche und Einflüsse
Kritiker greifen auf ein dichtes Netz von Horror-Referenzen zurück, um den Film einzuordnen: Home Alone für die Prämisse der gegen Erwachsene losgelassenen Kinder, Village of the Damned für die ausdruckslosen Kinder, die Terrifier-Reihe für den stummen, lächelnden Bösewicht und George Romeros lebende Tote für das zombieartige Verhalten. Das stille, unheimliche Auftreten des Eisverkäufers wird wiederholt mit Art the Clown verglichen, während die Gewalt von Kindern gegen Erwachsene an die Eröffnungsszene von Halloween erinnert. Eine Rezension nennt ihn einen „Bugsy Malone der lebenden Toten“.


