
Roma-Seelsorger Stanisław Opocki stirbt nach Frontalzusammenstoß mit Lkw in Polen
Stanisław Opocki, 73, starb in einem Krankenhaus in Krakau, nachdem sein Auto am Mittwoch, dem 7. Oktober, in Jurków frontal mit einem Lkw zusammengestoßen war. Die Konferenz des Polnischen Episkopats gab seinen Tod am Donnerstag bekannt.
Frontalzusammenstoß in Jurków
Stanisław Opocki, ein 73-jähriger Priester und nationaler Seelsorger der Roma, starb, nachdem sein Auto am Mittwoch, dem 7. Oktober, in Jurków in der Region Kleinpolen frontal mit einem Lkw zusammengestoßen war. Der Unfall ereignete sich auf der Woiwodschaftsstraße 980 (die Gazeta Krakowska nennt sie DW 980), kurz vor deren Kreuzung mit der Landesstraße 75, die Brzesko und Nowy Sącz verbindet. Asp. Grzegorz Kupiec von der Kreispolizei Brzesko sagte gegenüber Rzeczpospolita, der vom Priester gesteuerte Dacia sei frontal mit dem Lkw kollidiert, die Ursache des Zusammenstoßes sei bislang nicht geklärt. Die Gazeta Krakowska berichtete unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse der Polizei, der 73-jährige Fahrer sei unmittelbar vor dem entgegenkommenden Lkw auf die Gegenfahrbahn geraten. Der schwer verletzte Fahrer wurde mit einem Hubschrauber des Lotnicze Pogotowie Ratunkowe in das Universitätsklinikum in Krakau geflogen, wo er mehrere Stunden später starb.
Drei Jahrzehnte Seelsorge für Roma-Gemeinschaften
Opocki wurde 1953 geboren und 1978 zum Priester geweiht; er gehörte zur Diözese Tarnów. Anfang der 1980er Jahre, als er als Vikar in der Allerheiligenpfarrei in Łososina Górna bei Limanowa tätig war, begegnete er erstmals Roma-Familien, die unter sehr schwierigen Bedingungen lebten, unter anderem in der nahe gelegenen Siedlung Koszary. Berichten zufolge betrachtete er diese Arbeit als seine Berufung. Mitte der 1980er Jahre initiierte er eine Roma-Wallfahrt von Łososina Górna zum Heiligtum Unserer Lieben Frau von den Schmerzen in Limanowa. Er bereitete Roma auf die Sakramente vor und organisierte ihre Wallfahrten, und als nationaler Seelsorger wirkte er auch an der Organisation von Roma-Wallfahrten nach Jasna Góra, Rywałd und zum Heiligtum der seligen Karolina Kózkówna in Zabawa bei Tarnów mit. 1993 war er Mitorganisator des Internationalen Roma-Kongresses in Zakopane, der die Lage der Roma im Staat und in der Kirche behandelte. Innerhalb der Roma-Gemeinschaft war er als „romano raszaj“ bekannt, was „Roma-Priester“ bedeutet.
- Stanisław Opocki wird geboren
- Er wird in der Diözese Tarnów zum Priester geweiht
- Er ist Mitorganisator des Internationalen Roma-Kongresses in Zakopane
- Er wird nationaler Seelsorger der Roma
- Sein Auto stößt in Jurków frontal mit einem Lkw zusammen, er stirbt Stunden später in einem Krakauer Krankenhaus
- Die Konferenz des Polnischen Episkopats gibt seinen Tod bekannt
Würdigungen durch Roma-Institutionen
Das Centrum Historii i Kultury Romów erklärte, es habe seinen plötzlichen Tod mit unermesslicher Trauer aufgenommen, und erinnerte an seinen jahrzehntelangen Dienst an der Gemeinschaft. Die Einrichtung beschrieb ihn als Seelsorger, Beschützer, Anwalt und Freund der Gemeinschaft.
Jahrzehntelang hat er sich in seinem priesterlichen Dienst ohne Grenzen der Roma-Gemeinschaft gewidmet. Er war nicht nur ihr Seelsorger, sondern auch ihr Beschützer, ihr Anwalt und ihr Freund. Das Wohl der Roma-Gemeinschaft lag ihm stets am Herzen.
Das Museum der Roma-Kultur in Warschau, das den Tod am Mittwoch bekannt gab, nannte ihn einen Mann mit großen Verdiensten und würdigte seine seelsorgerische und soziale Arbeit. In seinem veröffentlichten Nachruf hieß es zudem, er sei den Roma in einer Zeit starker Anfeindungen treu geblieben.
Wir werden nicht vergessen, dass er keine Angst hatte, sich nicht abwandte und bei ihnen war, als sich fast alle gegen die Roma aus Koszary stellten. Er zahlte einen hohen Preis für die Anfeindungen und das Unverständnis, und er konnte sich nicht immer auf Menschen aus seiner eigenen Kirche verlassen. Es ist zu früh, es ergibt keinen Sinn, es gibt noch so viel zu tun.
Was offen bleibt
Die Polizei hat bislang nicht geklärt, warum das Auto und der Lkw zusammenstießen, und die Artikel nennen keine Ursache. Rzeczpospolita berichtete, der Episkopat habe den Tod am Donnerstag, dem 8. Oktober, einen Tag nach dem Unfall bestätigt. Die Artikel beschreiben weder die Trauerfeierlichkeiten noch eine Stellungnahme des Lkw-Fahrers.

