
Italienischer Junge Mattia Maestri stirbt mit 13 Jahren nach neun Jahren im Wachkoma durch Rohmilchkäse-Infektion
Mattia Maestri aus Coredo im Trentino erkrankte 2017 im Alter von vier Jahren nach dem Verzehr von kontaminiertem Rohmilchkäse an einer schweren Escherichia-coli-Infektion. Er erlangte nie wieder das Bewusstsein.
Mattia Maestri, ein 13-jähriger Junge aus Coredo in der italienischen Provinz Trentino, starb am 2. August 2026, nachdem er neun Jahre in einem permanenten Wachkoma verbracht hatte. Sein Zustand wurde durch eine schwere Escherichia-coli-Infektion verursacht, die er sich 2017 zuzog, als er im Alter von vier Jahren einen mit dem Shiga-Toxin produzierenden Bakterium (STEC) kontaminierten Rohmilchkäse aß.
Die Bekanntgabe und die Reaktion der Familie
Die Nachricht wurde von seinem Vater, Giovanni Battista Maestri, über die lokale Tageszeitung Il T bekannt gegeben.
Unser Mattia hat uns verlassen, und in seinem Namen danke ich Ihnen, dass Sie dazu beigetragen haben, sein Leiden zu lindern.
Im Laufe der Jahre verwandelte der Vater persönliche Tragödien in öffentliches Engagement. Er gründete eine Verbraucherorganisation, die sich der Sensibilisierung für die Risiken von inhärent gefährlichen Lebensmitteln widmet. Er veröffentlichte auch ein Buch mit dem Titel „La verità sui pericoli dei formaggi a latte non pastorizzato“ („Die Wahrheit über die Gefahren von Käse aus nicht pasteurisierter Milch“), das in den letzten Monaten im italienischen Senat vorgestellt wurde.
Ich habe es in zwanzig Tagen geschrieben, aber es ist das Ergebnis jahrelanger Kämpfe.
Zur Kennzeichnung argumentierte er, dass Eltern in der Lage sein sollten, das Risiko selbst abzuwägen.
Wenn ein Elternteil das Risiko eingehen möchte, muss er dies bewusst tun können. Es braucht eine klare Kommunikation, wie auf Zigarettenpackungen.
Er richtete auch scharfe Kritik an der politischen Untätigkeit.
Im Trentino werden Marken und Image verteidigt, aber für Kinder wird nicht genug getan.
Der Rechtsfall
Das gerichtliche Verfahren endete mit einem endgültigen Urteil des italienischen Kassationsgerichtshofs, der den Kausalzusammenhang zwischen dem kontaminierten Produkt und den schweren Verletzungen des Kindes bestätigte. Am 5. März 2025 erklärte das Gericht die Berufungen der beiden Angeklagten für unzulässig und machte damit die Verurteilungen wegen sehr schwerer fahrlässiger Körperverletzung von Lorenzo Biasi, dem damaligen Präsidenten der Caseificio Sociale di Coredo, und dem Käser Gianluca Fornasari rechtskräftig. Beide wurden in erster Instanz im Dezember 2023 verurteilt; das Berufungsgericht Trient bestätigte die Urteile im Juli 2024 und setzte eine vorläufige Entschädigung von einer Million Euro fest. Der Käse, der unter dem Namen Due Laghi verkauft wurde, wurde am 5. Juni 2017 gegessen.
Die breitere Sicherheitsdebatte
Mattias Tod hat eine Debatte neu entfacht, die Ärzte, Produzenten und Institutionen seit langem spaltet. Sein Vater forderte konsequent ein Verkaufsverbot von mittel- und kurz gereiftem Rohmilchkäse an Kinder unter zehn Jahren, das seiner Meinung nach bereits in anderen europäischen Ländern gilt. Kein europäisches Land ist dafür bekannt, solche Verkäufe gesetzlich zu verbieten. Frankreich, der üblicherweise genannte Fall, erließ 2020 eine Empfehlung der Gesundheitsbehörde, dass Kinder unter fünf Jahren keine Rohmilch oder Rohmilchkäse essen sollten, zusammen mit einer Warnhinweispflicht.
Ein ähnlicher Fall war der Tod eines weiteren Kindes, des dreijährigen Elia Damonte aus Arenzano in Ligurien, der am 21. Mai 2024 starb, nachdem er ebenfalls ein kontaminiertes Rohmilchprodukt konsumiert hatte und an einem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankte. Seine Eltern sagen, sie streben eine klare Kennzeichnung an, nicht Verbote. Elias Eltern traten kürzlich vor dem Senat auf, um die Verabschiedung eines Gesetzesentwurfs zu fordern, der mit dem Verein „Il Trenino di Elia“ erarbeitet und von Senator Lorenzo Basso eingebracht wurde und eine klarere und sofort sichtbare Kennzeichnung von Rohmilchprodukten vorschreibt. Der vorgeschlagene Gesetzesentwurf liegt seit zwei Jahren ohne Prüfung auf Eis.
Der medizinische Mechanismus
Im Gegensatz zu pasteurisierten Produkten wird bei Rohmilchkäse Milch verwendet, die vor der Verarbeitung keiner Hitzebehandlung unterzogen wird. Das verantwortliche Bakterium ist ein spezifischer Stamm von Escherichia coli, der Shiga-Toxin produziert (STEC). Es kann sich im Darm von Tieren entwickeln und Wasser, Boden sowie rohe oder nicht durchgegarte Lebensmittel kontaminieren. Während gesunde Erwachsene oft nur eine einfache Gastroenteritis erleiden, kann die Infektion bei gefährdeteren Personen (Kinder unter fünf Jahren, ältere Menschen und immungeschwächte Personen) ein hämolytisch-urämisches Syndrom auslösen, eine potenziell tödliche Komplikation, die Nieren und Nervensystem schädigt. Im Fall von Mattia verursachte die Infektion von 2017 irreversible neurologische Schäden.


