Klassikfestival Rheinsberg lockt zur Halbzeit 7.028 Besucher an und nähert sich Vorjahreswert von 8.306
Das Festival Kammeroper Rheinsberg hat bislang 7.028 Besucher im Jahr 2026 begrüßt, während die diesjährige Hauptproduktion, Grétrys 'Blaubart', noch im Schlosshof läuft.
Festival erfreut sich wachsender Beliebtheit
Die Sommersaison 2026 der Kammeroper Rheinsberg scheint zunehmend Anklang zu finden, und die Veranstalter ziehen eine positive Zwischenbilanz, noch bevor die Spielzeit endet. Harald Hildwein, Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg, berichtete, dass das Festival in Rheinsberg bereits 7.028 Besucher begrüßt habe – und der Sommer ist noch nicht vorbei. Zum Vergleich: Die komplette Saison 2025 zog über ihre gesamte Laufzeit 8.306 Besucher an. Da die diesjährige Hauptproduktion noch läuft und weitere Programmpunkte anstehen, erreicht die bisherige Teilbesucherzahl bereits fast die Gesamtzahl des Vorjahres.
- Saison 2025 (komplett)
- 8306 Besucher
- Saison 2026 (bisher, Stand 9. August)
- 7028 Besucher
Blaubart im Schlosshof
Das eigentliche Highlight der Saison stand zum Zeitpunkt der Zwischenbilanz noch aus: Seit Freitag wird Grétrys Oper „Blaubart“ im Schlosshof des Rheinsberger Schlossareals aufgeführt. Hildwein verband die Wahl des Werks mit Rheinsbergs berühmtestem Bewohner, Prinz Heinrich von Preußen, dessen 300. Geburtstag die Stadt in diesem Jahr feiert. Heinrich war 1789 bei der Pariser Premiere der Oper anwesend – ein Moment, der am Vorabend der Französischen Revolution stattfand.
Prinz Heinrich selbst war 1789 in Paris bei der Premiere von Grétrys „Blaubart“ zugegen, kurz bevor die Französische Revolution Europa erschütterte.
Die Aufführung im Schlosshof lässt ein Werk wiederaufleben, das direkt mit der Biografie des Prinzen und den großen europäischen Umwälzungen jener Zeit verbunden ist. Die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen in Rheinsberg bilden den thematischen Rahmen für das diesjährige Festivalprogramm, wobei „Blaubart“ als zentrale Produktion in dem Schloss dient, in dem der Prinz einst residierte. Die Wahl von Grétrys Werk für die Inszenierung im Hof verbindet das Musikprogramm des Festivals mit der historischen Figur, die im Mittelpunkt der diesjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten steht.
Politische und kulturelle Resonanz
Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) stellte einen Bezug zum Jubiläumsjahr her und bezeichnete „Blaubart“ als eine echte Wiederentdeckung. Sie verknüpfte das Entstehungsjahr der Oper (1789) mit Ereignissen, die bis nach Rheinsberg reichten, als Flüchtlinge der Französischen Revolution in der Stadt Zuflucht suchten. Die Äußerungen der Ministerin ordneten die Produktion sowohl in den lokalen Jubiläumskontext als auch in den weiteren historischen Moment der Französischen Revolution und ihre Folgen ein.
Die Oper Blaubart passt perfekt in dieses Jubiläumsjahr. Nicht nur, weil es sich um eine echte Wiederentdeckung handelt. Sondern weil die Erschütterungen der Revolution im Jahr der Uraufführung 1789 bis nach Rheinsberg zu spüren waren, als Emigranten aus Frankreich hier Zuflucht fanden.
Eine noch laufende Saison
Mit bislang 7.028 gezählten Besuchern und dem fortlaufenden Sommerprogramm ist das Festival dem Vorjahreswert von 8.306 nahe. Die Aufführungsreihe von „Blaubart“ im Schlosshof dauert noch an, und die Saison der Kammeroper Rheinsberg reicht über den aktuellen Berichtszeitpunkt hinaus. Das Programm zum 300. Jubiläum von Prinz Heinrich hat eine historisch grundierte Produktion in den Schlosshof von Schloss Rheinsberg gebracht, die die Besuchersteigerung mit einer auf ein einziges Jubiläumsthema ausgerichteten Saison verbindet. Die Feierlichkeiten der Stadt zum 300. Geburtstag des Prinzen laufen parallel zum restlichen Sommerprogramm des Festivals weiter.


