Wirtschaft · Düsseldorf und Berlin

Rheinmetall senkt Umsatzprognose für 2026 um 300 Mio. Euro, nachdem Berlin das F-126-Fregattenprogramm streicht

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall senkte seine Umsatzprognose für 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, nachdem Berlin das milliardenschwere F-126-Fregattenprogramm gestrichen hatte, obwohl die Umsätze im ersten Halbjahr um 39 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro stiegen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von BFMTV, France 24, LesEchos.fr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Düsseldorf, Berlin · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 2026-07 AnfangRheinmetall warnt vor bis zu 300 Mio. Euro Umsatzauswirkung durch Streichung
  2. 2026-07 EndeRheinmetall veröffentlicht vorläufige Q2-Kennzahlen
  3. 6.08.Rheinmetall berichtet vollständige H1/Q2-Ergebnisse und senkt Prognose für 2026

F-126-Streichung und Prognoseanpassung

Die deutsche Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz gab Mitte Juni bekannt, dass sie das ins Stocken geratene F-126-Fregattenprogramm streicht, das zuvor vom niederländischen Werftkonzern Damen betreut wurde und jahrelang unter Verzögerungen und Kostenüberschreitungen litt. Rheinmetall, das 2025 die Kriegsschiffsparte von Lürssen übernommen hatte, um seine maritime Präsenz auszubauen, galt weithin als Favorit für die Übernahme des Projekts. Das Verteidigungsministerium wählte stattdessen eine kleinere Variante des Konkurrenten TKMS. LesEchos berichtete, dass der gestrichene Auftrag einen Wert von rund 15 Milliarden Euro für sechs U-Boot-Jagd-Fregatten hatte.

Rheinmetall erklärte am 6. August, dass die Streichung den Umsatz 2026 um bis zu 300 Millionen Euro reduzieren werde, was das in Düsseldorf ansässige Unternehmen dazu veranlasste, seine Jahresumsatzprognose von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro zu senken. Die überarbeitete Spanne entspricht weiterhin einem Wachstum von 28 bis 31 Prozent gegenüber den 9,94 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das Unternehmen hielt an seiner operativen Margenprognose von rund 19 Prozent fest.

Rheinmetall-Umsatzprognose 2026 vor und nach F-126-StreichungMrd. €
2025 tatsächlich
9.94 Mrd. €
2026 Prognose bisher untere Grenze
14 Mrd. €
2026 Prognose bisher obere Grenze
14.5 Mrd. €
2026 Prognose revidiert untere Grenze
13.7 Mrd. €
2026 Prognose revidiert obere Grenze
14.2 Mrd. €

Daten aus dem Artikeltext

Starke Ergebnisse im ersten Halbjahr

Trotz des Rückschlags im Marinebereich zeigten die Ergebnisse von Rheinmetall im ersten Halbjahr 2026 ein deutliches Wachstum. Der Umsatz stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 39 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro zulegte. Allein im zweiten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 69 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro, und das operative Ergebnis mehr als verdoppelte sich auf 562 Millionen Euro. Die operative Marge im zweiten Quartal erreichte 17,1 Prozent – ein Quartalsrekord. Der Auftragsbestand überstieg die Marke von 80 Milliarden Euro, angetrieben durch neue Aufträge im Volumen von 11,4 Milliarden Euro im Quartal, darunter ein Deal über 5,7 Milliarden Euro. Die Division Naval Systems, die seit Ende des ersten Quartals nach der Lürssen-Übernahme konsolidiert wird, erzielte in ihren ersten vier Monaten einen Umsatz von 334 Millionen Euro.

Rheinmetall Finanzergebnisse H1 und Q2 2026Mrd. €
H1-Umsatz
5.2 Mrd. €
H1-Operatives Ergebnis
0.786 Mrd. €
Q2-Umsatz
3.29 Mrd. €
Q2-Operatives Ergebnis
0.562 Mrd. €

Daten aus dem Artikeltext

Pappergers Reaktion und das Projekt Arminius

CEO Armin Papperger äußerte sich während des Quartalsberichts am 6. August frustriert über die Entscheidung der Regierung.

„Für uns war das wirklich erstaunlich [...], wir hatten signalisiert, dass wir das Projekt durchführen könnten.“

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall

Er sagte, das Unternehmen hoffe, die Verluste langfristig durch neue nationale oder internationale Marinebauaufträge auszugleichen, und verwies auf mögliche neue Fregattenprogramme für internationale Kunden sowie auf den Verkauf von Minenjagdbooten und unbemannten Drohnenbooten an die Bundeswehr. Das kommende Fregattenprogramm bezeichnete er als „riesige Chance“. Papperger gab auch Details zum Projekt „Arminius“ bekannt, das derzeit mit dem Verteidigungsministerium verhandelt wird und die Bundeswehr mit Boxer-Schützenpanzern ausstatten soll, die vor allem als Truppentransporter eingesetzt werden. Er erwartet, dass der Fahrzeugdeal mindestens 12,4 Milliarden Euro wert sein wird, plus einen Servicevertrag über 2 Milliarden Euro.

Cashflow und Marktreaktion

Das starke Umsatzwachstum ging mit einem negativen freien Cashflow von minus 1,7 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2026 einher, den Rheinmetall auf verzögerte Vorauszahlungen wichtiger Kunden und den Aufbau von Lagerbeständen zurückführte. Das Unternehmen hatte bereits Ende Juli vorläufige Q2-Zahlen veröffentlicht, einschließlich des negativen Cashflows. Die Rheinmetall-Aktie notierte an der Frankfurter Börse um 12:45 Uhr GMT rund 1,28 Prozent im Minus, obwohl die Aktie leicht positiv bei rund 1.200 Euro eröffnete. Im vergangenen Jahr hat der Aktienkurs etwa ein Drittel seines Wertes verloren, nachdem er nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 stark gestiegen war. Goldman Sachs behielt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 2.300 Euro bei, während MWB Research zum Verkauf mit einem Ziel von 1.050 Euro riet.

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