Deutsche Bahn startet fünftmonatige Sperrung der rechten Rheinstrecke und nächtliche Einschränkungen im Rhein-Main-Gebiet
Ab Freitag sperrt die Deutsche Bahn die rechte Rheinstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf für fünf Monate zur Modernisierung, während Nachtarbeiten die S-Bahn- und Regionalverkehre im Rhein-Main-Gebiet bis Ende September beeinträchtigen.
Fünfmonatige Sperrung der rechten Rheinstrecke
Am Abend des 10. Juli schaltet die Deutsche Bahn die Oberleitungen ab und beginnt mit einer fünftmonatigen Vollsperrung der 160 km langen rechten Rheinstrecke von Wiesbaden nach Troisdorf. Der Korridor, der durch den Rheingau und das Mittelrheintal verläuft, wird bis Mitte Dezember für rund 1,6 Milliarden Euro modernisiert. Zu den Arbeiten gehören die Erneuerung von rund 80 km Gleisen, knapp 100 km Oberleitungen, 160 Weichen, 10 Brücken und 36 Bahnhöfen sowie Signal- und Tunnelmodernisierungen.
- Sperrung der rechten Rheinstrecke beginnt; Nachtarbeiten im Rhein-Main-Gebiet starten
- Nachtarbeiten im Rhein-Main-Gebiet enden
- Geplantes Ende der Sperrung der rechten Rheinstrecke (Mitte Dezember)
Nächtliche Einschränkungen im Rhein-Main-Gebiet
Gleichzeitig beginnen umfangreiche Nachtbauarbeiten auf Strecken rund um Mainz, Wiesbaden und Frankfurt, die bis zum 25. September andauern. Der Abschnitt Kostheim–Mainz-Bischofsheim ist nachts von 21:00 bis 05:00 Uhr gesperrt, mit weiteren Sperrungen auf der Achse Mainz-Römisches Theater–Groß-Gerau–Mainz-Bischofsheim. Der Bahnhof Kelsterbach ist Anfang September nicht nutzbar, und Mitte und Ende September kommen zusätzliche Blockaden zwischen Mainz-Bischofsheim–Rüsselsheim und Kostheim–Frankfurt-Höchst hinzu. Die S-Bahn-Linien S8, S9 und S1 haben Teilausfälle und längere Unterbrechungen, während die Regionalverkehrslinien RE2, RE3, RB10 und RB75 Umleitungen, Ausfälle und reduzierte Takte erfahren.
Trotz vieler Sperrungen bleiben die Menschen im Rhein-Main-Gebiet mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil.
Ersatzverkehr und Alternativen
Die Deutsche Bahn betreibt Ersatzbusse auf 13 Linien, darunter Schnellbusverbindungen zwischen Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie zwischen Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf. Ein Halbstundentakt-Shuttle verkehrt zwischen Mainz und Wiesbaden. Die Personenfähre „Nixe“ überquert den Rhein zwischen Erpel und Remagen und bietet eine Verbindung zum linken Rheinnetz. Alle Ersatzfahrzeuge sind barrierefrei, verfügen über WLAN und einige über Toiletten. Fahrpläne sind auf bahn.de, in der DB Navigator-App und in den Apps der Verkehrsverbünde verfügbar; eine eigene Website, bahn.de/ersatzverkehr-rechter-rhein, wurde eingerichtet.
Güterverkehr und Auswirkungen auf die linke Rheinstrecke
Der Güterverkehr wird während der Arbeiten größtenteils auf die linke Rheinstrecke umgeleitet. Die Deutsche Bahn erklärt, dass dort ein stabiler Grundverkehr aufrechterhalten wird, es jedoch zu einigen Einschränkungen im Nahverkehr kommen kann.
Bahnübergänge und Hubschraubereinsätze
Mehrere Bahnübergänge zwischen Wiesbaden und Lorchhausen sind über längere Zeiträume geschlossen, da Stellwerke außer Betrieb sind; Bau- und Logistikzüge nutzen die Gleise weiterhin. Tagsüber werden Hubschrauber eingesetzt, um neue Signale zu installieren und alte zu entfernen. Anwohner werden gebeten, Balkonmöbel gegen den Rotorabwind zu sichern.


