
NRW und Niederlande verdoppeln Hochwasserschutz-Ausgaben und erweitern grenzüberschreitende Zusammenarbeit fünf Jahre nach tödlichen Fluten 2021
Fünf Jahre nach Fluten, die in Deutschland über 180 Menschen töteten, bündeln Nordrhein-Westfalen und die Niederlande ihre Ressourcen, verdoppeln die Jahreshaushalte und setzen KI ein, um eine Wiederholung zu verhindern.
Fünf Jahre nach der Flut
Am 8. Juli 2026 trafen sich Vertreter Nordrhein-Westfalens und der Niederlande in Aachen, um eine grenzüberschreitende Hochwasserschutz-Initiative zu überprüfen, die nach der Katastrophe im Juli 2021 begann. Damals starben allein in NRW 49 Menschen und über 180 in ganz Deutschland, während die niederländische Provinz Limburg zwar keine Todesopfer zu beklagen hatte, aber erhebliche Schäden erlitt.
Es gibt ein 'Vorher' und ein 'Nachher', wenn es um Hochwasserschutz geht.
- Verheerende Überschwemmungen treffen Deutschland und die Niederlande, töten über 180 Menschen in Deutschland und verursachen schwere Schäden in Limburg.
- NRW erhöht den jährlichen Hochwasserschutzhaushalt auf rund 100 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie 2021.
- Vertreter NRWs und der Niederlande halten eine Pressekonferenz in Aachen ab und kündigen eine intensivierte Zusammenarbeit, erweiterte Warnsysteme und KI-Tests an.
Finanzielles Engagement
NRW hat seit 2021 rund 500 Millionen Euro bereitgestellt, wobei die jährlichen Ausgaben von 56,7 Millionen Euro in jenem Jahr auf rund 100 Millionen Euro ab 2025 gestiegen sind. Die Mittel haben nach Angaben von Umweltminister Oliver Krischer 600 klassische Hochwasserschutzprojekte und 121 Renaturierungsinitiativen unterstützt.
- 2021
- 56.7 Mio. EUR
- 2025
- 100 Mio. EUR
Grenzüberschreitende Projekte
Die Partner wenden das aus den Niederlanden stammende Konzept 'Raum für den Fluss' an, das Wasserstraßen durch Deichverlegungen und Renaturierungen mehr Platz gibt. Ein technisches Kernstück ist der Kölner-Worringer Polder, der die Rheinhochwasserspitzen um bis zu 17 Zentimeter senken soll. Vincent Karremans, der niederländische Minister für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, betonte, dass Deiche keine lokale Lösung, sondern eine gemeinsame Verantwortung seien.
Wasser macht nicht an Verwaltungsgrenzen halt, und das sollte auch unsere Zusammenarbeit nicht tun.
Technologie und Warnsysteme
NRW hat sein Pegelnetz von 84 auf 122 Stationen erweitert und verhandelt regionale Pakte, um Schutzsysteme in gesamten Flusseinzugsgebieten wie der Eifel-Rur kompatibel zu machen. KI-gestützte Werkzeuge werden getestet, wobei Krischer anmerkte, er hoffe, dass sie nie benötigt werden. Das Forschungsprogramm JCAR Atrace unter der Leitung der RWTH Aachen überführt grenzüberschreitende wissenschaftliche Fragestellungen direkt in die Praxis.
JCAR Atrace gibt uns die Möglichkeit, grenzüberschreitende Fragestellungen zu untersuchen und sie dann direkt in die Praxis zu übertragen.


