NRW-Minister fordert Bundesmittel für Rhein-Fahrrinnenausbau bei Niedrigwasser
Oliver Krischer, Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, fordert den Bund auf, Geld für die zweite Phase der Rhein-Fahrrinnenvertiefung zwischen Krefeld und Düsseldorf freizugeben, nachdem Niedrigwasser die Schiffe zur Reduzierung ihrer Ladung zwingt.
Niedrigwasser beeinträchtigt Rheinschifffahrt
Niedrigwasser am Rhein zwingt Frachtschiffe dazu, ihre Ladung zu reduzieren und unterbricht die Lieferketten im industriellen Kernland Deutschlands. Die Schiffe müssen derzeit weniger Fracht transportieren, um eine Grundberührung zu vermeiden, was die Transportkosten erhöht und Lieferungen verzögert. Die aktuelle Niedrigwasserperiode hat Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) veranlasst, den Bund zur Freigabe von Mitteln für eine geplante Vertiefung der Fahrrinne zwischen Duisburg und Köln aufzufordern. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, eine Bundesbehörde, kann die zweite Bauphase nicht umsetzen, weil die Regierung die Finanzierung 2025 gestrichen hat. Niedrigwasserereignisse am Rhein haben in den letzten Jahren zugenommen – ein Trend, der mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht wird – und gefährden die Zuverlässigkeit der verkehrsreichsten Binnenwasserstraße Europas.
Krischer fordert Bundesmittel
Krischer sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die zweite Phase zwischen Krefeld und Düsseldorf baureif sei, aber ins Stocken geraten sei.
Wir erwarten, dass der Bund die Mittel kurzfristig bereitstellt, damit der Bau beginnen und die weitere Planung voranschreiten kann.
Er betonte, dass der Bund seiner Verantwortung für den Rhein als Bundeswasserstraße gerecht werden müsse. Nordrhein-Westfalen werde diese Forderung auf einer für den 4. September 2026 anberaumten „Länder-Konferenz Rhein“ mit den Ländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg vorbringen. Auf der Konferenz werde das Land verlangen, dass Berlin die Finanzierung für die zweite Phase wiederherstellt. Das Treffen wird die vier Länder zusammenbringen, die für Industrie und Verkehr auf den Rhein angewiesen sind.
Fahrrinnenausbauplan
Das Ausbauprojekt zielt darauf ab, den Rhein bei Niedrigwasser besser befahrbar zu machen, indem große Steine entfernt werden, die an bestimmten Stellen in die Fahrrinne hineinragen. Dies würde es den Schiffen ermöglichen, größere Lasten zu transportieren, ohne bei niedrigen Wasserständen auf Grund zu laufen. Die Arbeiten sind in drei Phasen unterteilt. Die erste Phase zwischen Duisburg und Krefeld ist bereits abgeschlossen. Die zweite Phase zwischen Krefeld und Düsseldorf ist baureif, aber aufgrund der Mittelkürzung 2025 ins Stocken geraten. Die dritte Phase zwischen Düsseldorf und Köln befindet sich noch in der Planungsphase. Der Abschluss der ersten Phase zeigt, dass die Technik der Steinbeseitigung die Befahrbarkeit bei Niedrigwasser verbessern kann.
Lebensader der Industrie
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte die Bedeutung des Rheins für die Industrie der Region.
Der Rhein war schon immer die Lebensader unserer Industrie. Jetzt muss er auch zum Symbol dafür werden, wie wir unseren Industriestandort an den Klimawandel anpassen: pragmatisch, technologieoffen und im Einklang mit der Natur.
Ihre Äußerungen spiegeln die wachsende Erkenntnis wider, dass die Infrastruktur an häufigere Niedrigwasserereignisse angepasst werden muss. Die Mittelkürzung 2025 ist von Landesbeamten kritisiert worden, die argumentieren, dass Klimaanpassungsmaßnahmen nicht verzögert werden dürfen. Der Rhein ist eine kritische Transportader für Kohle, Stahl, Chemikalien und andere Güter, und jede Unterbrechung hat Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft.


