Erdogan beschenkt Nato-Gipfel mit personalisierten Revolvern – Nawrockis Revolver wird rechtlich geprüft
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan überreichte den Staats- und Regierungschefs auf dem Nato-Gipfel in Ankara personalisierte Revolver und Munition. Der polnische Präsident Karol Nawrocki musste sein Geschenk bei der Rückkehr nach Warschau zur Zoll- und Rechtsprüfung abgeben.
Ein persönliches Geschenk des Gastgebers
Das Wall Street Journal berichtete zuerst, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf dem dieswöchigen Nato-Gipfel in Ankara jedem teilnehmenden Staatschef einen personalisierten Revolver und eine Schachtel scharfe Munition überreichte. Die Revolver waren mit den Namen der Empfänger graviert, und Erdoğan fügte laut AFP eine Note bei, die die Waffen von Exportkontrollen befreite. Der britische Premierminister Keir Starmer bestätigte das Geschenk auf dem Rückflug gegenüber Journalisten und sagte, der türkische Präsident habe jedem Staatschef einen Revolver und Munition überreicht. Ein anonymer Beamter teilte der WSJ mit, dass die Staatschefs aus Ländern mit strengen Waffengesetzen ihre Waffen in der Türkei ließen. Die maßgefertigten Geschenke wurden während der offiziellen Gipfelverhandlungen nicht erwähnt.
Staatschefs vor rechtlichen Hürden
Starmer erklärte, dass die Mitnahme des Revolvers nach Großbritannien gegen britische Waffengesetze verstoßen hätte, weshalb britische Beamte ihn in der Türkei sicherstellten. Die BBC berichtete, dass die Waffe in die Obhut britischer Diplomaten gegeben wurde. Auch der US-Präsident Donald Trump erhielt einen personalisierten Revolver, allerdings ist unbekannt, was aus seinem Geschenk wurde. Der polnische Präsident Karol Nawrocki brachte seinen Revolver bis nach Warschau, musste ihn aber am Flughafen Chopin sofort den Zollbeamten übergeben. Marcin Przydacz, Leiter des Präsidialamts für Internationale Politik, sagte RMF FM, er könne nicht sagen, ob es sich um eine echte Schusswaffe oder eine Nachbildung handele.
Ich weiß nicht genau, ob es sich um eine Nachbildung oder ein Original handelt.
Polnische Verfahren und diplomatisches Protokoll
Przydacz betonte, dass der Revolver nicht benutzt werde und alle rechtlichen Anforderungen erfüllt würden.
Sicherlich wird niemand damit schießen, und alle rechtlichen Vorschriften werden hier eingehalten.
Das Geschenk wurde zur Zollabfertigung und einer vollständigen rechtlichen Prüfung eingereicht; erst danach werde entschieden, ob es behalten werden dürfe. Er bezeichnete die Situation als recht ungewöhnlich, betonte aber, dass in der Diplomatie solche Geschenke selten abgelehnt würden, und nannte es eine Geste des Respekts des Gastgebers gegenüber den Gästen. Der Revolver soll in einem dafür vorgesehenen Lagerraum untergebracht werden.
Gipfel endet mit Verteidigungsbekenntnis
Der Gipfel in Ankara versammelte die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Mitgliedstaaten sowie Vertreter aus den Golfstaaten und dem asiatisch-pazifischen Raum. In ihrer Abschlusserklärung bekräftigten sie das „unerschütterliche Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung gemäß Artikel 5 des Washingtoner Vertrags". Eine Zeit lang erregten die personalisierten Revolver-Geschenke jedoch mehr Aufmerksamkeit als die offizielle Tagesordnung.


