
Revolut will laut Storonsky in Turin zum globalen Technologiekonzern über das Bankgeschäft hinaus werden
Revolut-Chef Nik Storonsky sagte am Freitag, das Unternehmen werde KI-Produkte auf Basis von Kundentransaktionsdaten entwickeln und strebe eine Größenordnung an, die mit den größten US-Technologiekonzernen vergleichbar sei. Das Fintech wurde in diesem Jahr bei einem Sekundärverkauf von Anteilen mit 115 Milliarden Dollar bewertet.
Pläne jenseits des Bankgeschäfts
Revolut-Chef Nik Storonsky sagte am Freitag, das Unternehmen wolle über Finanzdienstleistungen hinausgehen und eine breitere Palette von Technologieprodukten entwickeln. Beim Forum Wave by Vento in Turin, wo John Elkann ihn interviewte, sagte Storonsky, Revolut habe eigene KI-Modelle entwickelt, die auf Kundentransaktionsdaten trainiert seien, und zwar mit Techniken, die denen hinter großen Sprachmodellen ähneln. Als Grundlage dafür verwies er auf das Ausmaß der Aktivität auf der Plattform.
Bei 30 bis 40 Millionen Transaktionen, die täglich bei Revolut abgewickelt werden, verfügen wir über einen einzigartigen Datensatz, auf dem wir aufbauen können.
Storonskys erklärtes Ziel ist eine Größenordnung, die mit den größten US-Technologiekonzernen vergleichbar ist. In einem von BFM berichteten Gespräch sagte er, bis zum 20-jährigen Jubiläum des Unternehmens im Jahr 2034 sei ein globaler Technologiekonzern ähnlich wie Meta, Google und OpenAI angestrebt, aufgebaut von Europa aus. Er fügte hinzu, es gehe nicht darum, mit diesen Konzernen zu konkurrieren, sondern eine ähnliche Größenordnung zu erreichen. Er sagte außerdem, KI-Agenten Dritter könnten sich mit der Plattform verbinden und mit ihren Systemen und Daten interagieren, sofern der Kunde ausdrücklich zustimmt.
Bewertung, Lizenzen und Börsenpläne
Reuters berichtet, Revolut sei in diesem Jahr bei einem Sekundärverkauf von Anteilen mit 115 Milliarden Dollar bewertet worden, nach 45 Milliarden Dollar im Jahr 2024, und die private Bewertung übertreffe inzwischen die Marktkapitalisierung von Barclays und Societe Generale. Im September erhielt das Unternehmen die vorläufige Genehmigung für eine US-Banklizenz auf nationaler Ebene, nachdem es zuvor in diesem Jahr Lizenzen in Großbritannien und Frankreich erhalten hatte. BFM berichtet, die im März 2026 erteilte britische Lizenz sei eine Vollizenz gewesen und die bedingte US-Genehmigung Anfang September erfolgt.
- 2024
- 45 Mrd. USD
- Sekundärverkauf 2026
- 115 Mrd. USD
Zu einem Börsengang sagte Storonsky am Donnerstag gegenüber Bloomberg TV, eine Notierung würde eine Primärnotierung in den Vereinigten Staaten begünstigen. BFM berichtet, er erwäge einen IPO innerhalb der nächsten zwei Jahre, möglicherweise mit einer Doppelnotierung in London und New York. La Stampa schrieb, eine Notierung an der Wall Street werde nicht vor 2028 erfolgen, sodass die Berichte unterschiedliche Zeitpläne nennen.
Regulatorische Prüfung und ein Datenvorfall
Das schnelle Wachstum von Revolut hat regulatorische Prüfungen auf sich gezogen. Die litauische Zentralbank verhängte 2025 eine Rekordstrafe von 3,5 Millionen Euro wegen Mängeln bei der Überwachung von Transaktionen. Das Unternehmen erklärte, die Untersuchung habe keine bestätigten Fälle von Geldwäsche ergeben, und es habe seine Systeme gestärkt. Im September übermittelte Revolut versehentlich Kundendaten an Hacker, die sich als Regierungsermittler ausgaben. Das Unternehmen erklärte, seine Systeme und Kundengelder seien nicht betroffen gewesen.
Wachstum in Italien
Revolut gab an, in Italien die Marke von sechs Millionen Kunden überschritten zu haben, ein Plus von einer Million seit dem Erreichen von fünf Millionen Anfang dieses Jahres, und halte nun eine Marktdurchdringung von mehr als 10 % in Italien. AGI berichtet, Italien sei nach Kundenzahl der viertgrößte Markt des Unternehmens weltweit. Corriere della Sera berichtet, der italienische General Manager Nicola Vicino beschreibe Revolut nach Nutzerzahlen als drittgrößte Bank des Landes hinter UniCredit und Intesa Sanpaolo, und das Unternehmen wolle die Nummer eins werden.
Sechs Millionen Kunden in so kurzer Zeit zu erreichen, bestätigt die starke Nachfrage nach Revolut in Italien.
Vicino sagte, die von Italienern auf der Plattform gehaltenen Ersparnisse überstiegen inzwischen 1,2 Milliarden Euro, fast das Vierfache des Vorjahreswerts, während die Zahl der Kunden, die ihr Gehalt über Revolut beziehen, sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt habe. Die Geschäftskunden in Italien erreichten 62.000, ein Plus von 36 %, und der Corriere berichtet, 60 % der Kunden seien unter 35 Jahre alt. Ignacio Zunzunegui, Head of Growth für Südeuropa, sagte, Italien sei zu einem der wichtigsten Wachstumsmotoren von Revolut in Europa geworden.
- Anfang 2026
- 5 Millionen
- Oktober 2026
- 6 Millionen
Andrea Orcel, Vorstandschef von UniCredit, hat laut Corriere gesagt, Fintechs würden am Ende Banken verschlingen, die sie nicht schlagen können. Revolut werde weiter Produkte speziell für Italien hinzufügen, darunter Steuerzahlungen über das Formular F24 und die Integration des SEDA-Systems.


