
Venezuela trauert um 2.295 Tote – Retter kämpfen um Befreiung eines seit sieben Tagen verschütteten Mannes nach Doppelbeben
Die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez verhängte eine siebentägige Staatstrauer, nachdem bei zwei Erdbeben mindestens 2.295 Menschen ums Leben kamen, während Rettungskräfte aus sieben Ländern darum kämpfen, einen 43-jährigen Sicherheitsmann zu bergen, der nach einer Woche unter Trümmern lebend aufgefunden wurde.
Die Erdbeben und die Opferbilanz
Am 24. Juni erschütterten zwei schwere Erdbeben der Stärken 7.2 und 7.5 Venezuela, wobei der Küstenstaat La Guaira die Hauptlast der Verwüstung trug. Die bestätigte Zahl der Todesopfer hat nach offiziellen Angaben 2.295 erreicht, während schätzungsweise 50.000 Menschen weiterhin vermisst werden. Weitere 11.267 wurden verletzt und mindestens 13.000 sind obdachlos, was eine bereits bestehende Wirtschaftskrise noch verschärft.
Die Seele Venezuelas ist zerschmettert.
Interimspräsidentin Delcy Rodríguez verhängte ab dem 1. Juli um 18:00 Uhr Ortszeit eine siebentägige Staatstrauer und bezeichnete den Verlust an Menschenleben als verheerend.
Das Rennen um die Befreiung von Hernán Gil
Eine Woche nach den Beben finden die Retter immer noch Überlebende. Ein 43-jähriger Sicherheitsmann, Hernán Gil, wurde am 1. Juli unter dem eingestürzten Gebäude, in dem er in Catia La Mar arbeitete, lebend aufgefunden. Er war sieben Tage lang in einer Kellerkabine eingeschlossen. Mehr als 100 Rettungskräfte aus Venezuela, Chile, den Vereinigten Staaten, Portugal, Costa Rica, El Salvador und Mexiko arbeiten seit über 48 Stunden daran, ihn zu erreichen, und verstärken die Struktur, um einen weiteren Einsturz zu verhindern.
Das Problem ist, dass Hernán im Keller ist und dort große Mengen an Trümmern liegen, was die Operation äußerst heikel und anspruchsvoll macht.
Gil erhält Wasser und Medikamente und bleibt mit den Teams in Kontakt. Die Retter waren am späten Mittwochabend bis auf einen Meter an ihn herangekommen, aber es wurde kein Zeitplan für die Bergung genannt. Zuvor war am 30. Juni ein dreijähriger Junge lebend aus den Trümmern gezogen worden, sechs Tage nach der Katastrophe.
- Doppelbeben der Stärken 7,2 und 7,5 erschüttern Venezuela.
- Ein 3-jähriger Junge wird nach sechs Tagen lebend aus den Trümmern gezogen.
- Interimspräsidentin Delcy Rodríguez verhängt eine siebentägige Staatstrauer.
- Retter orten den 43-jährigen Hernán Gil in Catia La Mar lebend, sieben Tage nach den Beben.
- Vier Polizeibeamte werden wegen Plünderung in La Guaira verhaftet.
Plünderungen und Polizeifestnahmen
Während die Rettungsarbeiten andauern, haben Plünderungen das Chaos noch vergrößert. Vier Polizeibeamte wurden festgenommen, nachdem Anwohner sie dabei ertappt hatten, wie sie Geld aus den Ruinen des Komplexes Residencias Vallarta in La Guaira stahlen. In sozialen Medien kursieren Videos, die wütende Menschenmengen zeigen, die die Beamten umringen und „Geier“ und „Ihr seid eine Schande“ rufen. Ein Clip zeigt einen Beamten, der eine beschädigte Schachtel voller Bargeld hält; ein anderer zeigt eine Frau, die einen Geldschein zerreißt, den sie der Polizei abgenommen hatte.
Eine Gruppe von Amtsträgern hat ihre Pflichten verletzt und die Rettungs- und humanitären Hilfseinsätze ausgenutzt, um schamlos finanzielle Vermögenswerte an sich zu nehmen, die in den Trümmern gefunden wurden.
Das Justizministerium veröffentlichte Aufnahmen, die zeigen, wie ein Beamter seine Waffe abgibt und seine Uniform auszieht. Alle vier wurden entlassen und müssen sich vor Gericht verantworten. Die Plünderungen, die am Tag nach den Erdbeben begannen, halten trotz des Einsatzes von Sicherheitskräften an.
Humanitäre Notlage
In den betroffenen Gebieten sind Lebensmittel und Wasser knapp. Die Schlangen vor den Hilfsgütern werden täglich länger, und einige Anwohner berichten von fast gewalttätigen Auseinandersetzungen um Vorräte.
Hier werden Vorräte verteilt, aber manchmal bringen sich die Leute fast gegenseitig ums Essen.
Die Lage ist ziemlich kritisch.
Freiwillige mit Schaufeln und Seilen leisten einen Großteil der Rettungsarbeit, während einige den Sicherheitskräften vorwerfen, die Hilfe zu behindern oder Spenden für sich zu behalten. Die Regierung weist solche Berichte als Desinformation zurück, aber die Frustration über die langsame offizielle Reaktion wächst.
- Bestätigte Tote
- 2295 Menschen
- Vermisste
- 50000 Menschen
- Verletzte
- 11267 Menschen
- Obdachlose
- 13000 Menschen

