
Diebe stehlen zwei Renoir-Gemälde im Millionenwert aus Museum an der Côte d'Azur – zwei bei Flucht zurückgelassen
Zwei maskierte Einbrecher drangen am 8. September 2026 im Morgengrauen in das Musée Renoir in Cagnes-sur-Mer ein, stahlen vier Gemälde und ließen zwei bei einer Verfolgungsjagd im Garten zurück.
Einbruch im Morgengrauen im Domaine des Collettes
Zwei Eindringlinge drangen am Dienstagmorgen, dem 8. September 2026, in das Musée Renoir in Cagnes-sur-Mer bei Nizza ein. Das Museum befindet sich im Domaine des Collettes, einem Anwesen, das 1960 als Museum gegründet wurde und in dem Pierre-Auguste Renoir bis zu seinem Tod 1919 lebte und arbeitete. Überwachungskameras zeichneten mindestens zwei Täter auf, die Helme, Handschuhe und militärähnliche Kleidung trugen und vor der Dämmerung das Gelände betraten. Die Verdächtigen durchtrennten den Zaun, überquerten die Gärten und gelangten durch ein Fenster in die ehemalige Residenz des Künstlers. Mit einem Elektromesser und einer Metallsäge durchtrennten die Eindringlinge die Sicherheitsvorrichtungen, die die Bilderrahmen an den Wänden hielten. Das automatisierte Alarmsystem Ramsès löste um 5:48 Uhr aus und benachrichtigte sofort die Einsatzzentrale.
Gezielte Kunstwerke und geborgene Leinwände
Beamte der Stadtpolizei und der Nationalpolizei erreichten das Anwesen um 5:53 Uhr, fünf Minuten nach dem Alarm. Das schnelle Eintreffen der Polizei zwang die Eindringlinge, abrupt über das Gelände zu fliehen und einen Teil ihrer Beute zurückzulassen. Die Diebe hatten vier Leinwände entfernt, deren Gesamtwert auf rund 9 Millionen Euro geschätzt wird. Während ihrer Flucht über das Anwesen gaben die Täter zwei der Kunstwerke im Museumsgarten auf. Die Beamten bargen „Portrait de Madame Stephen Pichon“ (um 1895) und „Coco lisant“ (um 1905), das Renoirs jüngsten Sohn Claude zeigt. Zwei weitere Werke, „Madame Colonna Romano“ (um 1910) und „Jeune femme au puits“ (um 1886), bleiben verschwunden.
Ermittlungen und kommunale Sicherheitsmaßnahmen
Die Kriminalpolizei und die Abteilung für organisierte Kriminalität leiteten Ermittlungen ein, sammelten forensische Beweise und werteten Aufnahmen der kommunalen Überwachungskameras auf den umliegenden Zufahrtsstraßen aus. Bryan Masson, der im März sein Amt angetretene Bürgermeister von Cagnes-sur-Mer, äußerte sich in den sozialen Medien zu dem Einbruch.
Der Angriff auf das Renoir-Museum ist ein Angriff auf einen Teil der Geschichte und des Erbes von Cagnes-sur-Mer. Diese Taten sind von außergewöhnlich schwerwiegender Natur.
Masson kündigte an, dass die Gemeinde dringend einen umfassenden Sicherheitsplan umsetzen und gezielte Mittel zum Schutz lokaler Kultureinrichtungen bereitstellen werde. Die Sammlung des Musée Renoir umfasst 13 Originalleinwände des Malers sowie Originalskulpturen, Fotografien, seine Staffelei und seinen Rollstuhl.
- Automatischer Ramsès-Alarm löst aus, als Eindringlinge das Gebäude betreten
- Polizei trifft fünf Minuten später am Anwesen Domaine des Collettes ein
- Verdächtige lassen zwei Gemälde im Garten während der Flucht zurück
- Spezialeinheiten verfolgen die Täter und suchen nach zwei vermissten Leinwänden
Aktuelle Welle von Museumsdiebstählen
Der Einbruch in Cagnes-sur-Mer folgt auf mehrere spektakuläre Kunstdiebstähle in Frankreich in den vorangegangenen elf Monaten. Am 19. Oktober 2025 überfielen Diebe die Apollogalerie im Louvre in Paris und entwendeten französische Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro, darunter eine Perlenkrone der Kaiserin Eugénie. Im Juli 2026 stahlen Eindringlinge ein keltisches Goldhalsband aus dem Schatz von Vix in einem Museum in Châtillon-sur-Seine, nach einem weiteren Raub im Lalique-Museum und Kunstdiebstählen in Straßburg. Europol berichtete im August 2026, dass Kunstdiebstähle in Europa zunehmend von Ad-hoc-Gruppen durchgeführt werden, die über soziale Medien rekrutiert werden, statt von traditionellen spezialisierten Syndikaten. Die französischen Behörden haben die regionalen Grenzkontrollen und internationale Agenturen alarmiert, um den Transport oder Verkauf der beiden fehlenden Renoir-Leinwände zu verhindern.
- Louvre (Oktober 2025)
- 88 Mio. €
- Musée Renoir (September 2026)
- 9 Mio. €


