
Diebe stehlen drei Renoir-Gemälde im Wert von 9 Millionen Euro bei Museumsraub an der Côte d'Azur
Zwei Eindringlinge brachen am frühen Dienstag in das Renoir-Museum in Cagnes-sur-Mer ein, ließen bei einer Verfolgungsjagd der Polizei ein Kunstwerk zurück und flohen mit drei Gemälden im geschätzten Wert von 9 Millionen Euro.
Einbruch im Museum
Zwei Diebe brachen am frühen Dienstagmorgen in das Renoir-Museum in Cagnes-sur-Mer an der Côte d'Azur ein und stahlen drei Gemälde, nachdem sie während ihrer Flucht ein viertes Kunstwerk fallen gelassen hatten. Die Eindringlinge betraten das Museumsgelände kurz vor 06:00 Uhr und schnitten vier Leinwände aus ihren Rahmen. Ein elektronischer Alarm wurde um 05:48 ausgelöst, der sofort die örtliche Polizei alarmierte. Das städtische Überwachungsnetzwerk identifizierte das Duo, als es versuchte, über das umliegende Gelände zu entkommen. Als Polizeieinheiten die fliehenden Verdächtigen verfolgten, ließen die Diebe eine der Leinwände fallen, sodass drei Werke in ihrem Besitz blieben.
Polizeireaktion und Ermittlungen
Stadtpolizisten trafen um 05:53 am Tatort ein, genau fünf Minuten nachdem der Alarm ertönt war. Videoüberwachungskameras zeichneten auf, wie die beiden Personen die Gemälde zerschnitten und das Gelände flohen. Sowohl städtische als auch nationale Polizeieinheiten wurden eingesetzt, um das Anwesen zu sichern und eine sofortige Fahndung im Département Alpes-Maritimes einzuleiten. Bryan Masson, der Bürgermeister von Cagnes-sur-Mer, bestätigte, dass die Ermittler aktiv nach den Tätern suchen und forensische Beweise auswerten, die von der fallengelassenen Leinwand und dem Museumsgebäude geborgen wurden.
Bryan Masson betonte in einer offiziellen Stellungnahme die kulturelle Bedeutung des Einbruchs für die örtliche Gemeinschaft.
Das Renoir-Museum anzugreifen bedeutet, einen Teil der Geschichte und des Erbes von Cagnes-sur-Mer anzugreifen. Diese Ereignisse sind besonders schwerwiegend.
Masson stellte fest, dass der Einbruch die dringende Notwendigkeit bestätigt habe, einen umfassenden Sicherheitsplan zum Schutz der städtischen Museen und ihrer kulturellen Sammlungen umzusetzen.
- Der Museumsalarm wird ausgelöst, als zwei Eindringlinge in das Gebäude einbrechen
- Stadtpolizisten treffen fünf Minuten nach dem Alarm am Tatort ein
- Zwei Verdächtige fliehen vor der Kamera und lassen während der Verfolgung ein gestohlenes Gemälde fallen
Das Museum und die gestohlenen Werke
Bürgermeister Bryan Masson schätzte den gesamten finanziellen Verlust durch den Einbruch auf etwa 9 Millionen Euro, umgerechnet rund 10,5 Millionen US-Dollar. Die Strafverfolgungs- und Kulturbehörden haben die genauen Titel der drei fehlenden Gemälde noch nicht öffentlich bekannt gegeben. Das 1960 gegründete Renoir-Museum befindet sich im letzten Wohnhaus und Atelier des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir, der von 1907 bis zu seinem Tod 1919 auf dem Anwesen lebte. Der Ort, in der Nähe der Stadt Nizza gelegen und von alten Olivenbäumen und Gärten umgeben, beherbergt zahlreiche Originalleinwände, Skulpturen sowie die erhaltenen Ateliermöbel und persönlichen Gegenstände des Malers.
Welle französischer Kunstraube
Der Einbruch in Cagnes-sur-Mer folgt auf mehrere spektakuläre Kunst- und Juwelendiebstähle in ganz Frankreich im vergangenen Jahr. Im Oktober 2025 schlugen Diebe im Louvre-Museum in Paris zu, bedrohten Sicherheitskräfte und Besucher und stahlen Schmuck im Wert von 88 Millionen Euro (102,3 Millionen US-Dollar), darunter acht französische Kronjuwelen und die Tiara von Kaiserin Eugénie aus der Galerie d'Apollon. Dieser Vorfall veranlasste das französische Kulturministerium, die Museumssicherheit zur nationalen Priorität zu erklären.
Weitere Diebstähle ereigneten sich in den letzten Monaten in regionalen Einrichtungen. Anfang Juli 2026 entwendeten Einbrecher Schmuck im Wert von mehr als 4,5 Millionen Euro aus dem Lalique-Museum in Wingen-sur-Moder nördlich von Straßburg. Später im selben Monat stahlen Diebe bei einem morgendlichen Überfall auf ein Museum in Châtillon-sur-Seine in Burgund eine 2.500 Jahre alte keltische Goldkette aus dem Schatz von Vix – ein Ort, der bereits zwei Einbruchsversuche überstanden hatte. Europol berichtete im August 2026, dass traditionelle Kunstdiebstahl-Syndikate in Europa zunehmend durch Gelegenheitstäter ersetzt werden, die über soziale Medien rekrutiert werden und gewalttätige Raubüberfälle verüben.
- Louvre-Museum
- 88 Mio. €
- Renoir-Museum
- 9 Mio. €
- Lalique-Museum
- 4.5 Mio. €


