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Wirtschaft·vor 2 Std.

Renault und Thales präsentieren Militärfahrzeug-Prototyp 4 TROOP – europäische Autobauer setzen auf Verteidigung

Die Renault Group und der Verteidigungstechnologiekonzern Thales haben auf der Rüstungsmesse Eurosatory bei Paris einen Prototyp für ein militärisches Mehrzweckfahrzeug vorgestellt. Dies unterstreicht den verstärkten Vorstoß des Autobauers in den europäischen Verteidigungsmarkt angesichts steigender Staatsausgaben.

Hintergrund: Europas Aufrüstung

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die veränderte US-Außenpolitik unter Präsident Donald Trump haben die europäischen Regierungen dazu bewegt, ihre Verteidigungsinvestitionen zu erhöhen. Mehrere europäische Rüstungsunternehmen greifen angesichts der Auftragswelle auf die Produktionskapazitäten der Automobilbranche zurück. Für die Autobauer bietet dieser Schwenk eine Möglichkeit zur Diversifizierung in Zeiten schleppender Elektrifizierung, strenger Emissionsvorgaben und des Drucks durch chinesische Wettbewerber.

Das Projekt 4 TROOP nutzt das industrielle Know-how von Renault und die sicheren Kommunikationstechnologien von Thales, um ein Fahrzeug zu schaffen, das schnell und zu kontrollierten Kosten produziert werden kann, teilte Renault am Montag mit.

Eine zivile Plattform als Kommandozentrale

Der Prototyp ist ein Hybrid-Allradfahrzeug, das auf jedem Terrain operieren kann. Es unterstützt Aufklärungsmissionen, die Koordination von Truppen, die Überwachung sensibler Standorte sowie den Einsatz von Drohnen und unbemannten Bodenfahrzeugen. Thales hat seine „Combat Digital Platform“ integriert, die große Datenmengen verarbeitet, Sensoren koordiniert und Werkzeuge zur Entscheidungsunterstützung bereitstellt. Das Fahrzeug verfügt zudem über eine Vehicle-to-Load-Funktion zur Stromversorgung elektrischer Geräte im Feldeinsatz.

Diese Innovation ebnet den Weg für eine neue Generation dualer Lösungen, bei denen Daten zum Leistungsvervielfältiger werden, der sowohl interne Sicherheitsmissionen als auch hochintensive Operationen unterstützen kann.

Das 4 TROOP ist kein Einzelmodell, sondern ein Konzept, das über die gesamte Renault-Palette hinweg – von SUVs bis hin zu Nutzfahrzeugen – angepasst werden kann, so das Unternehmen.

Produktionstempo und industrielle Logik

Renault will seine Fertigungsgeschwindigkeit nutzen. „Das ist auch der Vorteil der Automobilindustrie: Wir brauchen keine 30 Jahre für etwas, wir schaffen das in 12 Monaten“, sagte Renault-CEO Francois Provost gegenüber Reuters in der vergangenen Woche. Das Fahrzeug ist für eine schnelle Produktion unter Verwendung standardisierter ziviler Plattformen und einer fein abgestimmten Lieferkette konzipiert, was die Kosten unter denen maßgeschneiderter Militärplattformen hält. Der Kundendienst über das Händlernetz von Renault soll zudem die Wartung für die Streitkräfte vereinfachen.

Drohnen und nächste Schritte

Neben dem 4 TROOP entwickelt Renault gemeinsam mit dem Hersteller Turgis Gaillard eine Luftdrohne. Ein erster Demonstrator soll noch vor Jahresende fliegen; die Produktion ist im Renault-Werk Le Mans mit einer Kapazität von bis zu 600 Einheiten pro Monat geplant. Renault arbeitet zudem in einer frühen Phase mit dem belgischen Militärausrüster John Cockerill zusammen.

Meilensteine der Verteidigungssparte von Renault
  1. Renault kündigt Partnerschaft mit Turgis Gaillard zur Produktion von Militärdrohnen an
  2. Prototyp 4 TROOP wird mit Thales auf der Rüstungsmesse Eurosatory vorgestellt
  3. Erster Drohnen-Demonstrator soll fliegen; Werk Le Mans für bis zu 600 Einheiten/Monat bereit
Paris · Le Mans

7 Quellen

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