
Rekordregen bei Tokio fordert mindestens acht Tote, tausende am Flughafen Narita gestrandet
Rekordniederschläge in der Präfektur Chiba östlich von Tokio haben nach Angaben von NHK mindestens acht Menschen getötet, über 6.000 Reisende am Flughafen Narita gestrandet und Evakuierungsanordnungen für mehr als 200.000 Einwohner während einer der geschäftigsten Urlaubswochen Japans ausgelöst.
Rekordregen trifft Chiba
Mehr als 360 Millimeter Regen fielen innerhalb von 24 Stunden in Teilen der Präfektur Chiba, die an Tokio grenzt, wobei in einigen Gebieten seit Donnerstagnachmittag über 100 Millimeter pro Stunde gemessen wurden. In der Stadt Chiba fielen 348 Millimeter in 12 Stunden, etwa dreimal so viel wie normalerweise im gesamten August. Die japanische Wetterbehörde (JMA) gab für 14 Gemeinden in Chiba die höchste Regenwarnstufe heraus, das erste Mal, dass die maximale Warnung vor starkem Regen in der Präfektur ausgerufen wurde. Ein Vertreter der JMA warnte auf einer Pressekonferenz am Donnerstagabend, dass sich die Region außergewöhnlichen Regenmengen nähere.
Wir steuern auf ein beispielloses Maß an intensivem Regen zu.
Die Warnstufe wurde am Freitag später herabgestuft.
Steigende Opferzahl
Die Behörden bestätigten am Freitagmorgen mindestens vier Todesfälle, darunter eine 66-jährige Frau, die in ihrem überfluteten Auto eingeschlossen war, einen Mann, der auf einer überfluteten Straße treibend gefunden wurde, und einen weiteren Mann, der auf der Straße zusammenbrach und nach dem Transport ins Krankenhaus starb. Das Katastrophenschutzamt von Chiba befürchtete weitere Opfer, eine Person wurde bewusstlos aufgefunden und eine weitere wird vermisst. Am Freitagnachmittag meldete der öffentlich-rechtliche Sender NHK unter Berufung auf Polizei und Feuerwehr acht Tote. Die Behörden lehnten es gegenüber AFP ab, diese höhere Zahl zu bestätigen. Soldaten wurden in das Gebiet entsandt, um die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.
Tausende am Flughafen Narita gestrandet
Zwischen 6.000 und 7.000 Reisende verbrachten die Nacht am Flughafen Narita, einem der beiden wichtigsten internationalen Drehkreuze Tokios, nachdem zahlreiche Züge zum und vom Flughafen bis Freitagnachmittag gestrichen wurden. Flughafenpersonal verteilte Wasser, Lebensmittel und Schlafsäcke an Passagiere, die sich in den Terminals niederließen. Ein Flughafensprecher sagte, dass alle Flüge am Freitag planmäßig durchgeführt werden sollten, obwohl Japan Airlines vor möglichen Verspätungen warnte. Mehrere Bahnverbindungen blieben am Freitagmorgen eingestellt, obwohl einige Züge zwischen Narita und Tokio den Betrieb wieder aufgenommen hatten.
Weitreichende Beeinträchtigungen
Zwischen 23.000 und 26.000 Haushalte in Chiba waren ohne Strom, so das örtliche Katastrophenschutzamt und die am Freitag gemeldeten Zahlen. Wichtige Autobahnen, darunter Verbindungen vom Flughafen Narita ins Zentrum Tokios, blieben gesperrt, was Autofahrer auf Ausweichrouten zwang und zu starkem Verkehr führte, so der Autobahnbetreiber NEXCO East. Hunderte Menschen verbrachten die Nacht in Notunterkünften in Chiba, berichtete NHK und zeigte Bilder von Autos, die in der Stadt Kashiwa bis zu den Scheinwerfern im Wasser standen. Hunderte weitere waren aufgrund eingestellter Verbindungen am Bahnhof Chiba gestrandet, beobachtete ein AFP-Journalist am Donnerstagabend. Zwischen 200.000 und 220.000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu evakuieren.
- Extremregen beginnt in der Präfektur Chiba; in einigen Gebieten werden über 100 mm pro Stunde gemessen
- JMA gibt höchste Regenwarnung für 14 Gemeinden in Chiba heraus; Beamter warnt auf Pressekonferenz vor außergewöhnlichem Regen
- Über 6.000 Reisende am Flughafen Narita gestrandet, da Züge zum und vom Flughafen gestrichen werden
- Behörden bestätigen mindestens 4 Todesfälle; Soldaten zur Unterstützung der Hilfsmaßnahmen entsandt; Warnstufe herabgestuft
- NHK meldet unter Berufung auf Polizei und Feuerwehr 8 Tote; Behörden lehnen Bestätigung der höheren Zahl gegenüber AFP ab
Reaktion des Gouverneurs
Chiba-Gouverneur Toshihito Kumagai sagte am Freitagmorgen gegenüber Reportern, die Situation sei selbst nach japanischen Maßstäben außergewöhnlich.
Dieser Fall war eine äußerst ungewöhnliche Situation, selbst gemessen an den historischen Wetterstandards Japans. Ich habe in der Vergangenheit auf viele Katastrophen reagiert, aber einen solchen Fall habe ich noch nie erlebt.
Die Katastrophe ereignete sich während einer der geschäftigsten Urlaubswochen Japans, als viele Menschen unterwegs waren. Anfang der Woche waren Japan, die Philippinen und China gleichzeitig von mehreren Stürmen betroffen, wobei Zehntausende auf Okinawa ohne Strom waren und die chinesischen Behörden am vorangegangenen Wochenende mehr als eine Million Menschen evakuierten.


