
Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland verzeichnet Juni-Hitzerekord von 40,2 °C; Bahn setzt Verbindungen aus, Pflegeheime evakuiert
Nordrhein-Westfalen hat am Freitag mit 40,2 °C in Tönisvorst die höchste je im Juni gemessene Temperatur verzeichnet. Daraufhin wurden die Regionalzüge für sechs Stunden eingestellt und mehrere Pflegeheime im Bundesland evakuiert.
Rekordhitze
Die Temperaturen in ganz Deutschland, insbesondere aber in Nordrhein-Westfalen, erreichten Werte, die zu diesem frühen Zeitpunkt im Sommer noch nie gemessen wurden. Am Freitag, den 26. Juni, maß der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Tönisvorst 40,2 °C – die höchste je im Juni in diesem Bundesland registrierte Temperatur. Der DWD warnte vor weit verbreiteter starker oder extremer Hitzebelastung bis zum Wochenende, und die Wetterbehörde wies zudem auf die Gefahr von Gewittern und Starkregen hin, die die Belastung der Infrastruktur noch verschärfen könnten.
Der Bahnsektor war einer der ersten, der die Folgen zu spüren bekam. National Express, das Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen betreibt, kündigte am Samstagnachmittag eine vorsorgliche sechsstündige Einstellung aller RRX-Linien an. Die Deutsche Bahn rief zusammen mit anderen Betreibern und Branchenverbänden die Reisenden auf, auf alle nicht notwendigen Bahnreisen am Samstag und Sonntag zu verzichten.
Die anhaltenden extremen Temperaturen stellen außergewöhnliche technische Herausforderungen für die Fahrzeuge dar.
Bahnbeeinträchtigungen
Am Samstag zwischen 13:00 und 19:00 Uhr wurden die Linien RE1, RE4, RE5, RE6 und RE11 auf ihren gesamten Strecken eingestellt. Der Betreiber erklärte, die Entscheidung sei zum Schutz von Fahrgästen und Personal getroffen worden und um ungeplante Zughalte auf freier Strecke aufgrund der außergewöhnlichen Hitze zu verhindern. National Express rechnet am Sonntag mit einer allmählichen Verbesserung der Fahrzeugverfügbarkeit, beobachtet die Lage jedoch weiterhin.
Die Deutsche Bahn, die eigene Verbindungen nicht einstellen will, räumte die Belastung des Netzes ein. Sie warnte davor, dass Weichen und Signalanlagen durch langanhaltende direkte Sonneneinstrahlung beschädigt werden können und die Gefahr von Böschungsbränden stark ansteigt. Die Bahn hatte bereits angekündigt, dass Fahrkarten für den Fernverkehr bis einschließlich Dienstag, den 30. Juni, kostenlos storniert werden können, sofern sie vor dem 23. Juni gekauft wurden.
Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende durch die Rekordhitze stark beeinträchtigt. Auch der Bahnverkehr leidet unter den extremen Temperaturen.
Gesundheitsnotfälle in Pflegeheimen
Die Hitze wurde in mehreren Pflegeeinrichtungen gefährlich. In Krefeld brachen am Freitagabend fünf Senioren zusammen, Dutzende weitere Bewohner mussten von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. In einem anderen Heim in Dormagen wurden rund 160 Bewohner aus überhitzten Bereichen verlegt und medizinisch versorgt. Ein Bewohner starb in der Nacht; ein Sprecher der Stadt erklärte, es sei noch nicht geklärt, ob die Hitze die Todesursache war.
- Juni-Rekordtemperatur von 40,2 °C in Tönisvorst, Nordrhein-Westfalen, gemessen.
- Fünf Senioren brechen in einem Pflegeheim in Krefeld zusammen; Dutzende von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht.
- National Express stellt fünf RRX-Regionalverbindungen in ganz Nordrhein-Westfalen bis 19:00 Uhr ein.
Ausblick und Warnungen
Der DWD erwartet, dass die Hitzebelastung am Samstag und Sonntag anhält, wobei Gewitter und Starkregen die Gefahren noch verstärken. National Express setzt auf kühlere Bedingungen, um den vollständigen Fahrplan zu Beginn der Woche wiederherstellen zu können, während die Deutsche Bahn die Infrastruktur genau beobachtet. Die Hitzewelle, die ähnliche Störungen aus den Sommern 2025 fortsetzt, stellt die Fähigkeit Deutschlands auf die Probe, kritische Verkehrsnetze während immer häufiger auftretender Extremwetterlagen zu betreiben.


