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© Berliner Zeitung
Sicherheit·2. Juni

Rekord: 13.067 Diskriminierungsbeschwerden in Deutschland im Jahr 2025, so die Antidiskriminierungsstelle

Im Jahr 2025 meldeten so viele Menschen wie nie zuvor Diskriminierung an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes: 13.067 Anfragen, ein Anstieg um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vorfälle am Arbeitsplatz machten den größten Anteil aus.

Rekordzahl an Anfragen

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes verzeichnete im Jahr 2025 13.067 Beratungsanfragen, ein Anstieg um 15 Prozent gegenüber 2024 und der höchste Wert seit Bestehen der Behörde. Die Zahl steigt seit 2021 kontinuierlich an, als sie bei 7.750 lag. Die Stelle bietet eine erste rechtliche Einschätzung, entscheidet aber nicht über Beschwerden.

Rassistische Diskriminierung dominiert

Rassismus war der am häufigsten genannte Grund und machte 4.571 Fälle oder 43 Prozent aller Anfragen aus. Behinderung oder chronische Krankheit bildeten die zweitgrößte Kategorie (3.015 Fälle, 27 Prozent), gefolgt von Geschlecht (2.407 Fälle, 22 Prozent), Alter (1.261 Fälle, 12 Prozent), Religion oder Weltanschauung (733 Fälle, 7 Prozent) und sexueller Identität (rund 386 Fälle, 4 Prozent).

Rassistische Einstellungen verfestigen sich – und führen zu deutlich mehr erlebter Diskriminierung.

— Ferda Ataman
Diskriminierungsgründe bei Anfragen 2025 · Fälle
Rassistische Diskriminierung
4.571
Behinderung/chronische Krankheit
3.015
Geschlecht
2.407
Alter
1.261
Religion/Weltanschauung
733
Sexuelle Identität
386
Rassistische Diskriminierung
4571 Fälle
Behinderung/chronische Krankheit
3015 Fälle
Geschlecht
2407 Fälle
Alter
1261 Fälle
Religion/Weltanschauung
733 Fälle
Sexuelle Identität
386 Fälle

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Arbeitsplatz als Hauptschauplatz

Der Arbeitsplatz war mit Abstand der häufigste Ort für mutmaßliche Diskriminierung: 3.600 Anfragen bezogen sich auf Themen wie diskriminierende Stellenausschreibungen, abgelehnte Bewerbungen oder Mobbing. Etwa 20 Prozent der Fälle betrafen den Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, darunter Wohnraum, wo die Zahl der Anfragen um rund 25 Prozent auf 488 stieg. Auch Beschwerden im Gesundheits- und Pflegebereich legten um fast 25 Prozent zu. Mehr als 1.400 Anfragen betrafen Diskriminierung durch öffentliche Stellen, über 500 das Verhalten von Justiz oder Polizei.

Reform des Gleichbehandlungsgesetzes kritisiert

Eine vom Kabinett Anfang Mai verabschiedete Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) wies Ataman als unzureichend zurück. Sie verlängert die Frist für Klagen von zwei auf vier Monate, erfasst aber weiterhin keine Diskriminierung durch staatliche Stellen.

Die geplante Reform ist zu schwach und bringt den Menschen im Alltag sehr wenig.

— Ferda Ataman

Konkrete Beispiele aus dem Bericht

Ein Fall beschreibt ein 11-jähriges Mädchen mit dunkler Hautfarbe, das Eis kaufen wollte; der Verkäufer weigerte sich, ihr das Wechselgeld herauszugeben, mit den Worten: „Ich vertraue Leuten wie dir nicht.“ In einem anderen Fall wurde ein Kunde asiatischen Aussehens nach dem Kauf eines Hemdes von einem Ladendetektiv angehalten, obwohl die Kassiererin den Kauf bestätigt hatte.

Berlin
Ferda Ataman
BerlinFerda Ataman

8 Quellen

  • Diskriminierung in Deutschland: Die meisten Meldungen betreffen den Arbeitsplatz
    Berliner Zeitung·2. Juni
  • Rassismus in Eisdiele: "Menschen wie dir traue ich nicht
    Focus·2. Juni
  • Antidiskriminierungsstelle: Anzahl der gemeldeten Diskriminierungsfälle auf Rekordhoch
    ZEIT ONLINE·2. Juni
  • Starker Anstieg: 13.000 Fälle mutmaßlicher Diskriminierung
    Bayerischer Rundfunk·2. Juni
  • Anfragen wegen Diskriminierung auf Höchststand
    tagesschau.de·2. Juni
  • Antidiskriminierungsstelle: Anzahl der gemeldeten Diskriminierungsfälle auf Rekordhoch
    ZEIT ONLINE·2. Juni
  • Rekord an Anfragen bei Antidiskriminierungstelle - vor allem wegen Rassismus
    stern.de·2. Juni
  • Starker Anstieg: 13.000 Fälle mutmaßlicher Diskriminierung
    DIE WELT·2. Juni

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