
Regionalzug bei Rouen entgleist – 44 Verletzte, ein Schwerstverletzter
Ein regionaler Personenzug auf der Strecke Rouen–Caen ist am Freitagabend bei Cléon in der Normandie entgleist. Dabei wurden 44 Menschen verletzt, eine 18-Jährige wurde in kritischem Zustand per Hubschrauber abtransportiert.
Entgleisung in der Normandie
Ein regionaler Personenzug auf der Strecke zwischen Rouen und Caen ist am Freitagabend in der Gemeinde Cléon im Département Seine-Maritime/Normandie entgleist. Der Unfall ereignete sich zwischen 19:30 und 19:45 Uhr Ortszeit; der Zug transportierte 180 bis 200 Fahrgäste. Vier Waggons des Regionalzuges sprangen aus den Schienen. Verkehrsminister Philippe Tabarot hatte am frühen Freitagabend zunächst rund 20 Verletzte gemeldet. Die Justiz korrigierte die Opferzahl später auf 44 Verletzte. Unter den Verletzten erlitt eine 18-jährige Frau schwere Verletzungen und wurde mit einem Hubschrauber in ein Regionalkrankenhaus gebracht – ihr Zustand war zeitweise als sehr kritisch eingestuft.
Notfalleinsatz und Aktivierung des Orsec-Plans
Die Präfektur des Départements Seine-Marnehat den Orsec-Katastrophenschutzplan ausgelöst – ein Protokoll für Großschadenereignisse mit vielen Verletzten. 130 Feuerwehrleute, fünf spezialisierte Rettungsteams und 80 Einsatzfahrzeuge wurden direkt zum Ort des Geschehens in Cléon entsandt. Die Einsatzkräfte befreiten die Insassen aus den entgleisten Waggons, hüllten sie in Rettungsdecken und brachten sie unter Polizeischutz zu wartenden Fahrzeugen. Der Staatsanwalt von Rouen, Sébastien Gallois, bestätigte, dass 43 Reisende Verletzungen mittlerer bis schwerer Intensität davongetragen hatten. Am Unglücksort wurden einige Verletzte vor Ort behandelt, andere zur weiteren Versorgung in umliegende Krankenhäuser transportiert.
- Feuerwehrleute
- 130
- Einsatzfahrzeuge
- 80
- Rettungsteams
- 5
Berichte von Fahrgästen
Passagiere berichteten von plötzlichen, heftigen Erschütterungen, bevor die Waggons aus den Gleisen sprangen. Der 24-jährige Fahrgast Louis, der das Unglück mit leichten Schrammen entkommen war, schilderte den Ereignisablauf, als der Zug eine Notbremsung einleitete.
Zuerst dachte ich, alles sei normal. Aber nach zwei, drei Sekunden wurde das Rumpeln immer stärker. Ich wurde kräftig durchgeschüttet, ich konnte auf meinem Sitz nicht mehr bleiben, ich musste mich an der Vordersitzenfesthalten. Die Fenster gingen zu Bruch, vorne im Wagen bildeten sich Scherben überall. Die Gleisschottersteine wurden im Wagen verteilt. Es war eine unglaubliche Gewalt, ich zittere immer noch.
Ermittlungen und Gleiskontrolle
Die Kriminalpolizei nahm unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Rouen die Ermittlungen auf, um die Unglücksursache zu klären. Der Fahrer wurde auf Alkoholik, Betäubungsmittel und Arzneimittel getestet – alle Tests fielen negativ aus. Die ersten Erkenntnisse der SNCF und der Polizei deuten darauf hin, dass der Zug einen metallischen Gegenstand auf der Schiene gerammt hat. Die Gewerkschaft CGT berichtete von einem auf den Gleisen gefundenen Metallstab, der möglicherweise vorsätzlich abgelegt wurde, doch die Justiz gab nicht offizielle Bestätigung dieser Hypothese. Die stellvertretende Staatsanwältin Marie-Valérie Albert sagte bei einer Pressekonferenz am Freitagabend.
Die Untersuchung wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
SNCF verspricht vollständige Transparenz, während die Techniker mit der Begutachtung der vier entgleisten Personenwagen und der anschließenden Gleisan an Ort Stelle beginnen. Am Samstag sollten die aufräumarbeiten beginnen.


